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"Corona-Schutzverordnungen massiv missbraucht"

Die Linke.queer fordert Entschädigung für schwule Saunen

Die Schließung schwuler Saunen in NRW sorgt weiter für Aufregung: Die LGBTI-Organisation der Linkspartei vermutet Sexualitätsfeindlichkeit bei Schwarz-Gelb – und fordert eine Entschädigung.


Die NRW-Landesregierung gibt sich bei Familienfesten und Co. trotz Corona-Pandemie sehr locker, schwule Saunen wurden dagegen rabiat geschlossen (Bild: Facebook / Badehaus Babylon Cologne)

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Die Linke.queer hat am Mittwoch die NRW-Landesregierung von Ministerpräsident Armin Laschet beschuldigt, schwule Saunen wegen "konservativer Moral- und Familienbilder" geschlossen zu haben und nicht – wie offiziell verkündet – wegen der Corona-Pandemie. Auch das Berufsverbot für Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter sei nur vordergründig mit Covid-19 begründet worden. Für diese Ungerechtigkeit müssten die Betriebe und betroffenen Menschen entschädigt werden.

Anlass für die Kritik waren Anordnungen der kommunalen Ordnungsämter, die den Betrieb der Saunen untersagten – sie beriefen sich unter anderem auf Angaben der Landesverwaltung, dass "Männersaunen" gemäß der Corona-Verordnung analog zu "sexuellen Dienstleistungen in und außerhalb von Prostitutionsstätten, Bordellen und ähnlichen Einrichtungen" oder als "Clubs und ähnliche Einrichtungen" zu untersagen seien. Zugleich urteilte das Oberverwaltungsgericht Münster am Dienstag, das die coronabedingte vollständige Untersagung aller sexuellen Dienstleistungen unverhältnismäßig sei. Die Landesregierung habe in den letzten Wochen massive Lockerungen in nahezu allen gesellschaftlichen, sozialen und wirtschaftlichen Bereichen beschlossen, aber an der restriktiven Haltung gegenüber Sexarbeiter*innen und schwulen Saunen festgehalten, kritisiert die Linke.

Die CDU/FDP-Landesregierung habe vor dem Gericht "zurecht eine schallende Ohrfeige erhalten", erklärten Daniel Bache, Katharina Jahn und Frank Laubenburg, die Bundessprecher*innen von Die Linke.queer. "Denn die Corona-Schutzverordnungen wurden von ihr massiv missbraucht, um konservative Moral- und Familienbilder aufleben zu lassen und unerwünschte Formen gelebter Sexualität zu diskreditieren." Kritisiert wurde, dass Familienfeiern, "die immer wieder zu Masseninfektionen geführt hatten", erlaubt worden seien, während "schwule Saunen mit mehr als fragwürdigen Begründungen geschlossen" wurden. "Sexarbeiter*innen wurden trotz gut einhaltbarer Hygiene- und Schutzkonzepte allumfassende Berufsverbote auferlegt", so Bache, Jahn und Laubenburg.

"Das Framing der konservativen Landesregierung ist klar: Familienbesuche und -feiern sind trotz hohen Infektionsrisikos notwendige soziale Kontakte, auf Sex außerhalb der Ehe und fester Beziehungen hingegen könne, trotz geringeren Infektionsrisikos, verzichtet werden", beklagten die Sprecher*innen. Die Lebenswelten von Menschen und ihre Bedürfnisse müssten aber auch in den Zeiten einer Pandemie bei der Entwicklung von Schutzkonzepten Berücksichtigung finden.

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Kehren die homophoben Achtzigerjahre zurück?

Bache, Jahn und Laubenburg fühlen sich an homophobe Gauweiler-Zeiten erinnert: "Der bisherige Umgang mit Orten gelebter Sexualität erinnert hingegen in fataler Weise an die repressiven Strategien zur Bekämpfung des HI-Virus in den 1980er Jahren." Erst die gemeinsame "Gegenwehr von Sexarbeiter*innen, schwulen Männern, drogengebrauchenden Menschen und sich ihnen gegenüber solidarisch verhaltenden Menschen und Organisationen" hätten zu Fortschritten geführt. "Angesichts des gestrigen Beschlusses des OVG Münster fordert Die Linke.queer eine angemessene Entschädigung für alle Betriebe und Menschen, denen durch die Handlungen der Landesregierung und kommunaler Ordnungsbehörden finanzieller Schaden entstanden ist", so die Links-Politiker*innen.

Das Verbot durch die Landesregierung war bereits vor der Gerichtsentscheidung von SPDqueer kritisiert worden (queer.de berichtete). Die sozialdemokratische Arbeitsgemeinschaft beklagte, dass die Landesregierung mit ihrer Politik "schwule Saunen in die Nähe von Prostitution und Bordellbetrieben" gerückt habe. (pm/dk)

Pressemitteilung vom 8. September 2020 Phoenix Sauna klagt gegen Schließung durch die Stadt Köln Die Phoenix Sauna ?...

Gepostet von Phoenix Sauna Köln am Dienstag, 8. September 2020
Facebook / Phoenix Sauna Köln | Die Kölner Phoenix-Sauna wehrt sich vor Gericht gegen die Schließung durch die städtischen Behörden



#1 Girlygirl
  • 09.09.2020, 12:52h
  • Wenn in den Männersaunen keine Ansteckungsgefahr gilt, müssen die meinetwegen nicht zumachen. Aber jegliches Handeln mit Infektionsgefahr halte ich für unverantwortlich. Wenn man Sex mit einem Unbekannten haben möchte, kann man sich ja über irgendeine App verabreden und dann hinterher oder vorher die Kontaktdaten austauschen. Optimal finde ich das aber auch nicht. Am besten so wenig Kontakte wie möglich, damit die Infektionszahlen schnell sinken. Das hat Priorität.
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#2 ZuckerhutAnonym
  • 09.09.2020, 13:10h
  • Der Staat kann nicht jedem helfen, am Ende muss alles der Steuerzahler bezahlen. Da sind erstmal wichtigere Branchen zu unterstützen.
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#3 aux_Anonym
  • 09.09.2020, 13:31h
  • "Die Stadt Köln hatte den Betrieb unserer Sauna erst kurz vor dem Erlass der Schließungsanordnung auf Basis eines von uns in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt erarbeiteten sowie sämtliche Coronaschutzregeln beachtenden Hygiene- und Infektionsschutzkonzepts ausdrücklich genehmigt. Die Genehmigung wurde von der Stadt Köln auch in deren vollständiger Kenntnis davon erteilt, dass wir unter Beachtung der aktuellen Infektionsschutzregeln sexuelle Kontakte in unserer Sauna weiter dulden werden."

    Dicker Hund. Unter einer weiblichen Verwaltungschefin.

    Und, wie in den weiteren Ausführungen schlüssig dargelegt, geschichtsvergessen, unsachgemäß und kontraproduktiv.
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#4 SheelaAnonym
  • 09.09.2020, 14:01h
  • Antwort auf #1 von Girlygirl
  • Genau, am beten über irgendeine App, irgendjemanden nach Hause zu bestellen. Mir fällt dazu ein Filmzitat ein: Warum nicht direkt eine 20$ Note an den A**** heften und schreien "Das Opfer wartet, ich bin hier!" (Jumping Jack Flash)

    Vor allem wo Dating Apps so ein ehrliches, immer "sauberes" Klientel haben. Da gehe ich doch lieber in eine entsprechende Einrichtung, die überwacht ist und sauber.
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#5 stromboliProfil
  • 09.09.2020, 14:17hberlin
  • Antwort auf #2 von Zuckerhut
  • kannst du mal die "wichtigeren branchen" benennen die dir da so durch den kopf geistern..
    Fleisch -tönnes... ;"gottesdienste"; hochzeiten...?

    Oder " Am besten so wenig Kontakte wie möglich, damit die Infektionszahlen schnell sinken. Das hat Priorität." wie unser frau&heim leserin < partygirl> verbreitet.
    Wohl vergessend, wie lange pandemien dauern bevor sie aus der gesellschaft wieder verschwinden.
    Aber da gleichen sich ja auch die heteroideologischen "begründungen, warum man männersaunen ins rotlichtmilieu einordnet... SEX wo man nur hinblickt.
    Aber partymäuschen und co bleiben ja auch monogam-trocken für die volksgesundheit.

    Ich hingegen lese nichts von dieser so besorgt sich gebenden seite über verhaltensregelerwartungen, wenns um die virenschleuderveranstaltungen der heteronormativen vergnügungseinrichtungen wie kirchen, bodybuden, hetensaunen geht...
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#6 Ralph
  • 09.09.2020, 14:29h
  • Antwort auf #5 von stromboli
  • Na ja, das sind wir doch gewohnt - wenn es um uns geht, gibt es immer grad was Wichtigeres. Momentan insbesondere die Autoindustrie, die ihre Kundschaft seit vielen Jahren nach Strich und Faden betrügt und deshalb (nicht etwa wegen Corona!) unbedingt Subventionen braucht.
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#7 dellbronx51069Anonym
#8 TheDadProfil
  • 09.09.2020, 18:53hHannover
  • Antwort auf #1 von Girlygirl
  • ""Wenn man Sex mit einem Unbekannten haben möchte, kann man sich ja über irgendeine App verabreden und dann hinterher oder vorher die Kontaktdaten austauschen.""..

    Oxymorone Forderungen sind auch hier keine echte Lösung !
    Wer anonymen Sex will taucht eben keine "Kontaktdaten", denn dazu besteht gar kein Grund..
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#9 TheDadProfil
  • 09.09.2020, 19:00hHannover
  • Antwort auf #5 von stromboli
  • ""Oder " Am besten so wenig Kontakte wie möglich, damit die Infektionszahlen schnell sinken. Das hat Priorität." wie unser frau&heim leserin < partygirl> verbreitet.
    Wohl vergessend, wie lange pandemien dauern bevor sie aus der gesellschaft wieder verschwinden.""..

    Jepp..
    Und vielleicht verschwinden die dann gar nicht mehr..
    HIV ist ebenfalls eine Pandemie, und ist auch nach über 40 Jahren immer noch nicht verschwunden..

    Es kann und darf gar nicht darum gehen diese Pandemie wieder "verschwinden zu lassen", denn das Virus ist da, und geht nicht wieder weg, es muß darum gehen nachvollziehbare Wege zu gehen die ein Leben mit dem Virus möglich machen, inklusive Sauna und Grüner Hügel in Bayreuth..

    Diejenigen die dann hier unsinniges vorschlagen wie "es gibt wichtigeres als eine männer-sauna" und ähnlichen Unfug sind dann auch keine guten Ratgeber..
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#10 aberaberAnonym
  • 09.09.2020, 19:21h
  • Wenn ich mir anschaue, was nicht nur ich so bei einem Besuch in einer Sauna ließen, frage ich mich, wieso da keine Rücklagen gebildet wurden...

    Das gleiche gilt für Szenekneipen. Wenn dort das Bier 3 bis 4 mal soviel kostet, wie in einer normalen Eckkneipe, muss man sich fragen, wo das Geld geblieben ist.
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