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Odessa

Ukraine: Nationalisten überfallen CSD-Kundgebung

Die Polizei nahm 16 Personen fest, die den friedlichen "Odessa Pride" angriffen und mehrere Teilnehmende und Polizeibeamte verletzten.


Die Polizei konnte den Pride erst nach den ersten Angriffen schützen

Bei einer Kundgebung des "Odessa Pride" sind am Sonntagnachmittag mehrere Teilnehmende und Polizeibeamte durch Nationalisten angegriffen und teilweise verletzt worden.

Der CSD hatte in diesem Jahr auf seine Pride-Demonstration verzichtet und stattdessen für Sonntagnachmittag zu einer Menschenkette in der Innenstadt aufgerufen. Gleichzeitig lief eine von der Polizei begleitete Demonstration der Organisation "Tradition und Ordnung" durch die Sraßen – die rechten Aktivisten sollen Medienberichten zufolge an einer Kundgebung für "traditionelle Familienwerte" teilgenommen haben. Als die Gruppe auf den Pride traf, begannen die Nationalisten, Teilnehmende zu jagen und anzugreifen. Dabei setzten sie Pfefferspray und Wurfgeschosse wie Eier ein und zerrissen Pappschilder des Pride.

Direktlink | Die ersten Minuten des Angriffs

Die Polizei hatte die Lage zunächst nicht im Griff, dann schirmte sie den Pride von den Nationalisten ab. Die CSD-Teilnehmer wurden weiter in Sprechchören oder auf Transparenten beschimpft und später von der Polizei sicher vom Platz geleitet. Laut Medienberichten gab die Polizei an, sie habe 16 Personen festgenommen und zwei Polizisten seien in den Auseinandersetzungen verletzt worden. Ein Beamter war mit einem Krankenwagen vom Ort weggebracht worden, laut Medienberichten mit einer Kopfverletzung.

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Die Zahl der verletzten CSD-Teilnehmenden ist noch unbekannt. Die Organisation Genderdoc aus der Republik Moldau berichtet, ihre Aktivistin Anastasia Cernova sei vor Ort mit einer Flüssigkeit in Auge, Ohren und Mund beschüttet worden und werde wegen Verätzungen behandelt. Im Netz kursiert zudem ein Video, das einen späteren Angriff von Nationalisten auf LGBTI-Aktivist*innen zeigen soll, die in einem Park sitzen.

Direktlink | TV-Bericht von Kanal 5

Auf ein "solches Maß an Aggression und Straflosigkeit" sei der Odessa Pride in den Vorjahren nie gestoßen, schrieb der CSD am Nachmittag bei Facebook. "Wir fordern die Nationalpolizei der Ukraine auf, die Verantwortlichen für die Angriffe auf friedliche Demonstranten vor Gericht zu stellen und Maßnahmen gegen die Organisation 'Tradition und Ordnung' zu ergreifen, die zu Hass und Gewalt anstiftet."

Der Pride hatte bereits in den letzten Tagen mehrere Veranstaltungen in der Innenstadt wie Theateraufführungen abgehalten. Dabei sei es immer wieder zu Beobachtungen durch Nationalisten und Einschüchterungen gekommen, schreibt der Pride. LGBTI-Gegner hätten zudem Stimmung in sozialen Netzwerken gemacht, die Organisation "Tradition und Ordnung" habe dort Spenden für ihre Opposition zum CSD gesammelt.

Twitter / Odessa_Life | Das Portal Odessa Live zeigt Bilder, wie die Polizei die CSD-Teilnehmenden später besser schützte

Bevor es zu dem Corana-bedingten kleinen CSD in diesem Jahr kam, hatte die Polizei die jährliche Demonstration des Odessa Pride in den letzten Jahren umfassend geschützt, zuletzt hunderte Teilnehmende konnten friedlich und von Gegendemonstranten halbwegs unbehelligt durch die Innenstadt ziehen (queer.de berichtete). 2016 fand der erste CSD statt, nachdem er im Jahr zuvor noch nach Drohungen verboten worden war (queer.de berichtete). Rechtsextreme überfielen an dem Tag einen Empfang zum CSD und warfen Feuerwerkskörper in den Raum (queer.de berichtete). 2015 hatte zudem ein Rechtsextremist eine Granate in den Eingangsbereich eines queeren Clubs in Odessa geworfen und dabei einen Mitarbeiter verletzt – er erhielt dafür später eine Bewährungsstrafe (queer.de berichtete). (nb)



#1 KaiJAnonym
  • 30.08.2020, 19:20h
  • Die Mehrheit der Bevölkerung in der Ukraine ist klar westlich, demokratisch und in Richtung EU orientiert. Putin besetzt die Krim, führt im Osten Krieg und arbeitet weiter an der Destabilisierung des Landes, was auch den Boden für Nationalisten und Faschisten bereitet. Putin müssen international Grenzen aufgezeigt werden und insbesondere die EU muss die Ukraine allgemein finanziell und besonders in der Ausbildung der Sicherheitskräfte unterstützen.
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#2 Julian SAnonym
  • 31.08.2020, 12:44h
  • Gut, dass die Täter festgenommen wurden.

    Ich hoffe auf eine harte Bestrafung, damit sie sehen, dass SIE diejenigen sind, die außerhalb der Gesellschaft stehen und dass das nicht toleriert wird.
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