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Evangelischer Hass-Pastor

Latzel predigt trotz Anklage weiter

Als wäre nichts geschehen, predigt der berüchtigte Hass-Pastor aus Bremen weiter – und geht sogar auf Tour nach NRW. Unterdessen legte das Gericht den Termin für die Verhandlung fest.


Auf Youtube verbreitet der Bremer Pastor seine Predigten und erreicht damit tausende Menschen (Bild: Youtube / Olaf Latzel)

Der Bremer Pastor Olaf Latzel wird sich am 20. November der Anklage wegen Volksverhetzung stellen müssen. Das teilte das Amtsgericht der Hansestadt am Dienstag mit. Als weitere Termine sind der 25. und der 30. November angesetzt. Wegen des großen öffentlichen Interesses und der Abstandsregeln im Zuge der Corona-Pandemie soll die Verhandlung im Bremer Innenstadt-Konzerthaus "Die Glocke" stattfinden.

Das Amtsgericht hatte erst letzte Woche bekanntgegeben, dass es ein Verfahren gegen den homophoben Pastor der St.-Martini-Innenstadtgemeinde zugelassen habe (queer.de berichtete).

Latzel hatte in den letzten Jahren immer wieder mit Äußerungen gegen Homosexuelle, Muslime oder Frauen für Kritik auch innerhalb der Kirche gesorgt. Das Fass zum Überlaufen brachte die Veröffentlichung von Latzels "Eheseminar" im letzten Herbst auf Youtube, in dem er wiederholt gegen Homo- und Transsexuelle hetzte. In dem Vortrag bezeichnet Latzel die "Homo-Lobby" und den "ganzen Genderdreck" als "teuflisch", CSD-Besucher seien außerdem "Verbrecher" und "gelebte Homosexualität" sei "vor Gott ein Gräuel" sowie "todeswürdig" (queer.de berichtete).

Wochenendpredigten in Bremen und Preußisch Oldendorf

Trotz der Anklage predigt Latzel weiter – am Sonntag hielt er einen 45-minütigen Vortrag in seiner Heimatkirche, den er auch online stellte. Auf Youtube sahen inzwischen 19.000 Menschen seine Predigt über eine "merkwürdige Trennung".

Wegen seiner Prominenz ging Latzel am Wochenende auch auf Tour: Er predigte am Samstagabend auf Einladung eines christlichen Freundeskreises bei einer Open-Air-Veranstaltung im Industriegelände von Preußisch Oldendorf, einer 32.000 Einwohner zählenden Stadt in in der Region Ostwestfalen-Lippe im äußersten Nordosten von Nordrhein-Westfalen. Laut der "Neuen Westfälischen" protestierten zwei Privatpersonen mit Regenbogenfahnen, während 160 Latzel-Fans dem Stargast bei der Predigt mit dem Thema "Ist Jesu der Herr deines Lebens?" lauschten.

Gegenüber der Tageszeitung verteidigte Latzel seine unbarmherzige Haltung gegenüber sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten: "Jeder kann für seine Dinge einstehen. Ich sage das, was in der Bibel steht."

Die evangelische Landeskirche in Bremen wartet unterdessen ab. Sie hatte zwar wegen der homophoben Äußerungen ihres Mitarbeiters bereits im Mai ein Disziplinarverfahren gegen Latzel eingeleitet. Dieses ruht aber bis zum Urteil des weltlichen Gerichts – also genießt Latzel noch mindestens zweieinhalb Monate Narrenfreiheit. (dk)



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#1 ArtePProfil
#2 PetterAnonym
  • 08.09.2020, 13:52h
  • "Wegen seiner Prominenz ging Latzel am Wochenende auch auf Tour: Er predigte am Samstagabend auf Einladung eines christlichen Freundeskreises [...]"

    Was beweist, dass das kein Einzelfall ist, sondern dass auch andere Gemeinden vom Hass durchzogen sind.
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#3 dellbronx51069Anonym
  • 08.09.2020, 17:16h
  • Antwort auf #1 von ArteP
  • Selbst wenn der Rausschmiss kommt, was wird dann passieren? Ändert er seine Einstellung?. Wohl eher nicht. Dann predigt er weiter in der Kirche zur heiligen Beatrix oder woanders und versprüht dort weiter sein Gift. Putin und seine Agenda Europa wird's freuen. Das Gift sickert weiter in die Hirne und verrichtet dort sein zerstörerisches Werk.
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#4 KaiJAnonym
#5 KölnfischAnonym
#6 Homonklin_NZAnonym
  • 09.09.2020, 01:40h
  • Das Unerhörte an diesen Wurzelknilchen ist, dass sie sich auf Texte eines Mythos berufen können, um faschismusnahe Haltungen und herabwürdigende, lebensfeindliche Äußerungen zu rechtfertigen. Da gehört sich Ende damit.

    Würde man öffentlich verkünden, dass Christen in die Arena, zu den Löwen gehören, und das vielleicht auf den Sammelband von Asterix-Heften zurückführen, täte man das ungefähr Gleiche. Dafür gäbe es ziemlich sicher viel Radau.

    Doch gleichzeitig Religiot und geistig diffus, und man darf wahllos faschistoiden Brunz streuen...
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#7 KaiJAnonym
#8 zundermxeAnonym
  • 09.09.2020, 09:46h
  • Mit einem Verweis auf das StGB ist in diesem Fall aber auch rein gar nichts zu entschuldigen oder zu begründen.
    Eben weil es sich um den Arbeitgeber Kirche handelt, der Mann eindeutig, unmissverständlich und unwidersprochen klare und übelste Hetze betreibt und Hass verbreitet.
    Wenn die Amtsträger wollten, könnten sie natürlich auf unterschiedlichen Wege verhindern, dass er sich bis zum Prozess weiter öffentlich betätigt.

    Jede Religion, die Werte wie Liebe, Menschlichkeit und Frieden auch nur etwas ernst nimmt und dies glaubhaft verkörpern will, kann und darf nach solch eindeutigen Hass- und Hetzreden keine Minute vergehen lassen, die solche Menschen wie Latzel weiter in ihrem Namen sprechen lassen dürfen.
    Wieder einmal zeigt die Kirche jedoch, dass sie im Fall von Hetze gegen queers selbst keinen Handlungsbedarf sieht, solange nicht ein weltliches Gericht entscheidet.
    Das ist nicht nur ein Selbstbildnis hinsichtlich der unerträglichen Doppelmoral. Es ist auch zumindest vollends feige und verrät jeden Hirtenauftrag, den die Kirchen selbst für sich so gerne in Anspruch nehmen.
    Diese Art von Predigen wären im Deutschland von 33-45 von den Nazis geschätzt und geliebt worden.
    Es ist wohl leider längst wieder soweit, dass solche Täter, auch noch im Namen der Liebe, Hass und Gewalt schüren dürfen und die Jagd auf Menschen legitimieren.
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#9 KaiJAnonym
#10 Ralph
  • 09.09.2020, 11:21h
  • Antwort auf #9 von KaiJ
  • Das ist wohl eine rein finanzielle Frage. Latzel ist in seiner menschenfeindlichen Gemeinde sehr beliebt. Wird er gefeuert, besteht die Gefahr, dass er sich einer evangelikalen Sekte anschließt oder seinen eigenen Laden aufmacht - jedenfalls dass ihm viele seiner Anhänger folgen. Der Großteil der Gemeindemitglieder dort könnte austreten und der Landeskirche damit Geld entziehen. Latzels Gegner sind entweder gar nicht (mehr) Kirchenmitglieder, befinden sich eh schon auf dem Wege, die Kirche zu verlassen, oder protestieren zwar empört, ziehen aber nicht die Konsequenz des Kirchenaustritts. Latzel rauszuschmeißen kann also teurer werden als ihn gewähren zu lassen. Und den Kirchen geht es ja nicht nur um die geistige Bevormundung, sondern vor allem ums Geld. Weiß ich aus eigener Erfahrung. Womit immer ich mich an die Kirchenleitung wandte, alles wurde mit kurzen Phrasen abgebügelt. Aber als ich austrat, kam flugs ein persönliches ausführliches Schreiben des Kirchenpräsidenten -und zwar nicht aus Textbausteinen, sondern konkret alles, was vorher gewesen war, ansprechend- samt Gesprächsangebot und Anregung, mir den Austritt doch noch mal zu überlegen. Ging immerhin um mehr als 1000 Euro Kirchensteuer jährlich.
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