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Umstrittene Personalie

Großbritannien ernennt Homo-Hasser Tony Abbott zum Handelsberater

Eine Personalentscheidung der Regierung von Boris Johnson sorgt für scharfe Kritik auf der Insel.


Tony Abbott profilierte sich zwei Jahre lang als australischer Regierungschef – und war am Ende sogar seiner eigenen konservativen Partei zu reaktionär (Bild: US Embassy Kabul Afghanistan)

Trotz scharfer Kritik hat die britische Regierung unter dem Konservativen Boris Johnson den australischen Ex-Premier Tony Abbott zu ihrem Handelsberater ernannt. Das gab die britische Handelsministerin Liz Truss am Freitag in London bekannt. Die geplante Ernennung war bereits im Vorfeld wegen Abbotts zahlreichen frauen- und homosexuellenfeindlichen Äußerungen scharf kritisiert worden.

Abbott war als Politiker der konservativen Liberal Party von September 2013 bis September 2015 australischer Premierminister. Er wurde von seiner eigenen Fraktion wegen sinkender Umfragewerte abgesetzt. Sein Nachfolger Malcolm Turnball galt als moderater und ließ den von seinem Vorgänger abgelehnten Volksentscheid zur Ehe für alle zu. Ende 2017 stimmten die Australierinnen und Australier schließlich mit deutlicher Mehrheit für die Gleichstellung im Ehe-Recht (queer.de berichtete).

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Abbott: Fühle mich von Homosexuellen bedroht

Aus seiner Abneigung gegenüber Homosexuellen machte Abbott nie ein Geheimnis. Bereits vor zehn Jahren sagte er etwa in einem TV-Interview von Channel 9, als er auf Homosexuelle angesprochen wurde: "Ich fühle mich wohl etwas bedroht, wie so viele Menschen."

Gleichgeschlechtlichen Paaren mit Heiratswunsch warf der überzeugte Katholik vor, die "traditionelle" Ehe zu schädigen – außerdem erklärte er, dass Regenbogenfamilien pauschal schlechter für Kinder seien als "Mutter und Vater".

Bei der Abstimmung zur Ehe-Öffnung appellierte er an seine Landsleute, mit Nein zu stimmen, weil sonst die Religionsfreiheit in Gefahr sei: "Wenn Sie sich über die Religionsfreiheit und die Redefreiheit Sorgen machen, stimmen Sie mit Nein. Und wenn sie politische Korrektheit nicht mögen, stimmen Sie mit Nein, weil ihre Nein-Stimme die politische Korrektheit auf der Stelle stoppen wird."

Die Johnson-Regierung verteidigte die Ernennung Abbotts, ohne direkt auf die Vorwürfe einzugehen. Im Nachrichtensender "Sky News" fragte etwa bereits letzte Woche Moderatorin Kay Burley den konservativen Gesundheitsminister Matt Hancock, warum ausgerechnet ein "homophober Frauenhasser" den Job als Handelsberater erhalten solle. Daraufhin Hancock: "Er ist auch ein Handelsexperte." (cw)

Twitter / KayBurley



#1 KölnerAnonym
  • 07.09.2020, 19:52h
  • ----- Abbott: Fühle mich von Homosexuellen bedroht -----

    Das klingt für mich eher nach Verfolgungswahn als nach einer realen Bedrohung.

    Denn ich wüsste mal gerne, was er glaubt, was Homosexuelle ihm antun könnten.

    Und falls er glaubt, so unwiderstehlich zu sein, dass Schwule über ihn herfallen - nein, das ist er wahrlich nicht.

    Und übrigens:
    wie sieht es denn mit Lesben aus?
    Fühlt er sich von denen auch bedroht?
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#2 Ralph
  • 08.09.2020, 09:44h
  • "Er ist auch ein Handelsexperte." Aha. Wenn also ein Rassist auch Experte für irgendwas ist, dann ist sein Rassismus egal. Politik und Ethik/Moral. Zwei einander fremde Welten.
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