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Polizeibericht

Berlin: Männer attackiert, die trans Person zur Hilfe eilten

Die beiden Männer forderten einen Mann auf, Beleidigungen zu unterlassen. Dann wurden sie von einer Gruppe Minderjähriger mit Schlägen und Tritten angegriffen.


Symbolbild: Die Polizei ermittelt wegen schwerer Körperverletzung (Bild: Polizei Berlin / Youtube)

Zwei 31 und 35 Jahre alte Männer, die am frühen Samstagabend in Berlin-Kreuzberg Beleidigungen gegenüber einer trans Person unterbinden wollten, sind daraufhin von einer Gruppe attackiert worden. Das meldete die Polizei der Hauptstadt am Sonntag.

Nach Aussage der beiden Männer waren sie gegen 18.30 Uhr in einem Zug der U-Bahn-Linie 8 unterwegs, als sie Zeugen wurden, wie ein derzeit noch unbekannter Mann eine trans Person mehrfach beleidigte. Die beiden Männer waren daraufhin aufgestanden und hatten den Mann aufgefordert, seine Beleidigungen zu unterlassen. Unmittelbar nach der Aufforderung seien sie aus einer Gruppe von fünf bis sechs Jugendlichen attackiert worden. Aus der Gruppe heraus war mit Fäusten auf die Beiden eingeschlagen worden. Als der 35-Jährige daraufhin zu Boden gegangen war, sollen die Angreifer ihm mehrfach gegen den Kopf getreten haben.

Nachdem die Angegriffenen die Notbremse des Zuges betätigt hatten, stieg die Gruppe am U-Bahnhof Moritzplatz aus der Bahn und flüchtete. Die beiden Männer konnten einen der Angreifer aufgrund seiner auffälligen Bekleidung gut beschreiben, so die Polizei. Daher hätten Polizeikräfte wenig später in der Oranienstraße zwei 14 und 16 Jahre alte Tatverdächtige festnehmen können. Der 14-Jährige sei von den angegriffenen Männern eindeutig wiedererkannt worden. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurde er seiner Mutter übergeben.

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Polizei ermittelt weiter

Der 35-Jährige musste in einem Krankenhaus behandelt werden. Die Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung dauern an. Dazu werden auch Videoaufnahmen aus der U-Bahn gesichert. Weitere Details zu den Beteiligten machte die Polizei wie bei Erstmeldungen üblich zunächst nicht. Die mit Beleidigungen angegriffene trans Person hatte sich nach Angaben der Polizei vor dem Eintreffen der Beamten entfernt.

Die Berliner Polizei macht mögliche Hassverbrechen aufgrund der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität gezielt in Polizeimeldungen publik und meldet diese daher vergleichsweise häufig der Öffentlichkeit. Die Polizei und die Staatsanwaltschaft in Berlin haben eigene Ansprechpartner für LGBTI. (pm/cw)



#1 KaiJAnonym
  • 06.09.2020, 17:14h
  • Ich hoffe doch, die Verbrechen sind in der U-Bahn auch mit Kameras festgehalten, wie sie in meiner Stadt auch in Bussen üblich sind.
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#2 KumpelAnonym
  • 06.09.2020, 17:55h
  • Die Trans Person hatte sich vor Eintreffen der Polizei entfernt.
    Was soll das nun wieder bedeuten? Will mir ehrlich gesagt nicht in den Kopf. Geht der das am Allerwertesten vorbei oder was? Dabei wäre gerade sie die beste Zeugin des gesamten Vorfalls. Ich kanns beim besten Willen nicht verstehen.
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#3 stromboliProfil
  • 06.09.2020, 18:18hberlin
  • es erinnert mich an die 60ziger- frühen 70ziger, als jugendbanden mal eben "schwulen klatschen " wollten.
    Ob in park oder auch "einschlägigen" kneipen, es war denen eine "mutprobe" mit nicht überdachten folgen.
    Ich habe selbst zwei solcher überfälle innerhal 1 1/2 jahren erleben müssen, mit stich in die unterseite meines kiefers und im 2ten fall mit verlusst meiner oberen vorderzähne.
    Letzteres im lokal, während der rest des schwulen publikums zuschaute.

    Hier dann einem in jenen tage aushängendem plakat der RotzSchul folgend, was so auch mein persönliches leben grundlegend änderte...

    Eines der ersten aktionen war über wochen nächtliches parkgehen mit 2-3 konfrontationen , die beide male zu unseren gunsten verliefen.
    Zu sehen das die auch laufen können wenn ihnen schläge droht hat zumindest mein selbstvertrauen über die jahrzehnte gestützt.

    Heute müssten sich die jungen ebenso strategien überlegen, die ihnen mal das gefühl von solidarität und stärke verleiht.
    Und solange die discos zu, warum nicht mal an wochenenden BVG-cruising.. man lernt da leute kennen.
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#4 KaiJAnonym
#5 KumpelAnonym
  • 06.09.2020, 19:05h
  • Antwort auf #3 von stromboli
  • Ist mir in den 70er Jahren im Böcklerpark so ergangen. Dabei wollte ich nicht einmal Crusen, sondern Bloß am Abend frische Luft schnappen, weil ich stundenlang meine neue Wohnung in der Wilmsstraße gewerkelt und gestrichen hatte. Es waren mehrere Kids, darunter zwei Mädels die ständig grölten: haut den Schwulen eins in die Fresse. Der Anführer fragte mich, nachdem er sich eine Zigarette geschnorrt hatte, ob ich schwul sei. Ich umging die Frage und antwortete ihm ehrlich, dass ich nur frische Luft schnappen wolle. Er sah die Farbe an meinen Händen und konnte den Ölfarbengeruch riechen. Er sagte mir offen: du mußt wissen, wir hassen die Schwulen und dann ließ er mich stehen und sie zogen weiter. Als ich den Park schnellstmöglich verließ, sah ich plötzlich wie ein junger Typ durch die Büsche um sein Leben rannte. Was schon solange zurückliegt folgt auf den Fuße wieder. Schwulenklatschen ist leider in Berlin und anderswo wieder inn. Besonders bei Jugendlichen, die in Gruppen auftreten.
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#6 aux_Anonym
  • 06.09.2020, 23:10h
  • Antwort auf #2 von Kumpel
  • Trifft Gewaltopfer eine Pflicht, ihre komplette Persona der Polizei nutzbar zu machen, sobald die Angreifer entschieden haben, heute wäre es an der Zeit?

    Der Polizei, die gerade akute Probleme mit der Vetraulichkeit einmal erhobener Daten offenbart?

    Der Zielperson auf ihren Knochen diese Wahl eröffnet zu haben - dafür gebührt den beiden Verteidigern großer Dank.
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#7 KaiJAnonym
#8 DramaQueen24Profil
  • 07.09.2020, 03:51hBerlin
  • Ich fahr während der Woche mit der U 8 zur Arbeit (bis Endhaltestelle). Von jetzt an werde ich noch vorsichtiger sein, und mich legal bewaffnen, denn, sollte jemand es wagen, mich anzugreifen, wird er einen Preis dafür zu zahlen haben!
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#9 DramaQueen24Profil
#10 KumpelAnonym
  • 07.09.2020, 10:53h
  • Antwort auf #9 von DramaQueen24
  • Verstehe ich ja auch. Doch gibt es immernoch die Möglichkeit sich ein oder zwei Tage später bei der Polizei zu melden um eine Aussage zum Vorfall zu machen. Denn das würde in dieser Angelegenheit besonders den Betroffenen Zeugen helfen. Nach mein Dafürhalten haben die beiden Männer bestimmt nicht noch mal den Mut einzuschreiten, wenn so etwas passiert und sie anschließend im Stich gelassen werden. Denn das hat die Trans-Person damit getan.
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