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Kampf gegen Diskriminierung

Argentinien führt Transquote im öffentlichen Dienst ein

Als zweites lateinamerikanisches Land will Argentinien Diskriminierung von trans Menschen mit Hilfe einer Quote bekämpfen.


Argentinien gilt bei der rechtlichen Gleichstellung von LGBTI als einer der weltweiten Vorreiter (Bild: Esteban Maringolo / flickr)

Die argentinische Regierung hat vergangenen Freitag eine Transquote für Beschäftigte des öffentlichen Dienstes eingeführt. Demnach müsse ein Prozent der Positionen mit trans Menschen besetzt werden – konkret ist in der Verordnung von "transvestitischen, transsexuellen und trangender Personen" (las personas travestis, transexuales y transgénero) die Rede. Dieser Personenkreis habe dem Text zufolge "ein Recht auf anständige und produktive Beschäftigung unter gleichberechtigten und zufriedenstellenden Arbeitsbedingungen ohne Diskriminierung wegen der Geschlechtsidentität".

"In unserer Gesellschaft gibt es eine systematische Ungleichheit, die besonders Transvestiten, Transsexuelle und transgender Menschen betrifft, die bereits von frühester Kindheit an Diskriminierung erfahren müssen", erklärte Elizabeth Gómez Alcorta, die argentinische Ministerin für Frauen, Geschlechter und Vielfalt. "Als Staat haben wir die Pflicht, Arbeitsbedingungen zu schaffen, damit diese Gruppe gleiche Chancen hat."

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Um die Verordnung in Kraft treten zu lassen, müssen im Nationalkongress noch einige Gesetze geändert werden. Die Zustimmung gilt als sicher, da die sozialdemokratische Regierung in beiden Parlamentskammern über eine komfortable Mehrheit verfügt.

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In Lateinamerika hat bislang nur das kleine Uruguay eine Ein-Prozent-Quote für trans Menschen im öffentlichen Dienst eingeführt. Ein derartiges Gesetz war 2018 beschlossen worden. Ein Jahr später wollten transphobe Gruppen das Gesetz per Volksentscheid kippen, konnten jedoch nicht genug Unterstützer*innen sammeln, um ein Referendum zu erzwingen.

Das von Präsident Alberto Fernández regierte Argentinien gilt als eines der weltweit fortschrittlichsten Länder bei LGBTI-Rechten. Bereits 2010 beschloss das Parlament in Buenos Aires die Einführung der Ehe für alle (queer.de berichtete). Erst sieben Jahre später folgte der Deutsche Bundestag diesem Vorbild. 2012 beschloss das Land eines der fortschrittlichsten Transsexuellengesetz der Welt – die Änderung des Geschlechtseintrags in offiziellen Papieren ist seither ohne die oft als Schikane empfundenen psychiatrischen und medizinischen Untersuchungen möglich (queer.de berichtete). In Deutschland gilt dagegen noch immer das restriktive und in großen Teilen verfassungswidrige Transsexuellengesetz aus dem Jahr 1981. (dk)