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Berlin

Ermordeter schwuler Pastor: Tatverdächtige festgenommen

Zwei 20 und 24 Jahre alte Männer stehen unter dem Verdacht, den 77-jährigen Reinhold Zuber getötet zu haben. Sie wurden in Rumänien festgenommen. Die Polizei bittet weiterhin um Hinweise.


Reinhold Zuber wurde am 30. Juni oder 1. Juli in seiner Wohnung in der Thomasiusstraße in Berlin-Moabit ermordet (Bild: Polizei Berlin)

Im Fall des vor acht Wochen in seiner Berliner Wohnung tot aufgefundenen 77-jährigen ehemaligen evangelischen Pastors Reinhold Zuber konnten inzwischen zwei Tatverdächtige festgenommen werden. Das meldete die Polizei der Hauptstadt am Mittwoch.

Ermittlungen der 6. Mordkommission und der Staatsanwaltschaft Berlin führten zu zwei 20 und 24 Jahre alten Männern, die dem weiteren Umfeld des schwulen Opfers zugeordnet werden konnten. Die daraufhin erlassenen Haftbefehle wurden bereits am 21. August in Rumänien vollstreckt. Beide Männer befinden sich seitdem in Untersuchungshaft. Nähere Angaben zu den Tatverdächtigen wurden im Polizeibericht nicht gemacht.

Die Ermittlungen, auch zu möglichen weiteren mutmaßlichen Täter*innen, dauern an. Trotz der Festnahmen werden auch weiterhin Zeug*innen gesucht. Hinweise nimmt die 6. Mordkommission beim Landeskriminalamt in der Keithstraße 30 unter der Telefonnummer (030) 4664-911 666 oder auch jede andere Polizeidienststelle entgegen.

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Ein mysteriöser Mordfall

Zober war am 4. Juli tot in seiner Wohnung in der Thomasiusstraße 5 entdeckt worden (queer.de berichtete). Nachbar*innen hatten Feuerwehr und Polizei alarmiert, weil sie ihn vermissten. Eine Obduktion bestätigte die Annahme, dass der Mann umgebracht wurde. Die Ermittler*innen vermuten, dass der 77-Jährige bereits am 30. Juni oder 1. Juli getötet wurde. Bis Ende Juli gingen bei der Polizei 47 Hinweise ein (queer.de berichtete).

Vieles an dem Mordfall bleibt bis heute mysteriös. Nachbar*innen berichteten gegenüber dem "Berliner Kurier", dass Zuber offen mit seiner Homosexualität umgegangen sei und regelmäßig junge Männer zu Besuch gehabt habe, unklar aus welchen Gründen. Auf seinem Briefkasten war neben seinem Namen auch ein "AIDS Projekt Begegnungsstätte Tiergarten" angegeben, das jedoch weder bei Google noch bei der Berliner Aidshilfe bekannt ist. Medien berichteten zudem, dass Zuber zu Beginn der Achtzigerjahre wegen Drogenbesitzes und Drogenhandels zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden sei und deshalb seine Anstellung bei der Berliner Stadtmission verloren habe. (cw)



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#1 DramaQueen24Profil
  • 03.09.2020, 04:21hBerlin
  • Nehmen wir einmal, rein hypothetisch, an, dass die beiden Männer die Täter waren. Das sie in Rumänien, einem homophobem Land, aufgegriffen wurden, deutet darauf hin, dass beide, oder zumindest einer von ihnen, vorgaben (oder es tatsächlich waren), Stricher zu sein.
    Es gibt, soviel ich weiß, zwei Arten von Strichern. Die eine Gruppe besteht aus heterosexuellen Männern, die es für Geld tun, und oft auf Homosexuelle mit Abscheu blicken; die andere Gruppe aus schwulen oder bisexuellen Männern, für die das Geld zwar wichtig, aber nicht das Entscheidende für ihren Job ist.
    In der Vergangenheit gab es in der BRD mehrere ähnlich gelagerte Fälle, wo homosexuelle, meist ältere Opfer, von Jugendlichen oder jungen Erwachsenen beraubt, verletzt, oder/und getötet wurden.
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#2 zundermxeAnonym
  • 03.09.2020, 07:27h
  • Antwort auf #1 von DramaQueen24
  • Wenig Fakten, daher im Artikel auch die Rede von mysteriös, somit ordnest du selbst deinen Kommentar nachvollziehbar als rein hypothetisch ein.

    Weiss aktuell nicht, wie es in Berlin ist. Doch im fast ausschließlichen Rest des Landes ist so gut wie alles, was mit erotischen Dienstleistungen, gerade unter Männern, zu tun hat, weiterhin (oder auch eher sogar wieder mehr) stark tabuisiert. Insbesondere, wenn es zwischen Kunden und Dienstleistern einen hohen Altersunterschied gibt oder die Dienstleister aus ärmeren Regionen stammen und teils extra dafür nach Deutschland kommen.
    Somit findet vieles versteckt und verborgen statt, wird schlicht ignoriert und befindet sich in der äußersten Schmuddelecke des gesellschaftlichen Randes.
    Das wiederum begünstigt und fördert Ausbeutung und Gewalt auf allen Seiten.
    Unsere gestiegene bürgerliche Moral, die ihre Wurzeln vor allem in diversen Religionen hat, zeigt ihre ausschließende und lebensfeindliche Fratze.
    Die kalte Seite der Gut-Menschen.
    Ignorierend, dass fast alle von uns selbst täglich ihren Arsch, bildlich gesprochen, in Beruf und Gesellschaft hinhalten... natürlich ausschließlich zum Wohl anderer oder der Gesellschaft selbst. Versteht sich doch von selbst.
    :-)
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#3 Robert NiedermeierAnonym
#4 TheDadProfil
  • 04.09.2020, 10:24hHannover
  • Antwort auf #1 von DramaQueen24
  • Das ist ja grauenvoll..
    Aus einem Fakt heraus, nämlich Rumänien, verdichten sich hier liebgewonnene Vorurteile zu einem Bild über "Stricher", und sich die offensichtlich daraus ergebende Motivlage..

    Pure Spekulationen die dabei einfach außer Acht lassen :
    Auch in Rumänien gibt es heterosexuelle sowie schwule und bisexuelle Männer..

    Btw..
    "In Rumänien" aufgegriffen bedeutet nicht automatisch das die beiden schon am Endpunkt ihrer Flucht angekommen waren..
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