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Medien

FAZ erfindet "Transgenderpropaganda" in Kitas

In einem Beitrag für die "Frankfurter Allgemeine" sagen zwei Professor*innen einer LGBTI-inklusiven Pädagogik den Kampf an: "Heterosexualität und die klassische Familie werden inzwischen in eine Randposition gedrängt."


FAZ-Werbung im Frankfurter Hauptbahnhof (Bild: Paul Sableman / flickr)

Ein neuer Fall für den Presserat: In einem am Freitag veröffentlichten Gastbeitrag warnt die "Frankfurter Allgemeine" vor einer angeblichen "Transgenderpropaganda in Kindertagesstätten und Kindergärten". Den politisch Veranwortlichen fehle der Mut zum Widerspruch, empören sich Bernd Ahrbeck und Marion Felder, zwei Professor*innen für Erziehungswissenschaft, unter der Überschrift "Die klassische Familie wird zum Ausnahmefall". Nach Protesten von Leser*innen wurde die hetzerische Überschrift im kostenpflichtigen Onlineartikel nachträglich entschärft.


Hetze pur: Überschrift in der gedruckten FAZ

Ahrbeck und Felder werfen einer LGBTI-inklusiven Pädagogik vor, Kinder und Jugendliche "in eine bestimmte weltanschauliche Position" zu drängen – "geleitet von partiellen Interessen, die sich im Namen der Antidiskriminierung und in der Gewissheit einer moralischen Überlegenheit in Szene setzen". Heterosexualität und die "klassische Familie" würden "fast schon als etwas Exotisches" gelten, "das sich besonders legitimieren muss".

Als einzige "Belege" für ihr Bedrohungsszenario nennen die Autor*innen die unverbindliche Handreichung "Sexuelle und geschlechtliche Vielfalt als Themen frühkindlicher Inklusionspädagogik" des Berliner Senats sowie die sogenannten Kita-Koffer, die in mehreren Bundesländern nur auf Anfrage zum Einsatz kommen.

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LGBTI-"Dominanz" behindere Kinder in ihrer Entwicklung

Die Politik müsse diese wenigen Maßnahmen zur Sichtbarmachung von LGBTI beenden, fordern die Autor*innen in ihrem Gastbeitrag – und geben vor, gar nichts gegen queere Menschen zu haben: "Nicht dass die Interessen von LGBTQ-Gruppen beachtet werden, ist das Problem, sondern die Dominanz, die sie in Lehrplänen und Unterrichtsmaterialien erringen konnten."

Ein Grund für den fehlenden Widerstand gegen die erfundene "Transgenderpropaganda" liege in der "in weiten Teilen der Gesellschaft verbreiteten Sorge, als unaufgeklärt, rückständig und minderheitenfeindlich dazustehen. Mehr noch: so gebrandmarkt zu werden", schreiben Ahrbeck und Felder. "Kaum ein Politiker, Arzt oder Wissenschaftler möchte sich dort dem Vorwurf der 'Transphobie' aussetzen, selbst dann, wenn er offensichtlich unbegründet ist. Dafür wird in Kauf genommen, dass Kinder und Jugendliche nicht mehr den Schutz und die Fürsorge erhalten, auf die sie in ihrer Entwicklung dringend angewiesen sind."

Immer wieder FAZ-Attacken gegen LGBTI

Die FAZ hat in den vergangenen Jahren bereits mehrfach gegen LGBTI-Aufklärung in der Schule und die Rechte queerer Menschen Stimmung gemacht. So behauptete die Redakteurin Heike Schmoll 2014 in einem Leitartikel auf der Titelseite der Zeitung, dass Kinder "seit Jahren die Versuchsobjekte der Gender-Theorie" seien (queer.de berichtete).

Im Juni 2017 warnte der unter dem Pseudonym Johannes Gabriel verfasste FAZ-Artikel "Wir verraten alles, was wir sind", dass von Homosexuellen adoptierte Kinder aufgrund einer wegfallenden "Inzest-Hemmung" ungleich stärker der Gefahr eines sexuellen Missbrauchs ausgesetzt seien. Dieser Beitrag wurde drei Monate später vom Presserat als "diskriminierende Berichterstattung" gerügt (queer.de berichtete).



#1 KaiJAnonym
#2 RyluriAnonym
  • 05.09.2020, 13:18h
  • "LGBTI-Dominanz", ich finde abseits vom Internet bekommt man absolut gar nichts von diesen Themen mit.
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#3 LorenProfil
  • 05.09.2020, 13:30hGreifswald
  • Ein Professor für Psychoanalytische Pädagogik und eine, die u.a. im Bereich Didaktik und Curricula Entwicklung/ Kinder und Jugendliche mit "Verhaltensstörungen" lehrt, raunen quellenarm, aber tendenziös in der in diesen Fragen als reaktionär bekannten FAZ. Sozusagen Stimmungsmache im Talar, die ich als professionell und menschlich erbärmlich empfinde.
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#4 Peck_SProfil
#5 audeasAnonym
  • 05.09.2020, 13:39h
  • Da zeigt sich mal wieder, wie lebensfremd und realitätsfern LGBTQ-Gegner:innen sind. In dem Umfeld der meisten Menschen gilt immer noch alles abseits der cishetero Familie als nicht normal und wird unsichtbar gemacht. Von Propaganda zu sprechen ist nur verhöhnend und strotzt vor Menschenfeindlichkeit.
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#6 Ralph
  • 05.09.2020, 14:26h
  • Dass die FAZ inzwischen eine Politpostille für AfD-Fans ist, dürfte sich rumgesprochen haben. Ansonsten: Die beiden Pamphletisten arbeiten als psychoanalytischer Psychologe und als Sozialwissenschaftlerin auf dem Gebiet der Inklusion behinderter Kinder. Mir scheint, daraus leiten sie eine Deutungshoheit ab, wer inkludiert werden darf und wer nicht. Also auf keinen Fall Schwule, Lesben, Trans- und Intermenschen. Dass z.B. jeder schwule Erwachsene mal ein schwules Kind war, interessiert die beiden nicht. Dass es gut ist, Kinder frühzeitig aufzuklären, dass unter ihnen z.B. auch Menschen sind, die nicht im Schema männlich-weiblich geboren sind und leben, interessiert sie ebenfalls nicht. Und natürlich darf die Verkündung des totalen gesellschaftlichen Umsturzes nicht fehlen: 5-10% der Bevölkerung haben die Macht übernommen und zwingen die überwältigende Mehrheit von 90-95% unters ideologische LSBTI-Joch - ich hör da deutlich die Souffleuse aus Warschau. Das ist genau die gleiche Verschwörungstheorie, wie wir sie aus dem Antisemitismus kennen, nur von den Juden auf LSBTI übertragen. Ich warte nur noch drauf, dass "Protokolle der Weisen vom Regenbogen" veröffentlicht werden.
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#7 Alexander_FAnonym
  • 05.09.2020, 14:27h
  • Antwort auf #1 von KaiJ
  • Überschritten nun nicht, schließlich hat jeder auch das Recht, sich mit hanebüchenen Meinungen lächerlich zu machen.
    Die Frage ist nur, weshalb die FAZ solchen nicht be- und auch längst widerlegten Unsinn allen Ernstes abdruckt.
    Die Autoren gehören genau zu jener Sorte "Pädagoge", wie ich sie auch zu meiner Schulzeit erlebt habe und die in Mobbing und Ausgrenzung von unsereinem zwar überhaupt nichts sehen, was irgendwie entwicklungsstörend sein könnte, sich dafür aber angegriffen fühlen, wenn jemand dieses Mobbing und diese Ausgrenzung einmal anspricht und in Frage stellt.
    Das typische Verständnis von Freiheit eben, das für Religiöse und Rechte typisch ist: die ungezügelte, willkürliche Ausnutzung von Privilegien gegenüber Benachteiligten.
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#8 Rechte MitteAnonym
  • 05.09.2020, 14:33h
  • Die Mitte der deutschen Gesellschaft ist traditionell rechter, als der Name "Mitte" es suggeriert. Die FAZ war schon immer rechts von dieser Mitte, und da die deutsche MItte momentan immer weiter nach rechts rutscht, ist klar, wo die FAZ heute steht.

    Zu Ahrbeck und Felder: Der eine ist in einer privaten "University" tätig, die als gGmbH firmiert, die andere an der südwestdeutschen Hochschule Koblenz. Beide sind auch mit der ehemals stalinistischen Humboldt-Universität verbunden. Da hetzt zusammen, was zusammengehört.
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#9 KaiJAnonym
#10 KumpelAnonym