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Matt Bishop: "Ich war der einzige Schwule in der Formel 1"

Ein Pilot nannte ihn "fette Schwuchtel". In einem Interview spricht der Ex-Kommunikationschef von McLaren über Homophobie im Motorsport, seine Zusammenarbeit mit Lewis Hamilton und seinen ersten Roman.


Im Motorsport einst "the only gay in the village": Matt Bishop war u.a. Redakteur des Magazins "F1 Racing" und von 2007 bis 2017 Kommunikationschef bei McLaren (Bild: McLaren)

In einem Interview mit der österreichischen Tageszeitung "Kurier" (Paywall-Artikel) hat der britische Fachjournalist Matt Bishop ausführlich über Homosexualität in der Formel 1 gesprochen. "Ich war tatsächlich der einzige Schwule in dieser kleinen Welt", sagte der 57-Jährige, der in den Neunzigerjahren für das Magazin "F1 Racing" tätig und von 2007 bis 2017 Kommunikationschef bei McLaren war. Aktuell ist er Kommunikationsdirektor der Frauen-Rennserie "W Series".

"Prinzipiell waren alle sehr freundlich zu mir, was womöglich daran lag, dass ich einen angesehenen Job hatte", meinte Bishop in dem Interview. Allerdings sei er auch schwulenfeindlich beleidigt worden. "Ich hörte von einem Piloten, dass er mich fette Schwuchtel nannte", so der Engländer. "Ich konnte und wollte faktisch nicht mit ihm diskutieren, immerhin war ich nicht schlank. Und ich war schwul. Was ich tat, war, dass ich mit ihm über Höflichkeit sprach."

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"Rennsport ist nicht nur etwas für Heterosexuelle"

Er habe ihm nicht geschadet, dass er mit seinem Schwulsein offen umgegangen sei, sagte Bishop. "Abgesehen davon konnte mir ohnehin niemand erklären, warum die Liebe zum Rennsport und zu Autos nur etwas für Heterosexuelle sein soll." In den letzten 25 Jahren sei die Formel 1 auch etwas offener geworden: "Immer mehr Menschen mit unterschiedlichen Neigungen und Vorlieben kommen in den Motorsport. Wir sehen viele Homosexuelle in den Pressezentren oder in Marketing- und PR-Jobs. Leider sehen wir noch nicht viele unter den Ingenieuren und Mechanikern."

Als einen Grund für die Angst vorm Coming-out sieht er die "Macho-Attitüde" im Rennsport. "Zwei Mechaniker teilen sich bei den Rennen ein Hotelzimmer. Viele sehen darin ein großes Problem." Bei jungen Fahrern erlebe er dagegen eine große Offenheit. "Es gibt überhaupt keine Probleme oder Unsicherheiten. Der jetzige Haas-Pilot Kevin Magnussen war beispielsweise Gast bei meiner Hochzeit."

Der Schwarze und der Schwule


Lewis Hamilton und Matt Bishop am Rande eines Rennens (Bild: Troubador)

Mit dem schwarzen Rennfahrer Lewis Hamilton, an dessen Seite er fünf Jahre arbeitete, habe er sich sehr verbunden gefühlt, so Bishop. "Er fragte mich: Wie oft kommt dir der Satz 'Ich bin ein weißer Mann' in den Sinn? Ich antwortete: Niemals, Lewis. Aber an den Satz 'Ich bin schwul' denke ich täglich", berichtete der einstige PR-Chef von einer Unterhaltung im Flugzeug. "Er erwiderte: Genauso geht es mir mit 'Ich bin schwarz'."

Genau deshalb fühle er sich der Black-Lives-Matter-Bewegung verbunden, sagte der Engländer. "Einige Leuten kritisieren, dass nicht nur schwarze Leben zählen, sondern jedes Leben. Das stimmt natürlich. Aber der Grund, warum wir auf die Leben der Schwarzen derzeit besonders hinweisen, ist, dass es nicht immer für alle klar ist, dass schwarze und weiße Leben gleich viel wert sind."

Romandebüt "The Boy Made the Difference"

Anfang des Monats veröffentlichte Matt Bishop mit "The Boy Made the Difference" seinen ersten Roman, in dem es nicht um die Formel 1, sondern um schwules Leben zu Beginn der Aidskrise geht. "Es war eine harte Zeit. Damals galt eine HIV-Diagnose als Todesurteil. Ich war es gewohnt, zu vielen Begräbnissen von jungen Menschen zu gehen", sagte der 57-Jährige dem "Kurier". Junge Menschen wüssten nur noch wenig darüber, wie es schwulen Männer Ende der Achziger- und Anfang der Neunzigerjahre ergangen sei. "Mir war wichtig, dass dies nicht in Vergessenheit gerät." (cw)

Twitter / TheBishF1



#1 Peck_SProfil
  • 30.08.2020, 11:44hFrankenthal
  • Vll sollte man sich diesem Thema nicht äußern, wenn man die Definition der eigenen Sexualität nicht einmal kennt.

    "Immer mehr Menschen mit unterschiedlichen Neigungen und Vorlieben kommen in den Motorsport. Wir sehen viele Homosexuelle in den Pressezentren oder in Marketing- und PR-Jobs."
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#2 Carsten ACAnonym
  • 30.08.2020, 12:08h
  • "Homophobie im Motorsport"

    Ich habe noch nie verstanden, wieso ein Ingenieur-Wettbewerb als Sportart angesehen wird...
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#3 daVinci6667
  • 30.08.2020, 13:32h
  • "Ich war tatsächlich der einzige Schwule in dieser kleinen Welt"

    Glaube ich kaum, die andern waren (und sind es vermutlich immer noch) bloß im Schrank.

    "Zwei Mechaniker teilen sich bei den Rennen ein Hotelzimmer. Viele sehen darin ein großes Problem."

    Hier wirds spannend. Was denn für ein Problem? Man schläft ja nur im gleichen Zimmer, nicht im gleichen Bett.

    Vielleicht spielt noch was anderes rein. Angst vor blödem Gerede.

    Dazu folgendes: Im vergangenem Winter saß ich in einem Zug als plötzlich eine Schulklasse, alle so ca. 15 oder 16 meinen Wagon stürmten.

    Scheisse dachte ich, doch dann bekam ich eine interessante Diskussion mit. Etwas abseits von den andern setzten sich zwei Schüler, offensichtlich Freunde mir gleich gegenüber hin.

    Der eine sagte nach einer Weile zum andern, der Lehrer sei einverstanden, sie kämen zusammen aufs Zimmer, doch müssten jeweils drei sich eines teilen. Es könnte entweder noch der X oder der Y dazukommen.

    Dann gings los: X würde schnarchen das würde für ein Woche sehr mühsam und Y sei schwul.

    Sie konnten sich einfach nicht entscheiden wen sie nun zu sich nehmen wollten. Sie waren sich beide einig dass Y nett sei und sie ihn eigentlich mochten. Da sie beide jedoch sowieso immer zusammen abhängen würden, dürften sie sich nicht für den Schwulen entscheiden da man sonst denken würde sie wären selbst auch Schwulis usw.

    Wie die Geschichte ausging bekam ich leider nicht mit da ich aussteigen musste.
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#4 StrottiAnonym
  • 30.08.2020, 14:51h
  • Antwort auf #3 von daVinci6667
  • "Hier wirds spannend. Was denn für ein Problem? Man schläft ja nur im gleichen Zimmer, nicht im gleichen Bett. " Es ist das gleiche Problem, das der frühere Nationaltorwart Jens Lehmann hat, der Bedenken äußerte, mit einem Schwulen zu duschen. Man fürchtet entweder, dass der Schwule einen lüstern betrachtet oder mehr, oder dass man selbst wegen allzugroßer Nähe zu einem Schwulen für schwul gehalten wird. Das Absurde bei Lehmann ist allerdings, dass ihm nach dem Coming out von Hitzlsperger eigentlich hätte klar sein müssen, dass der Schwule unter der Dusche ohnehin da ist und er nur nicht weiß, wer es ist.
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#5 daVinci6667
  • 30.08.2020, 17:11h
  • Antwort auf #4 von Strotti
  • "Das Absurde bei Lehmann ist allerdings, dass ihm nach dem Coming out von Hitzlsperger eigentlich hätte klar sein müssen, dass der Schwule unter der Dusche ohnehin da ist und er nur nicht weiß, wer es ist "

    Richtig. Es müsste allen Heteromännern längst klar sein das wir immer da sind wo Männer sind. Scheinbar ist diese Tatsache für viele von ihnen so sehr traumatisierend dass sie verdrängen müssen.

    Sogar wenn sie neben uns bisher dutzende oder gar hunderte Male sorglos normal geduscht haben, wenn man sich dann outet, werden selbst die gestandensten, muskelbepacktesten Heteros unter der Dusche plötzlich zu kleinen ängstlichen Jungs.

    Deshalb nochmals mit aller Deutlichkeit: Glaubt nicht, ihr hättet noch nie neben einem Schwulen geduscht! Oder es hätte euch beim pinkeln noch nie ein Schwuler auf den Pimmel geguckt! Oder in der Kaserne, in Klassenlagern etc neben euch geschlafen! Wir sind überall dort wo Männer unter sich sind! Immer und ohne Ausnahme! Sagt euch das eine Woche zehnmal am Tag.

    Doch habt keine Angst! Realisiert doch bitte, bisher gingen wir euch auch nicht einfach ungefragt an die Wäsche. Daran ändert sich auch nichts wen sich einer von uns mal endlich getraut zu outen.
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#6 Prima4Anonym
#7 seb1983
  • 31.08.2020, 09:59h
  • Antwort auf #5 von daVinci6667
  • Tatsächlich soll es ja nicht nur schwul und hetero geben sondern auch bisexuell in allen möglichen Grautönen.
    Die Zahl der Männer die da mindestens mal einen Blick wirft dürfte daher noch deutlicher größer sein als "befürchtet".
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#8 daVinci6667
  • 31.08.2020, 10:32h
  • Antwort auf #7 von seb1983
  • Absolut. Heten gucken vermutlich genauso häufig wie wir. Oder gar häufiger. Das Ding mit den ewigen Vergleichen.

    Bei anderen Heten scheint das unter der Dusche jedoch kein Problem sein. Doch wehe sie wissen das einer schwul ist. Dann bedecken sie alle nackten Stellen. Ein Wunder das einige dieser verängstigten Heten sich nicht gleich unter einer Burka verstecken.
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#9 Ralph
  • 31.08.2020, 13:00h
  • Antwort auf #8 von daVinci6667
  • Na wenn einem die Seife runterfällt und man bückt sich danach - kann doch wer weiß was passieren. Uralter "Witz" aus meiner Schulzeit - wirkt heute noch. Haha, ist das lustig - wenn man ein Idiot ist.
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#10 daVinci6667