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Academy Awards

Ohne Vielfalt gibt's keinen Oscar mehr!

Historische Reform in Hollywood: Die Oscar-Akademie führt Diversitätsregeln für den "Besten Film" ein – zu den Kriterien gehören auch queere Inhalte und Darsteller*innen.


Der Oscar wird in über 30 verschiedenen Kategorien vergeben. Die Preisträger*innen erhalten eine Statuette, die einen Ritter mit einem Schwert auf einer Filmrolle darstellt (Bild: Davidlohr Bueso / flickr)

Die Oscar-Akademie will künftig durch neue Standards bei der Oscar-Vergabe mehr Inklusion und Diversität in der Top-Sparte "Bester Film" erzwingen. Wie die Academy of Motion Picture Arts and Sciences am Dienstagabend (Ortszeit) auf ihrer Homepage mitteilte, müssen Bewerber*innen für den Hauptpreis des Oscar-Wettbewerbs ab 2024 mindestens zwei von vier Vielfalts-Kriterien erfüllen, um sich zu qualifizieren.

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Den Produzent*innen stehen bei dieser historischen Reform mehrere Optionen offen. Beispielsweise könnte eine Hauptrolle mit einer Person besetzt sein, die einer Minderheit angehört, etwas asiatischer oder hispanischer Abstammung ist. Als ein weiteres Kriterium führt die Filmakademie inhaltliche Aspekte an: Filmbeiträge sollten demnach ein Thema behandeln, das sich um Frauen, Minderheiten, Menschen mit Behinderungen oder "LGBTQ+" dreht. Als weitere mögliche Standards stellt der Filmverband Diversitäts-Quoten für die gesamte Rollenbesetzung oder für das Produktionsteam zur Auswahl.

Mangel an Vielfalt seit Jahren kritisiert

Die mehr als 9.000 Academy-Mitglieder bestimmen jedes Jahr die Oscar-Preisträger*innen. Der Verband setzte sich bislang traditionell aus überwiegend männlichen Mitgliedern weißer Hautfarbe zusammen. Der Mangel an Vielfalt führte in den vergangenen Jahren zu heftiger Kritik an dem Verband. So wurden Afroamerikaner*innen bei den Oscar-Nominierungen weitgehend übergangen. (cw/dpa)



#1 SchüttelNurDenKopfAnonym
  • 09.09.2020, 09:54h
  • Vor lauter Kriterien verliert eine Institution der Filmbranche ein Ziel aus den Augen: gute Filme! Wann wurde aus einem angesehenen Filmpreis so ein Mist? Demnach würden vermutlich Filme wie Herr der Ringe oder Titanic nie mehr nominiert werden, weil sie nicht divers genug sind. Dafür aber so elend langweilige Filme wie Moonlight oder Carol, bei denen ich mich frage, bleibt da überhaupt jemand im Kinosaal wach...
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#2 Prima4Anonym
  • 09.09.2020, 10:10h
  • Antwort auf #1 von SchüttelNurDenKopf
  • Also, wer es durch nur einen dieser Herr der Ringe filme geschafft hat sollte doch resistent gegen "elende Langeweile" sein.... oO

    Zum Thema: naja, hab mich jetzt nicht durch die HP gelesen, aber einen Film mit nem schwulen Hauptdarsteller zu besetzen heißt ja nicht das die Charakter dann schwul ist bzw. das der Film auch homosexualität thematisiert.....
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#3 PetterAnonym
  • 09.09.2020, 10:38h
  • Ich fordere zwar auch seit Jahren mehr Diversität im Film, finde es aber höchst bedenklich, da irgendwelche Vorschriften zu machen.

    Das klingt ja fast wie eine Checkliste, die man bei der Filmplanung berücksichtigen muss.

    Das verträgt sich auch überhaupt nicht mit der Freiheit der Kunst, wenn der Staat da Vorgaben macht. Egal in welche Richtung.
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#4 Ralph
  • 09.09.2020, 10:39h
  • Das liest sich für mich wie eine Vorgabe, wie ein Film auszusehen und wie er sich anzuhören und was für Menschen darin mitzuwirken haben und welche Art von Handlung er haben muss. Was ist mit der Kunstfreiheit? Besser wäre aus meiner Sicht, wenn es einen Diversity-Oscar gäbe, um Filme, die sich dem Thema gesellschaftliche Vielfalt widmen, zu fördern.
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#5 daVinci6667
  • 09.09.2020, 10:41h
  • Antwort auf #1 von SchüttelNurDenKopf
  • Es wäre doch aber ein Leichtes z. B. bei Titanic ein schwules Liebenspaar einzubauen? Zwei junge Typen die von England in die USA auswandern und sich beide verzweifelt auf der Titanic zu retten versuchen. Bin mir sicher auf diesem Schiff gabs nicht nur Heten. So schwer ist das nicht. Es geht doch hauptsächlich ums Sichtbar machen von LGBTI.
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#6 PetterAnonym
  • 09.09.2020, 10:53h
  • Antwort auf #4 von Ralph
  • Das fände ich eine gute Idee. Stattdessen einen Diversity-Oscar zu verleihen, der Filme auszeichnet, die sich in dem Bereich besonders verdient haben. Auf jeden Fall tausend mal besser als irgendwelche Vorgaben, wie Filme auszusehen haben.

    Wenn Diversity nicht freiwillig passiert, sondern per Zwang, ruft das nur wieder zwei Gruppen auf den Plan. Die einen, die dann noch mehr regulieren wollen, was Menschen sagen, denken und fühlen dürfen. Und die anderen, die da eine Umerziehungs-Verschwörung sehen und gegen Denkverbote und Political Correctness wettern.

    Letztlich wird sowas die Gesellschaft noch mehr spalten und die LGBTI gelten dann als die Schuldigen. Deshalb lehne ich so ein Diktat und Regulation von Kunst und Kultur nicht nur aus grundsätzlichen Erwägungen über Freiheitsrechte ab, sondern auch, weil das ganz schnell nach hinten losgehen kann.
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#7 PetterAnonym
  • 09.09.2020, 10:58h
  • Antwort auf #5 von daVinci6667
  • Ja, natürlich wäre das ein leichtes, bei Titanic statt Rose und Jack einfach Ross und Jack zu den Protagonisten zu machen. Aber dann wäre es halt ein anderer Film gewesen.

    Und ich finde es sehr bedenklich, Filmemachern da reinreden zu wollen, wie Filme auszusehen haben, was Inhalte sind, wer mitspielen darf, etc. Wo endet das?

    Und wenn man erst mal etabliert hat, dass es normal ist, bei solchen Themen reinzureden, wer garantiert dann, dass sich nicht mal der Wind dreht und es dann auf einmal Regeln gibt, dass LGBTI-Themen nicht mehr in Filmen vorkommen dürfen?

    Mal ein Vergleich:
    es wäre auch ein leichtes, Deine ganze Wohnung schwarz zu streichen. Alle Wände, alle Decken, alle Fußböden, alle Türen - alles komplett schwarz. Wäre in einem Tag erledigt, für sehr kleines Geld. Und wenn Du das so möchtest - bittesehr. Aber wie würdest Du es finden, wenn Dich jemand dazu zwingen würde?
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#8 Ralph
  • 09.09.2020, 11:06h
  • Antwort auf #5 von daVinci6667
  • Was "Titanic" angeht, ist das richtig. Es trifft auch auf viele andere Filme zu. Bei einer Verfilmung von "Krieg und Frieden" oder anderen literarischen Vorlagen wird es kaum möglich sein. Mir ist da übrigens gerade ein Film eingefallen, für den sich die Macher wohl bewusst entschieden haben, eine sich geradezu aufdrängende, weil in der Realität vorhandene schwule Figur wegzulassen: "Königreich der Himmel". König Balduin IV. hatte nicht nur die eine, im Film vorkommende Schwester Sybille, sondern noch eine zweite namens Isabella. Und die war mit einem jungen Schwulen verheiratet. Als dann nach dem Tod des Königs und seines Neffen der Thron neu besetzt werden musste, sollte, um Sybilles Mann als König zu verhindern, eben jener Schwule auf den Thron geputscht werden. Der war leider zu feige. Eigentlich eine Geschichte, die nach Aufnahme in den Film schreit.
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#9 daVinci6667
  • 09.09.2020, 11:29h
  • Antwort auf #7 von Petter
  • Lol. Also erstens sind LGBTI bekanntlich bunt nicht schwarz und zweitens kann man nicht ins persõnliche Eigentum eingreifen wie in ein Drehbuch. (Nebenbei, wir haben mal alle unsere Wände nur neu weisseln lassen und Türrahmen in dezentem Hellblau. Dauerte drei Tage und kostete über Fr. 5000. War diie zweitgünstigste Maleroffferte.)

    Ich finde wir sollten gute Regelungen zum Wohle aller finden. Du stimmst ja zu, wir brauchen mehr queeren Film und mehr Sichtbarkeit unserer Lebenswirklichkeiten. Solche Filme sollten zudem aus ihrem ewigen Nischendasein geholt werden.

    Möglich dass hier etwas übertrieben wurde,, doch Grundsätzlich halte ich ausgewogene und verhältnismäßige Maßnahmen in diese Richtung gut.
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#10 PetterAnonym
  • 09.09.2020, 11:47h
  • Antwort auf #9 von daVinci6667
  • Das mit der schwarzen Farbe war auch nur ein Vergleich für staatliche Eingriffe in Bereiche, wo der Staat sich nicht einmischen sollte.

    Und da gehören Kunst und Kultur für mich dazu. Es geht ja nicht darum, Hetze zu verbieten. Das soll man gerne tun, weil alle Freiheitsrechte dort enden, wo andere in ihrer Freiheit eingeschränkt werden.

    Sondern es geht darum, Vorschriften zu machen, welche Inhalte und Darsteller ein Film haben sollte. Das finde ich aus den genannten Gründen sehr bedenklich.

    Viel sinnvoller fände ich die Idee von Ralph, stattdessen einen Diversity-Oscar einzuführen. Das wäre auch eine enorme Förderung und die reinen LGBTI-Filme müssten sich dann nicht mit Blockbustern messen, wo es nur einen Quoten-Schwulen gibt. Und vor allem: nach wie vor würden alle die Filme machen, die sie machen wollen und die Geschichten erzählen, die sie erzählen wollen, ohne dass es da irgendwelche Vorgaben gibt.
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