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Klage gegen Leichtathletik-Weltverband

Niederlage für Läuferin Semenya vor Schweizer Bundesgericht

Caster Semenya ist auch vor dem Schweizer Bundesgericht unterlegen. Die 800-Meter-Läuferin mit intergeschlechtlichen Anlagen wehrt sich dagegen, ihre Testosteronwerte künstlich zu senken.


Die südafrikanische Mittelstreckenläuferin Caster Semenya ist mehrfache Olympiasiegerin sowie Weltmeisterin im 800-Meter-Lauf (Bild: castersemenya800m / instagram)

Das Schweizer Bundesgericht hat eine Beschwerde der zweimaligen 800-Meter-Olympiasiegerin Caster Semenya zurückgewiesen. Die Südafrikanerin war damit gegen ein Urteil des Internationalen Sportgerichtshofes Cas vorgegangen. Im Kern des langwierigen Rechtsstreits ging es um eine umstrittene Regel des Leichtathletik-Weltverbandes zum Testosteron-Limit für Mittelstreckenläuferinnen mit intergeschlechtlichen Anlagen (queer.de berichtete).

Die Regel verlangt, dass Semenya ihren natürlichen Testosteron-Wert durch Medikamente senken soll, dies lehnt die 29-Jährige ab. Für den Verband dagegen gehört Semenya zu den "biologisch männlichen Athleten mit weiblichen Geschlechtsidentitäten". Sie darf daher nicht an Wettbewerben über 400 Meter bis zu einer Meile starten. Mit ihrem Einspruch gegen die Regel war Semenya im Mai 2019 ebenso wie der südafrikanische Leichtathletik-Verband vor dem Cas gescheitert. Auch er hatte Beschwerde beim Bundesgericht eingelegt.

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Bundesgericht beruft sich auf Fairness

Das Bundesgericht verwies in seinem am Dienstag veröffentlichten Urteil (PDF) darauf, dass es die Cas-Entscheidung keiner freien rechtlichen Kontrolle unterziehen könne, sondern sich bei der Prüfung von Gesetzes wegen darauf beschränke, ob das Urteil gegen grundlegende und weithin anerkannte Prinzipien der Rechtsordnung verstoße. Dies sei nicht der Fall.

Der Cas habe aus Sicht des Bundesgerichtes mit Hilfe von Experten verbindlich festgestellt, dass Testosteron der Hauptfaktor für die unterschiedliche Leistungsfähigkeit der Geschlechter in der Leichtathletik darstelle. Mit Blick auf einen Wettbewerbsvorteil erklärte das Bundesgericht, auf Basis der gemachten Feststellungen sei der Cas-Entscheid nicht zu beanstanden. Die Fairness beim sportlichen Wettkampf sei ein legitimes Anliegen und bilde ein zentrales Prinzip des Sports.

Keine Verletzung der Persönlichkeit und der Menschenwürde

Auch eine Verletzung der Persönlichkeit und der Menschenwürde von Semenya sah das Bundesgericht in dem Cas-Urteil nicht. "Die medizinischen Abklärungen und die allenfalls notwendige medikamentöse Senkung des Testosteronspiegels stellen zwar einen erheblichen Eingriff in die körperliche Integrität dar. Der Kernbereich dieses Rechts wird jedoch nicht berührt", hieß es. Die dreifache Weltmeisterin Semenya hatte im März angekündigt, künftig über 200 Meter zu starten (queer.de berichtete).

Der Leichtathletik-Weltverband World Athletics begrüßte das Urteil in einer Stellungnahme und unterstrich, man setze sich für die volle Beteiligung von Frauen im Weltsport ein. Die persönliche Würde werde vollständig respektiert, ebenso das Recht auf körperliche Integrität. Der Verband wies in seiner Reaktion mehrfach darauf hin, dass es ihm um sportliche Fairness gehe. (cw/dpa)



#1 SolanaceaeAnonym
  • 09.09.2020, 11:57h
  • Das Gericht beruft sich auf Fairness? Was bitteschön ist Fair?

    Ist es Fair dass Michael Phelbs oder Michael Gross eine so überlegene Spannweite haben? Ist es Fair dass alle TOP Pferdejokeys sehr, sehr klein und leicht (magersüchtig) sind? ist es Fair dass Menschen mit genetischen Lungenerkrankungen überhaupt erst keine 800m laufen können?

    Das Leben ist einfach nicht Fair. Niemals. Genau das sollten die ganzen weißen CIS Heteros endlich einsehen. Das Leben ist und bleibt unfair.

    Warum musste ein Phelbs sich nicht die Arme verkürzen lassen?

    Ich bin selbst einmal geschwommen, also richtig Wettkämpfe, und ich war immer die alerkleinste. Natürlich hatte ich niemals eine Chance. beim Windsurfen z.B. habe ich eine andere Sportart gefunden, in der Größe nicht alles ist. Da kommt es auf andere Dinge an. Daher wurde ich dort deutsche Meisterin.

    In meinen Augen ist das ganze also einfach Diskriminierung. Und nichts anderes.
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#2 PiakAnonym
  • 09.09.2020, 12:54h
  • Antwort auf #1 von Solanaceae
  • Anders als die genannten Beispiele ist die Geschlechterordnung aber nun mal ein Differenzierungskriterium im Sport.
    Gerne kann man das aufheben und nur noch Einheitssport machen. Frauen werden dann aber fast keine Rolle mehr spielen, insofern erinnert das an die kürzliche Berlinale-Diskussion.
    Warum wohl gibt es nie Proteste gegen Inter-/Tanspersonen im Männersport? Semenya führt nun mal jeden sportlichen Wettbewerb ad absurdum, solange sie bei den Frauen läuft.
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#3 Anonyma
  • 09.09.2020, 14:20h
  • Antwort auf #2 von Piak
  • "Anders als die genannten Beispiele ist die Geschlechterordnung aber nun mal ein Differenzierungskriterium im Sport."

    "Das ist nun mal so!" war noch nie eine gute Begründung für Diskriminierung. Aber eine fundierte Begründung, warum körperliche Besonderheiten, die die "Geschlechterordnung" betreffen, anders bewertet werden sollten als körperliche Besonderheiten, die die "Geschlechterordnung" nicht betreffen, obwohl es in beiden Fällen zu "unfairen" Wettbewerbsvorteilen kommen kann, wirst Du sicherlich noch nachliefern. Ich bin sehr gespannt...
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#4 Prima4Anonym
  • 09.09.2020, 17:43h
  • Antwort auf #3 von Anonyma
  • Weil Testosteron beim Aufbau von muskelgewebe benötigt wird, Männer einen 15 bis 20fachen höheren Testosteronspiegel und somit eine 10% höhere Leistungsfähigkeit im Sport haben... das Defizit kannst du nicht wegtrainieren oder ausgleichen, der Basketballer mit 1,75 ist dafür vllt besonders flink und wird daher an der Seite und nicht vorm Korb eingesetzt.

    Und haben Schwimmer idr nicht alle eine krasse Spannweite? hab da jetzt keine Statistik und vielleicht lieg ich falsch aber ich wage zu bezweifeln das ein phelps jetzt mal 10% mehr Spannweite als seine durchschnittliche Konkurrenz hat

    Und ja,es ist fair das alle jokeys klein und leicht sind (wobei letzters ja nichts mit Geburtsvorteil zu tun hat), immerhin sind es die Pferde die das körpergewicht der jokeys tragen und die Leistung erbringen müssen, alles andere wäre nicht fair.

    Kann die Entscheidung nachvollziehen, die Klage aber halt in soweit auch da weder künstliche Senkung noch Ausschluss annehmbare "Lösungen" sind.
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#5 Aramis
  • 09.09.2020, 18:49h
  • Es bleibt ungerecht, solange es keine Option, sprich Kategorie, für Menschen wie Caster Semenya gibt, in der alle Frauen mit höherem bis hohem Testosteronspiegel gibt...

    Aber hätte sie gewonnen, würde sie alle Rekorde der Frauen bis in alle Ewigkeiten sprengen...

    Und an alle, die das für ungerecht halten:
    Was wäre, wenn alle Transfrauen sich einfach nicht mehr die Hoden entfernen lassen und mit ihrem natürlichen Testosteron bei den Frauen starten würden?
    Dann wäre der Aufschrei wieder groß.

    Wie brauchen im Sport eine Lösung für das dritte Geschlecht und Menschen mit besonderen hormonellen Anlagen...
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#6 TheDadProfil
  • 09.09.2020, 19:09hHannover
  • Antwort auf #5 von Aramis
  • ""Aber hätte sie gewonnen, würde sie alle Rekorde der Frauen bis in alle Ewigkeiten sprengen...""..

    Weil es ja auch vollständig unmöglich wäre das weitere Menschen wie Caster Semenya geboren werden ?

    ""Und an alle, die das für ungerecht halten:
    Was wäre, wenn alle Transfrauen sich einfach nicht mehr die Hoden entfernen lassen und mit ihrem natürlichen Testosteron bei den Frauen starten würden?
    Dann wäre der Aufschrei wieder groß.""..

    Caster Semanya ist keine Trans*-Frau..
    Sie ist Intergeschlechtlich..

    Der Vorschlag an Trans*Frauen ist zudem einfach absurd und übergriffig..
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#7 Anonyma
  • 09.09.2020, 19:14h
  • Antwort auf #4 von Prima4
  • "Weil Testosteron beim Aufbau von muskelgewebe benötigt wird, Männer einen 15 bis 20fachen höheren Testosteronspiegel und somit eine 10% höhere Leistungsfähigkeit im Sport haben... das Defizit kannst du nicht wegtrainieren oder ausgleichen, [...]"

    Das mag vielleicht die Rechtfertigung für die Geschlechtertrennung im Sport sein, es rechtfertigt aber keineswegs die Diskriminierung von inter Frauen im Sport. Nach einer fundierten Begründung für genau diese Diskriminierung hatte ich aber - wohl ein bisschen zu unklar formuliert - gefragt. Also formuliere ich meine Frage nochmal deutlicher: Warum ist es in Ordnung, wenn z.B. eine Frau mit deutlich überdurchschnittlicher Körpergröße Basketball spielt, aber nicht in Ordnung, wenn eine Frau mit erhöhtem natürlichen(!) Testosteronspiegel am Laufsport teilnimmt? Und um Dir den Zahn gleich zu ziehen: Wir reden hier nicht von "männlichen Testosteronspiegeln" und wir reden hier auch nicht von der selben Wirkung, wie sie Testosteron im Körper eines Mannes entfaltet... Aber das sind leider genau die (offenbar nebensächlichen?) medizinischen Fakten, die bei der öffentlichen Diskussion dieses Themas immer wieder unter den Tisch fallen, weil man nach all der binärgeschlechtlichen Ken-und-Barbie-Konditionierung (in Fachkreisen auch "Gendergaga" und "Frühsexualisierung" genannt *lach*) schon gar nicht mehr jenseits der "binären Geschlechternorm" denken kann.
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#8 TheDadProfil
  • 09.09.2020, 19:31hHannover
  • Antwort auf #4 von Prima4
  • ""Weil Testosteron beim Aufbau von muskelgewebe benötigt wird, Männer einen 15 bis 20fachen höheren Testosteronspiegel und somit eine 10% höhere Leistungsfähigkeit im Sport haben... ""..

    ""2. Testosteron

    Das Sexualhormon Testosteron zählt zu den wichtigsten Wachstumshormonen überhaupt. Männer produzieren es in den Hoden, Frauen in den Eierstöcken und beide in geringem Maße in den Nebennieren.""..

    www.fitforfun.de/workout/krafttraining/die-vier-wichtigsten-
    hormone-fuer-den-muskelaufbau-375893.html


    Testosteron ist nur Eines von VIER Hormonen die beim Muskelaufbau eine Rolle spielen..

    Testosteron-Normwerte :
    Männer : 3,511,5 ng/ml (1240 nmol/l)
    Frauen : 0,150,6 ng/ml (0,52,0 nmol/l)

    Die Variabilität im Testo-Spiegel liegt tatsächlich bei 6-fach bis 80-fach höheren Werten bei Männern..
    Ob diese "Normwerte" aber wirklich einen echten Sinn machen ist eine andere Frage, denn einen Spiegel von 40 nmol/l haben nur Männer die sexuell sehr aktiv sind, einen niedrigen Wert von 3,5 nmol/l fast nur Männer die sexuell absolut abstinent, und dann noch körperlich träge sind, während die Durchschnittswerte für Frauen wahrscheinlich auch nicht wirklich aussagekräftig sind, weil sie überwiegend aus klinischen Labortestungen stammen die mit Sport wenig zu tun haben..

    2019 hieß es noch :
    ""Läuferinnen, die künftig bei internationalen Wettkämpfen über Distanzen von 400 Metern bis zu einer Meile starten wollen, müssen ihren Testosteronwert im Laufe eines durchgehenden Zeitraums von mindestens sechs Monaten auf unter fünf Nanomol pro Liter senken.""..

    www.queer.de/detail.php?article_id=33495

    Damit läge Caster Semenya immer noch deutlich über den für Frauen angesiedelten Normwert von 0,150,6 ng/ml (0,52,0 nmol/l) angesiedelt..
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#9 niccinicciAnonym
#10 Anonyma
  • 10.09.2020, 02:14h
  • Antwort auf #5 von Aramis
  • "Was wäre, wenn alle Transfrauen sich einfach nicht mehr die Hoden entfernen lassen und mit ihrem natürlichen Testosteron bei den Frauen starten würden?"

    Was zum Teufel gehen Dich eigentlich die Gonaden anderer Menschen an? Was genau stimmt nicht mit Dir, dass Du glaubst, hier ausgerechnet als trans Mann solche übergriffigen Äußerungen über trans Frauen absondern zu müssen? Begreifst Du überhaupt, was Du da schreibst? Ich bin echt sprach- und fassungslos... Vor allem aber bin ich absolut angewidert.
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