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Novum bei "Star Trek"

Vielfältiger Weltraum: "Discovery" erhält eine trans und eine nichtbinäre Figur

Die Serie "Star Trek: Discovery" dringt wieder einmal in Galaxien vor, die Fans des Weltraum-Abenteuers nie zuvor gesehen haben.


Blu del Barrio (li.) und Ian Alexander werden künftig auf der Discovery unterwegs sein (Bild: Twitter / Star Trek on CBS All Access)

Im "Star Trek"-Universium wird es künftig auch nichtbinäre und trans Figuren geben. Wie das Streamingportal CBS All Access am Mittwoch angekündigte, soll in der dritten Staffel der Serie "Star Trek: Discovery" Adira, eine intelligente nichtbinäre Figur, zur Crew des Raumschiffs Discovery hinzustoßen; außerdem soll die trans Figur Gray ihren Traum erfüllen, ein Wirt für die außerirdische Spezies Trill zu werden.

Beide Figuren werden von Schauspieler*innen mit der selben geschlechtlichen Identität dargestellt. Adira wird von der/dem nichtbinären Newcomer*in Blu del Barrio gespielt, der/die sich während der Ausbildung an der London Academy of Music and Dramatic Art, einer der weltweit führenden Schauspielschulen, um die Rolle bei "Discovery" beworben hatte. Gray wird von trans Schauspieler Ian Alexander dargestellt, der als Buck Vu in der Science-Fiction-Serie "The OA" (Netflix) bekannt wurde. Alexander identifiziert sich auch als pansexuell.

"Als ich als Adira gecastet wurde, habe ich der Mehrheit meiner Freund*innen und der Familie noch nicht erzählt, dass ich nichtbinär bin", erklärte del Barrio gegenüber der LGBTI-Organisation GLAAD. "Ich habe erst kürzlich dieses Wort 'nichtbinär' entdeckt und festgestellt, dass es beschreibt, wie ich mich seit langer Zeit fühle." Mit der Rolle habe es endlich einen Anlass gegegeben, darüber zu sprechen.

Twitter / ianaIexander | Ian Alexander drückte auf Twitter Freude über seine neue Rolle aus

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"Discovery" schrieb bereits mit schwulen Figuren Geschichte

"Star Trek: Discovery" setzte bereits Maßstäbe bei der Darstellung von sexuellen Minderheiten: Mit Hugh Culber (Wilson Cruz) und Paul Stamets (Anthony Rapp) wurde erstmals in der Geschichte der Science-Fiction-Fernsehkults ein schwules Paar vorgestellt (queer.de berichtete). In der dieses Jahr angelaufenen Serie "Star Trek: Picard" taucht erstmals ein offen lesbisches Paar auf (queer.de berichtete).


Szenenbild aus der zweiten Staffel von "Star Trek: Discovery" mit Stamets (Anthony Rapp) und Tilly (Mary Wiseman). (Bild: CBS All Access)

"Star Trek", das mit der Serie "Raumschiff Enterprise" 1966 an den Start ging, galt stets als relativ fortschrittlich in seiner Darstellung von Menschen, die nicht der Norm entsprechen. Die Serienmacher*innen versuchte in den vergangenen Jahrzehnten bereits mehrfach, geschlechtliche Vielfalt darzustellen – waren aber oft an konservative Konventionen der TV-Manager gebunden. So sollte etwa die Enterprise-Crew in der "Next Generation"-Folge "Verbotene Liebe" aus dem Jahr 1992 einer androgynen Spezies begegnen, die Sex mit geschlechtlichen Wesen als abartig empfanden. Dennoch verliebte sich eine*r dieser Außerirdischen in Commander Riker, der die Gefühle erwiderte. Der Haken an dieser Folge: Alle Alien-Rollen wurden von Frauen gespielt, so dass die Liebesbeziehung den regulären heterosexuellen Lauf nahm. Riker-Darsteller Jonathan Frakes nannte "Verbotene Liebe" später eine "verlorene Chance" und bezeichnete das Produktionsteam als feige.

Derzeit erlebt das "Star Trek"-Franchise eine neue Hochphase: Neben "Star Trek: Discovery", dessen dritte Staffel im Oktober im deutschen Netflix anlaufen soll, ist auch eine zweite Staffel von "Star Trek: Picard" geplant (läuft auf Prime Video). Außerdem ist Anfang August in den USA die Zeichentrickserie "Star Trek: Lower Decks" angelaufen, die eher humoristisch wie die Konkurrenzserie "The Orville" angelegt ist. Diese Reihe ist bislang in Deutschland nicht zu sehen.

Des weiteren wurde im Mai die Entwicklung des "Discovery"-Ablegers "Strange New Worlds" mit Anson Mount (Captain Pike), Ethan Peck (Spock) und Rebecca Romijn (Nummer eins) angekündigt. Als fünfte parallel laufende Serie soll außerdem nächsten Jahr eine kindgerechte Zeichentrickserie namens "Star Trek: Prodigy" bei Nickelodeon zu sehen sein. (dk)



#1 DekuAnonym
  • 03.09.2020, 17:41h
  • Mal sehen, wann die Vertreter der "christlich/traditionellen Werte" auf die Barrikaden gehen. (Falls das nicht schon passiert ist. Immerhin sind sie ja recht schnell was das betrifft.) Ich finde es fantastisch, dass eine Trans & ein Nichtbinäre Figur auch von Trans & Nichtbinären Schauspieler*innen dargestellt werden.
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#2 Alexander_FAnonym
  • 05.09.2020, 02:32h
  • Es freut mich sehr, zu hören, dass Star Trek seiner weltbürgerlichen, fortschrittlichen Tradition treu bleibt. Schon deswegen war ich doch immer eher Treckie.
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