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Österreich

Homo- und judenfeindliche Übergriffe erschüttern Graz

Ein Asylbewerber soll sowohl den Chef der Jüdischen Gemeinde als auch ein LGBTI-Zentrum attackiert haben. Der Bundesinnenminister spricht von einem "radikalislamistischen Antisemiten, der obendrein noch homophob ist".


Die Scheiben am Büro der RosaLila PantherInnen wurden vergangene Woche eingeschlagen – der mutmaßliche Täter sitzt in Haft (Bild: Facebook / RosaLila PantherInnen)

Eine offenbar aus Hass begangene Anschlagsserie erschüttert die zweitbevölkerungsreichste Stadt Österreichs: Ein bislang unbescholtener 31-jähriger Asylbewerber aus Syrien hat laut österreichischen Medien mehrere Taten in der steirischen Landeshauptstadt Graz gestanden. Er soll Elie Rosen, den Präsidenten der Jüdischen Gemeinde Graz, mit einem Baseballschläger tätlich angegriffen sowie ein Synagogenfenster mit Steinen eingeworfen haben. Außerdem habe er laut den Behörden vergangene Woche Steine auf eine Einrichtung der LGBTI-Organisation RosaLila PatherInnen geschmissen und damit Fenster und Einrichtung beschädigt. Der Mann habe zudem Sachbeschädigungen an einer Kirche und einem Bordell verursacht. Die Staatsanwaltschaft nennt als wahrscheinlichen Grund für die Attacke radikalislamische Überzeugungen.

Die RosaLila PantherInnen hatten den Anschlag am vergangenen Donnerstag öffentlich gemacht. Auf Facebook posteten die Aktivist*innen auf Facebook Bilder von zerbrochenen Fensterscheiben an ihrem Vereinslokal und erklärten, die Tat beweise, "dass unsere Arbeit noch lange nicht getan ist". Weiter heißt es: "Wir machen weiter, bis der Hass ein Ende nimmt!"

Wir machen weiter bis der Hass ein Ende nimmt! Letzte Nacht wurde das Schaufenster unseres Vereinslokals eingeschlagen....

Gepostet von RosaLila PantherInnen am Donnerstag, 20. August 2020
Facebook / RosaLila PantherInnen

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Verdächtiger soll abgeschoben werden

Österreichs Innenminister Karl Nehammer von der christsozialen ÖVP hatte den mutmaßlichen Täter am Montag bereits mit den Worten kritisiert: "Er ist ein radikalislamistischer Antisemit, der obendrein noch homophob ist." Außerdem startete das Bundesamt für Fremdenwesen ein Aberkennungsverfahren des Asylstatus des Verdächtigen. Gegen ihn wird derzeit nicht nur wegen schwerer Sachbeschädigung und schwerer Körperverletzung ermittelt, sondern auch wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung.


Karl Nehammer ist seit Januar Bundesminister für Inneres der Republik Österreich (Bild: Bundesministerium für Finanzen)

In österreichischen Medien wird nach dem Vorfall auch über eine drei Jahre alte Studie der Universität Wien über die Lebenswelt von islamisch-religiösen Asylbewerber*innen in Graz debattiert. Die von Professor Ednan Aslan verfasste Untersuchung trägt den Titel "Religiöse und ethische Orientierungen von muslimischen Flüchtlingen in Graz" (PDF). Aslans Team befragte dabei rund 300 Geflüchtete muslimischen Glaubens nach ihren Einstellungen zu Jüdinnen und Juden, Homosexuellen oder Frauen. Die Ergebnisse waren erschreckend: Die Hälfte der Befragten hält Homosexualität demnach für eine Sünde, die bestraft gehört. Der Studienautor empfahl, die virulenten Vorurteile durch Dialog und Begegnung abzubauen.


Dass in Österreich die Gefahr nicht nur von Islamist*innen kommt, zeigen zeitgleich Vorfälle von Rechtsaußen – und das ebenfalls in Graz: Seit Juli stehen etwa ein Polizist und eine Polizistin in Graz wegen Glorifizierung der Nazi-Zeit vor Gericht. Der Polizist, der seinen Hund Adolf genannt hat, soll etwa mit Sprüchen wie "Schwule gehören alle nach Dachau" um sich geworfen haben. (dk)



#1 goddamn liberalAnonym
  • 26.08.2020, 10:16h
  • Zwischen arabischem und deutsch-österreichichem 'Rechtsaußen' gibt es vielfältige Verbindungen.

    Syrien ist u.a. das 'Asylland' des österreichischen Nazi-Judenmörders Alois Brunner gewesen. Der Außenminister Tlas verfasste in den 80ern Schriften, die mit ihren antisemitischen Kindermörderlegenden denen der Nazis in nichts nachstehen. Natürlich ist auch Homosexualität in Syrien verboten.
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#2 houdiniAnonym
#3 DramaQueen24Profil
  • 27.08.2020, 01:48hBerlin
  • Wenn man tagaus, tagein in seinem Heimatland hört, wie schlecht Juden und Homosexuelle sind, glaubt man es irgendwann, gemäß dem, was Goebbels über die Wiederholungen von Lügen gesagt haben soll, die dann irgendwann zur "Wahrheit" werden.
    Es dauert halt seine Zeit, und manche schaffen es nie, europäische Werte zu verinnerlichen.
    Das sollte man immer bedenken, ohne dabei die Taten verharmlosen zu wollen!
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