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Berlin

Ein Viertel der Grünen ist queer

Bei einer internen Diversity-Umfrage unter Funktionsträger*innen der Berliner Grünen zeigt sich, dass sich viele LGBTI in der Ökopartei engagieren.



25 Prozent der Mitglieder der Berliner Grünen, die ein Parteiamt oder Mandat innehaben, sind eigenen Angaben zufolge nicht heterosexuell. Zugleich bezeichnen sich zwei Prozent als trans* oder nichtbinär. Das sind einige der Ergebnisse der internen Umfrage "Plural nach vorne", die am Dienstag vorgestellt wurde (PDF). Insgesamt beantworteten 252 Amts- oder Mandatsträger*innen des Landesverbandes die Befragung. Die Teilnehmendenquote lag damit bei 78 Prozent.

Unter den Grünen, die sich als nicht heterosexuell identifizieren, bezeichnen sich 37 Prozent als bisexuell, 36 Prozent als schwul, elf Prozent als lesbisch und acht Prozent als pansexuell. Weitere acht Prozent nutzten eine andere Selbstbeschreibung wie queer, heteroflexibel oder asexuell. Männer sind in dieser queeren Gesamtgruppe mit 53 gegenüber 40 Prozent Frauen leicht überrepräsentiert. Ein weiteres Ergebnis: Weit mehr Frauen als Männer identifizieren sich als bi- oder pansexuell.


Die queeren Grünen sind weit jünger als die Gesamtgrünen: Sie sind überdurchschnittlich oft in der Altersgruppe bis 45 Jahre vertreten.


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"Partei der Frauen"

Bei der Umfrage kam auch heraus, dass die Grünen "ganz klar die Partei der Frauen" seien. Sie machen 52 Prozent der Umfrage-Teilnehmenden aus. "Darauf können wir – über 30 Jahre nach Einführung des Frauenstatuts inklusive der Frauenquote – zu Recht stolz sein", heißt es in dem Papier.

Fast jede*r zehnte Teilnehmende bezeichnet sich zudem als "schwarz" oder neudeutsch BPoC (Black und/oder Person of Color). Wie bei queeren Teilnehmenden ist auch diese Gruppe weit jünger als der Durchschnitt. Mehr als ein Drittel gibt an, einen Migrationshintergrund zu haben – das bedeutet, dass mindestens ein Elternteil ausländische Wurzeln hat.

Partei der Akademiker*innen

Ein weiteres Ergebnis ist, dass Funktionsträger*innen der Hauptstadt-Grünen überdurchschnittlich gebildet sind – das Klischee der Akademikerpartei ist also zutreffend: Mehr als 90 Prozent haben Hochschulreife und mehr als 80 Prozent einen Universitätsabschluss. Hinzu kommt, dass neun Prozent promoviert oder gar habilitiert sind.

Das Thema Glaube ist bei den Grünen eher unterrepräsentiert: Rund zwei Drittel geben an, dass sie nicht oder nicht mehr gläubig seien. Die größte religiöse Gruppe bilden Anhänger*innen des Christentums (27 Prozent). Zudem gibt es einige wenige Befragte, die als ihre Religion Hinduismus, Buddhismus, Islam und Alevitentum angeben. (dk)



#1 SLMFAnonym
  • 02.09.2020, 12:47h
  • Die Überschrift ist ziemlich irreführend.

    Aus den vorliegenden Zahlen lässt sich nicht ableiten, dass ein Viertel der Grünen queer ist. Die Zahlen gelten für Berliner Mandats- und Funktionsträger:innen.

    Hier wird nicht berücksichtigt, dass Berlin etwa ein Szene Hotspot ist. Es mag angenommen werden, dass die Grünen im Stammland von Boris Plamer und Kretschmann weniger queer sind - zumindest treten die beiden Genannten hier promient als queer-feindlich auf.

    Wohin gegen die Stadt, in der Klaus Wowereit ("Ich bin schwul. Und das ist auch gut so!") ein offenes Klima noch weiter ge- und verstärkt hat, für viele queere Menschen attraktiv ist, so dass sie dort hinziehen und sich dort auch gerne politisch betätigen.

    Liebe Redaktion, schaut doch bitte, ob ihr keine bessere bzw. inhaltlich korrekte Überschrift findet.
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#2 Girlygirl
  • 02.09.2020, 13:46h
  • Die 25% Prozent überraschen mich nicht sonderlich, immerhin wurde in Berlin befragt. Auf den ersten Blick erscheint es natürlich trotzdem sehr viel zu sein. Aber wenn man sich die Zahlen genauer anguckt, fällt einem auf, dass viele eine Identität haben, die weniger "sichtbar" ist. Am Auffälligsten im Alltag sind natürlich Schwule, Lesben und vielleicht Transmenschen. Andere queere Identitäten können da schnell übersehen werden (z.B. Asexuelle oder queere Menschen in hetero Beziehungen) . Daher eigentlich eine sehr gute Idee so eine Befragung!
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#3 Ralph
  • 02.09.2020, 14:34h
  • Vor etwa zehn Jahren suchten die paar LSBTI-Hanseln bei den Grünen in RLP verzweifelt weitere LSBTI, die bereit wären, in die Partei einzutreten, weil dort schwerster Mangel an LSBTI herrschte. Es kann also keine Rede davon sein, dass die Grünen zu einem Viertel queer seien.
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