Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?36942

Thüringen

Abgeordnete fordert Landesbeteiligung für LGBTI-Zentrum in Erfurt

In Thüringens Landeshauptstadt soll nach den Plänen von Aktivist*innen das Queere Zentrum Erfurt entstehen – jetzt gibt es wichtige Unterstützung aus der Regierungskoalition.


Karola Stange (Die Linke) ist seit 2009 Mitglied des Thüringer Landtags (Bild: Steffen Prößdorf / wikipedia)

  • 29. August 2020, 11:47h, noch kein Kommentar

Mit ihrer Forderung nach einer zentralen Anlaufstelle für LGBTI in Erfurt ist eine Initiative schon bis in den Stadtrat gekommen. Weil vor allem die Finanzierungsfrage schwierig ist, sieht die Landtagsabgeordnete Karola Stange (Linke) dabei auch das Land in der Pflicht. "Es geht ja nicht gleich um ein ganzes Haus, sondern um einen grundsätzlichen Treffpunkt", sagte Stange, die auch im Erfurter Stadtrat sitzt, am Samstag.

Ihrer Ansicht nach wäre ein Zentrum in der Landeshauptstadt auch ein guter Anlaufpunkt für Mitglieder der LGBTI-Community aus ganz Thüringen. Daher sollte sich neben der Stadt auch das Land finanziell beteiligen. In Thüringen reagiert eine rot-rot-grüne Minderheitsregierung. Karola Stange ist gleichstellungspolitische Sprecherin der Linksfraktion.

- Werbung - Video - Abheben und Frankreich und die Welt entdecken

Beratung, Bildung und Begegnung

Seitens der queeren Initiativen und Verbände steht schon länger die Forderung nach einem Ort in Erfurt für Beratungsgespräche, Netzwerkarbeit, aber etwa auch zum Austausch untereinander im Raum. Ein Konzept gebe es dafür bereits, so die Landtagsabgeordnete. Die Finanzierung müsse aber geklärt werden.

Genau dafür machte der Beigeordnete für Finanzen und Wirtschaft der Stadt, Steffen Linnert (SPD), aber wenig Hoffnungen. "In der derzeitigen Situation ist es schwierig, Aufgaben und Ausgaben der Stadt zu erweitern." Gemeinsam mit Stange hisste Linnert am Samstag vor dem Rathaus eine Regenbogenflagge.

"Mit einem queeren Zentrum kann Erfurt ein sichtbares und vorbildliches Zeichen für Freiheit, Respekt, Vielfalt und Chancengleichheit setzen", heißt es auf der Homepage des Zentrumsprojekts, das auf Beratung, Bildungsangebote und Begegnungsmöglichkeiten setzt. "Dabei wird die Lebenssituation von vielen Menschen in der Stadt verbessert und so eine langfristige Perspektive für ein Leben in Erfurt entwickelt."

CSD-Ersatzaktion auf dem Fischmarkt

Ursprünglich war am Samstag in Erfurt eine CSD-Demo geplant. Wegen der Corona-Pandemie wurde darauf aber verzichtet. Die Organisator*innen kündigten für Samstagnachmittag auf dem Fischmarkt eine kleinere "Ersatzaktion" mit Redebeiträgen unter Einhaltung der Corona-Auflagen an.

Gerade auch wegen der Pandemie seien solche Aktionen wichtig, hieß es von den Veranstalter*innen. "Denn Covid-19 hat gerade auch in unseren Communitys zu mehr Unsichtbarkeit, Vereinzelung und weniger Unterstützung geführt", hieß es in einer Mitteilung. "Und hier in Erfurt kämpfen wir für queere Räume, für die tatsächliche Umsetzung des Landesprogramms für Akzeptanz und Vielfalt und für mehr Teilhabe und Sichtbarkeit von LSBTIQ* in allen Lebensbereichen", sagte Sabine Stelzl vom CSD-Bündnis.

Zudem haben sich die Verantwortlichen gemeinsam mit den Veranstalter*innen anderer CSDs in Thüringen auf Grund der Corona-Krise auf eine gemeinsame Demo am 17. Oktober in Weimar verständigt. (cw/dpa)

Der Bericht wurde mehrfach ergänzt.