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Uganda

"Todesstrafe für Homosexuelle"-Minister verliert Wahl

Der frühere katholische Priester Simon Lokodo hält Homosexuelle pauschal für Feinde, die den Tod verdienten. Nach 14 Jahren fliegt der langjährige Ethikminister nun aus dem Parlament in Kampala.


Simon Lokodo war 14 Jahre lang im Einkammerparlament von Uganda vertreten

Schwere Wahlschlappe für den homosexuellenfeindlichsten Minister Ugandas: Der 62-jährige Simon Lokodo, der seit 2011 Minister für Ethik und Integrität ist, hat am Samstag seine parteiinterne Vorwahl im Wahlkreis Dodoth-West verloren. Laut lokalen Medienberichten erhielt der erzkonservative Politiker nur 2.632 Stimmen – sein Herausforderer Baatom Ben Koryang konnte aber 2.962 Stimmen auf sich vereinigen. Lokodo vertritt den Wahlkreis seit 2006 im ungandischen Parlament.

Lokodo ist für seine grundlegende Abneigung gegenüber Homosexuellen berüchtigt. Er gehörte zu jenen Teilen der Regierung, die vergangenes Jahr erneut die Todesstrafe für sexuelle Minderheiten einführen wollten (queer.de berichtete). Von dieser Forderung nahm die Regierung – auch nach Kritik aus dem Ausland – wieder Abstand. Homosexualität ist aber bereits jetzt strafbar – und kann mit bis zu lebenslanger Haft geahndet werden.

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Hass als Lebensinhalt

Immer wieder sorgte Lokodo, der vor seinem Wechsel in die Politik als katholischer Priester gearbeitet hatte, mit homosexuellenfeindlichen Tiraden für Schlagzeilen. Schwule und Lesben bezeichnete er etwa als "böse Menschen", die zudem versuchten, ihn zu vergewaltigen. Sein Land sieht er als tolerant an, weil Homosexuelle derzeit nicht "abgeschlachtet" werden würden.

Seine Äußerungen trugen zu einem extrem homophoben Klima in Uganda bei. Lokodo ging auch persönlich gegen mutmaßliche Homosexuelle vor – so verhinderte er einen CSD oder löste begleitet von Polizisten persönlich eine Homosexuellenkonferenz auf.

Auch mit Lokodos Abwahl wird sich die Situation in Uganda wohl kaum verbessern, da laut Umfragen der Großteil der Bevölkerung Homosexuellen keine Grundrechte zugestehen will. Auch Präsident Yoweri Museveni, der sein Land seit 1986 mit harter Hand regiert, sorgt immer wieder mit hasserfüllten Äußerungen gegen sexuelle Minderheiten für Schlagzeilen. So beschreibt er Homosexualität als ausländische Kultur, die der Westen seinem Land aufzwingen wolle (queer.de berichtete).

Bislang ist noch nicht bekannt, wie der siegreiche Kandidat aus Lokodos Vorwahl zu LGBTI-Rechten steht. (dk)



#1 Peck_SProfil
  • 07.09.2020, 18:13hFrankenthal
  • Die Todesstrafe per Staat ist längst nicht mehr nötig, weil die Saat schon aufgegangen ist! Familien bringen ihre Kinder per Ehrenmord um, Aktivisten sind Freiwild.

    Wie David Kato, der Anführer der LGBT Bewegung damals, der 2011 mit dem Hammer totgeschlagen wurde, nach dem der Rolling Stone (nicht die amerik. Musikzeitschrift!) auf der Titelseite Ugander per Bild geoutet und zu deren Tötung aufgerufen hat! Überschrift: Tötet sie! Das Titelblatt kann man noch in Google finden.

    Nach seinem Tod, sprach die Zeitschrift davon, dass sie ja nicht wollten, dass er von einem Zivilisten erschlagen wird, sondern erst gerichtlich abgeurteilt und dann vom Staat getötet. KEIN SCHERZ. Er hätte aber schließlich sein Schicksal selbst zu verantworten, durch seine Lebensweise.

    An diesem Klima hat sich NICHTS geändert.
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#2 KölnerAnonym
#3 YannickAnonym
  • 07.09.2020, 23:00h
  • "Hass als Lebensinhalt"

    Was führen solche Menschen für ein armseliges Leben. Solche Leute sind völlig vom Hass zerfressen und haben vermutlich keinen glücklichen Moment mehr.

    Und den Frust über ihr eigenes verpfuschtes Leben müssen die dann an anderen ablassen...
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#4 Wombat07Anonym
  • 08.09.2020, 09:47h
  • An keiner Stelle der Bibel agitiert Jesus gegen Homosexuelle. Stattdessen fordert er dazu auf, dass jeder seinen Nächsten lieben solle wie sich selbst. ABER eines hat er dabei vergessen: Es gibt Menschen, die sind so voller Selbsthass, dass sie andere nicht lieben können, weil sie sich selbst nicht ertragen können.
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#5 DramaQueen24Profil
  • 08.09.2020, 10:24hBerlin
  • Der Typ hat keinen Selbsthass, und die Bibel ist auch nicht die Wurzel seines Handelns (zumindest nicht primär), sondern er benutzt, wie Putin, Trump, Erdowahn und Orban und Konsorten, Hass auf Homosexuelle, die in der Bevölkerung weit verbreitet ist, als Möglichkeit, Macht zu bekommen, bzw. zu erhalten.
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#6 DramaQueen24Profil
  • 08.09.2020, 10:27hBerlin
  • Antwort auf #4 von Wombat07
  • Dazu fällt mir ein Cartoon ein, den ich vor Jahren mal gesehen hatte: Ein "Christ" hebt ein Schild hoch, auf dem "Liebe Deinen Nächsten" steht. Neben ihm ein offensichtlich schwuler Mann mit ebenfalls einem Schild, auf dem "Hallo Nächster" steht.
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