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"Schwule Saunen sind keine Bordelle"

SPDqueer kritisiert Schwulensaunen-Verbot von Schwarz-Gelb

Die queeren Sozialdemokrat*innen in NRW beklagen, dass die Landesregierung schwule Saunen wegen der Corona-Krise geschlossen hält. Mit "heterosexuellen Sexkinos" habe sie dagegen kein Problem.


Schwule Saunen sind derzeit in NRW verwaist (Bild: Thomas Wanhoff / flickr)

Die Arbeitsgemeinschaft SPDqueer in Nordrhein-Westfalen hat am Sonntag die CDU/FDP-Landesregierung von Ministerpräsident Armin Laschet wegen ihrer Haltung zu schwulen Saunen in der Covid-19-Krise scharf kritisiert. Hintergrund ist, dass nach der aktuellen Corona-Schutzverordnung vom 31. August "sexuelle Dienstleistungen in und außerhalb von Prostitutionsstätten, Bordellen und ähnlichen Einrichtungen" untersagt sind – und die Landesverwaltung schwule Saunen in diese Gruppe einordnet. Der Betrieb von Schwimmbädern, Saunen und vergleichbaren Wellness-Einrichtungen sei "unter Einhaltung bestimmter Hygiene- und Infektionsschutzstandards jedoch ausdrücklich erlaubt", beklagt die NRWSPDqueer.

Dabei hätten schwule Saunen "teils aufwendige Umbauarbeiten vorgenommen", um nur noch ein reines Gastronomie- und Wellnessangebot anzubieten. So seinen Cruising-Bereiche nicht nur geschlossen, sondern auch baulich unzugänglich gemacht worden. Darüber hinaus sei das Angebot so gestaltet worden, dass sexuellen Handlungen kein Vorschub geleistet werde.

Dennoch lasse die schwarz-gelbe Landesregierung durch ihre Verwaltung mitteilen, dass "Männersaunen" nach der aktuellen Verordnung geschlossen werden müssten, die Bordellen zu sehr ähnelten. In einem Schreiben der Bezirksregierung Düsseldorf vom 20. August heißt es, ansonsten seien diese Saunen als "Clubs und ähnliche Einrichtungen" im Sinne der Verordnung zu untersagen.

Zitat:...im Sinne CoronaSchVo untersagt. Hierunter fallen auch die von Ihnen genannten "Männersaunen". Bitte passt auf euch auf. Bleibt gesund! Wir geben alles dafür, bald wieder für euch da zu sein.

Gepostet von Metropol-Sauna Essen am Mittwoch, 2. September 2020
Facebook / Metropol-Sauna Essen | "Männersaunen" wie die Metropol-Sauna in Essen sind derzeit geschlossen

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"Corona-Schutz ja, aber Diskriminierung nein!"

"Für uns als SPDqueer steht fest: Corona-Schutz ja, aber Diskriminierung nein!", kommentierte Fabian Spies, der Landesvorsitzende der NRWSPDqueer. Er beklagte, dass die Landesregierung die Saunen trotz baulicher Maßnahmen und eines veränderten Angebots nicht wie Wellness-Einrichtungen behandle. "Mehr noch: die Landesregierung rückt schwule Saunen in die Nähe von Prostitution und Bordellbetrieben und ordnet diese ähnlichen Einrichtungen zu." Spies wirft der Landesregierung eine Doppelmoral vor, da sie den Betrieb "heterosexueller Sex-Kinos oder Sex-Shops mit Kabinen" ausdrücklich erlaube, sofern ein entsprechendes Hygienekonzept vorliege.

Spies' Stellvertreter Sascha Roncevic ergänzte, dass es sich bei dem Verbot um "offensichtliche Diskriminierung" handle. "Auch wenn es ihren Vorstellungen widerspricht: schwule Saunen sind keine Bordelle. Sie sind mehr als reine Orte, an denen Männer sexuell mit Männern verkehren. Schwule Saunen sind Safe Spaces", so Roncevic. Als "Safe Spaces" werden in diesem Zusammenhang Orte bezeichnet, an denen sich queere Personen sicher vor Gewalt und Diskriminierung bewegen und frei entfalten können. "Zu ihnen gehören nicht nur Versammlungs- und Beratungsräume in queeren Vereinen, sondern auch Clubs, Bars, Kinos und eben Saunen. Die durch Corona bedingten Schließungen bringen diese Safe Spaces in Existenznot und ihr Verschwinden ist oft endgültig, da gerade solche Einrichtungen nicht selten der Gentrifizierung und der Verdrängung durch Investoren zum Opfer fallen." Mit "viel Kreativität und Engagement" hätten Betreiber hier Lösungen gefunden, die den Hygiene- und Infektionsschutzstandards genügten und das Überleben der Einrichtungen ermöglichen würden.

Roncevic verwies auch darauf, dass viel Präventionsarbeit der Aids-Hilfen in schwulen Saunen stattfinde. Außerdem warnte er davor, dass die Corona-Krise nicht nur Saunen bedrohe, sondern ein "solidarisches Netzwerk, das über Jahrzehnte gewachsen ist und LSBTIQ* Schutz und Unterstützung gewährt".

Corona-Schutz ja, aber Diskriminierung nein! – Schwarz-gelbe Landesregierung rückt schwule Saunen in die Nähe von...

Gepostet von NRWSPDqueer am Sonntag, 6. September 2020
Facebook / NRWSPDqueer

Einige schwule Saunen in NRW hatten seit Beginn der Corona-Krise nicht eröffnet, wollten in diesen Wochen aber mit veränderten Konzepten starten – allerdings nahm etwa in Essen das Ordnungsamt das vorgelegte Hygiene-Konzept der Pluto-Sauna unter Verweis auf die Landesbestimmungen nicht ab. Andere Saunen wie die Phoenix und Babylon in Köln hatten zwischenzeitlich unter anderem mit geschlossener Dampfsauna und anderen Einschränkungen bereits wieder eröffnet, waren Anfang August aber vom Ordnungsamt wieder geschlossen worden. Die Phoenix-Sauna wehrt sich inzwischen juristisch gegen die Behandlung. Auf Facebook warnten die Betreiber vergangene Woche auch davor, dass "sexuelle Kontakte immer mehr in der Anonymität stattfinden und Infektionsketten dadurch nicht mehr nachvollziehbar sind". (dk)

Die Versiegelung ist bereits aufgehoben . Ein 1. Schritt in die richtige Richtung . Neben unserer Klage ist aber auch...

Gepostet von Phoenix Sauna Köln am Montag, 31. August 2020
Facebook / Phoenix Sauna Köln



#1 FinnAnonym
  • 07.09.2020, 13:24h
  • Ich finde es schon interessant, dass SPDqueer immer nur dort kritisiert, wo ihre Partei nicht Teil der Regierung ist.

    Natürlich ist diese Situation in NRW ungleich geregelt und damit diskriminierend. Aber es gibt auch noch weitaus schlimmeres als die vorübergehende Schließung schwuler Saunen.

    Z.B., dass beim Verbot von "Homoheilung" von Union und SPD nur ein Teil der Opfer geschützt wurde und damit auch noch auf die geschützten Opfer der Druck erhöht wird. Aber da hat SPDqueer nicht nur geschwiegen, sondern das sogar noch rechtfertigt. Obwohl es da wirklich um Menschenleben geht.

    Das zeigt auch nur, dass SPDqueer in erster Linie eine Partei-Organisation ist und dass es auch dort nur um die eigene Karriere in der Partei geht.
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#2 RonyAnonym
#3 PuhhhAnonym
  • 07.09.2020, 14:10h
  • Antwort auf #2 von Rony
  • Die Sachlichkeit gegenüber echtem oder vermeintlichem Versagen der SPD vermisse ich hier aus einigen Foristenfedern schon länger.
    Es nutzt niemandem, die SPD zum Feind zu erklären, jeden Artikel zum Angriff auf Selbige zu nutzen und damit den wirklichen Feinden unserer Community die Möglichkeit zu erleichtern, auch die nächsten Jahre den Kanzler zu stellen.
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#4 NervAnonym
  • 07.09.2020, 14:20h
  • Antwort auf #3 von Puhhh
  • War es nicht die SPD, die mit diesen Feinden die aktuelle Regierung eingegangen ist? Die damit
    die halbgaren oder unterlassenen Reformen zu queeren Fragen faktisch mitverantwortet? Dann darf man sich über Anfeindungen nicht wundern. Zumal mit der Kür von Scholz quasi schon die Entscheidung für die Fortsetzung gefallen ist.
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#5 qwertzuiopüAnonym
  • 07.09.2020, 14:33h
  • Antwort auf #4 von Nerv
  • Im demokratischen Diskurs von "Feinden" und gerechtfertigter "Anfeindung" zu sprechen, finde ich bisschen krass, zumal wenns um die CDU geht, und ich bin mit Sicherheit kein Freund der CDU.

    Und die SPD ist die Große Koalition schweren Herzens aus Verantwortung eingegangen, um eine Krise abzuwenden, nachdem Jamaika nicht zu stande gekommen ist. Die hatten nicht den Plan, zu regieren. Der SPD das jetzt wegen schwulen Saunen in NRW vorzuwerfen ist mindestens ein bisschen weltfremd.
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#6 PuhhhAnonym
  • 07.09.2020, 14:36h
  • Antwort auf #4 von Nerv
  • Das ist wohl so, weil die FDP letztlich 2017 den Schwanz eingezogen hat...sonst wären es die FDP und die Grünen gewesen, die Frau Merkel wieder in ihrem Kanzlersessel gehalten hätten....so wie die Grünen 2021 wohl Herrn Söder hineinbefördern werden.
    Herr Scholz ist nicht mein Mann, nun wirklich nicht, aber in der Lage der SPD der EINZIGE Kandidat der SPD, den unsere mehrheitlich konservativ wählende Bevölkerung als Alternative zum Söder überhaupt wahrnehmen würde..
    Was zweifellos nicht reichen wird.
    Für eine neue GroKo wird es wohl auch nicht reichen. Schwarz Grün ist die wahrscheinlichste Variante.
    Und:
    Ich gebe gerne zu, dass ich jede Regierung
    mit Beteiligung der Union schrecklich finde.
    Darum lehne ich den Vernichtungsfeldzug gegen das deutlich kleinere Übel (SPD) ab!
  • Antworten » | Direktlink »
#7 FinnAnonym
  • 07.09.2020, 15:11h
  • Antwort auf #2 von Rony
  • Lies Dir doch mal Deine Links durch:

    Da fordert SPDqueer nicht etwa ein generelles Verbot, sondern nur ein "höheres Schutzalter". Also nur Rumdoktern an einem Teilverbot und auch SPDqueer will nur einen Teil der Opfer schützen. (Und erwähnt auch nicht, dass im ursprünglichen SPD-Entwurf ein generelles Verbot drin stand, was man aber geopfert hat.)

    Und dann wird die Schuld wieder mal auf die Union abgewälzt, so als würde die SPD gezwungen, das zu unterstützen. Die Union könnte gar nichts, wenn die SPD denen nicht die Mehrheiten dafür sichern würde.

    Auch SPDqueer schwurbelt nur rum und versucht, das komplette Versagen der SPD noch irgendwie schönzureden und die Schuld ständig nur auf andere abzuwälzen.

    Dabei hat niemand die SPD zu dieser Koalition gezwungen. Es hat auch niemand die SPD zur Zustimmung zum Koalitionsvertrag gezwungen. Und es zwingt auch niemand die SPD an dieser homophoben Koalition festzuhalten.
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#8 FinnAnonym
  • 07.09.2020, 15:23h
  • Antwort auf #4 von Nerv
  • Da muss ich Dir zustimmen:
    nicht nur, dass die SPD ihr zentrales Wahl-Versprechen gebrochen hat und doch wieder eine Groko eingegangen ist.

    Sondern dann hat sie auch noch in den Verhandlungen alle LGBTI-Forderungen fallen gelassen. Und das obwohl die Union nach dem Scheitern der Verhandlungen mit FDP und Grünen nur noch diese eine Option hatte und man viel mehr hätte verlangen können.

    Und wie Du auch schon richtig gesagt hast:
    mit der Hinterzimmer-Entscheidung für Olaf Scholz als Kanzlerkandidaten (der Minister und Vizekanzler der Groko ist und als Generalsekretär unter Schröder Hartz IV, Riester-Rente, Leiharbeit, Scheinselbständigkeit, Öffnung des Wohnungsmarkts für Heuschrecken, etc. durchgeboxt hat) hat man klargestellt, dass es auch nach der nächsten Wahl wieder eine Groko geben soll.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 KölnerAnonym
  • 07.09.2020, 15:42h
  • Antwort auf #6 von Puhhh
  • ------------------------
    den unsere mehrheitlich konservativ wählende Bevölkerung als
    -----------------------

    Wo ist denn diese mehrheitlich konservativ wählende Bevölkerung? Bei der letzten Bundestagswahl waren selbst CDU, CSU und AfD zusammengenommen noch 5 Prozentpunkte von der Mehrheit entfernt.

    Aber die SPD sichert denen ja immer die Mehrheiten. Selbst wenn es eine linke Mehrheit gibt, wie bei der vorletzten Wahl.

    -------------------------
    Darum lehne ich den Vernichtungsfeldzug gegen das deutlich kleinere Übel (SPD) ab!
    ------------------------

    1. Die SPD vernichtet sich selbst. Wir kommentieren das nur und sagen unsere Meinung dazu.

    2. Da die SPD ja eh nur mit der Union koalieren will (wie sie jetzt mit der Kandidatur von Scholz wieder gezeigt hat) ist sie kein "kleineres Übel", sondern Teil des Problems.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 LorenProfil