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Katholische Kirche

Erzbischof Schick: "Wer gegen Homosexuelle hetzt, der verliert sein Kirchenamt"

Der Bamberger Erzbischof, der in den letzten Jahren gerne gegen Homosexuelle ausgeteilt hatte, befürwortet jetzt eine offizielle Entschuldigung der Kirche für ihre Hetze gegen sexuelle Minderheiten.


Meinungswandel bei Erzbischof Ludwig Schick? (Bild: Stefan Krug / wikipedia)

Erzbischof Ludwig Schick hat in einer Diskussionsrunde im Marianum, einer katholischen Schule in Fulda, die ablehnende Haltung von Teilen der Kirche gegenüber Homosexuellen kritisiert. Wie das Regionalportal Osthessen-News berichtet, erklärte der 70-Jährige vor Zwölftklässlern, dass sich die Kirche entschuldigen müsse.

Laut Schick seien Schwule und Lesben genauso wertvoll wie andere Menschen auch. Es könne nicht sein, dass Teile der Kirche in der Vergangenheit den nötigen Respekt gegenüber dieser Gruppe habe vermissen lassen. Die offizielle Haltung der Kirche besage, dass alle Menschen ihr Leben in Nächstenliebe gestalten könnten. Er ging sogar noch weiter: "Wer gegen Homosexuelle hetzt, der verliert sein Kirchenamt", so zitiert Osthessen-News den Kirchenmann. Außerdem erklärte Schick, dass die Kirche auch politisch sein und einem Auseinanderdriften der Gesellschaft entgegenwirken müsse.

Schick machte jahrelang Stimmung gegen Homosexuelle

Die Äußerungen von Schick sind überraschend, da er in der Vergangenheit oft Stimmung gegen Homosexuelle gemacht und sich auch politisch dafür engagiert hatte, dass Homosexuelle weiter diskriminiert werden. 2004 behauptete der Hobby-Verfassungsrechtler etwa, dass im deutschen Grundgesetz ein Eheverbot für Schwule und Lesben verankert sei und eine Gleichbehandlung "aus christlicher Sicht nicht akzeptiert werden" könne (queer.de berichtete). 2009 attestierte er Homosexuellen pauschal, dass sie nicht "das Beste für die Kinder" seien (queer.de berichtete). Außerdem empfahl er Schwulen und Lesben 2014, dass sie sich statt eines öffentlichen Coming-outs lieber "bußwillig" zeigen und zugeben sollen, dass sie "Sünder" seien (queer.de berichtete). Vor zwei Jahren erklärte er, er habe zwar "nichts gegen Homosexuelle", würde aber grundsätzlich keine schwulen Priester akzeptieren (queer.de berichtete).

Ludwig Schick wurde im Juni 2002 von Papst Johannes Paul II. zum Erzbischof von Bamberg ernannt. Zuvor war er Weihbischof in Fulda gewesen. (dk)



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#1 KaiJAnonym
  • 10.09.2020, 10:45h
  • Wer gegen das Gebot der Nächstenliebe verstösst, muss sein Kirchenamt verlieren.
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#2 swimniAnonym
  • 10.09.2020, 10:51h
  • hat er sich denn für alle seine missetaten entschuldigt und seinen mitarbeitern erklärt, dass er jahrelang in der sache selbst mist gebaut hat, wenn er jetzt so martialisch auftritt???
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#3 Peck_SProfil
  • 10.09.2020, 10:53hFrankenthal
  • Unabhängig davon, dass ich dem Mann seinen persönlichen Sinneswandel nicht abkaufe, die Aussagen und Beschlüsse für Kirchenpropaganda halte, die weitere Austrittswellen verhindern und den Sprint in die Bedeutungslosigkeit verhindern soll, bemittleide ich jeden Menschen, der das Wort eines Bischof braucht, um sich genauso wertvoll wie ein heterosexueller Mensch zu fühlen.

    Dass der Herr Schick überhaupt erwähnen, ja aufklären muss, dass es kein unwerteres menschliches Leben gibt, ist für jeden logisch denkenden Menschen schon der Offenbarungseid zur Kirchengeschichte.
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#4 tychiProfil
  • 10.09.2020, 11:16hIrgendwo im Nirgendwo
  • Altersmilde, Sinneswandel oder PR-Kalkül...??

    Unabhängig der Beweggründe gilt es, den Mann beim Wort zu nehmen und medial zur Verwantwortung zu ziehen, wenn es in seinem Revier zu einem entsprechnenden Vorfall kommt.

    Ich gehöre zwar nicht zur katholischen Religionsgemeinschaft, doch sind solche Voten vermutlich für viele kath. LGBTIQ-Menschen eine Wohltat und gibt ihnen hoffentlich auch Mut, sich zu wehren. So zumindest mein Wunsch für diese Menschen.
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#5 goddamn liberalAnonym
  • 10.09.2020, 11:22h
  • Antwort auf #3 von Peck_S
  • Ich stimme Dir zu, aber finde, dass wir die Sache weniger deutsch-provinziell und etwas taktischer angehen sollten (ähnlich taktisch wie die deutschen Oberkatholen auf der anderen Seite).

    Wenn Bischöfe wie Overbeck und Schick plötzlich solche Positionen vertreten, dann wird es für homophobe polnische Faschisten umso schwieriger ihren Menschenhass als 'katholisch' zu verkaufen.

    www.youtube.com/watch?v=OgHrbzWxPfc

    Die innereuropäische Isolation Polens, die auch im Vergleich mit anderen leidgeprüften kath. Nationen wie Irland ohnehin existiert, überträgt sich dann auch noch auf die Kirche.

    Und das ist auch gut so.
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#6 hugoAnonym
#7 Prima4Anonym
  • 10.09.2020, 12:24h
  • Wenn man sich alte Interviews durchliest kann ich kein umdenken erkennen... seine Aussage bezüglich Ehe für alle hat er ja nicht revidieret, das homosexuelle die gleiche Anerkennung "verdienen" hat er ebenfalls schon früher gesagt... er taumelt da zwischen Kirchen- und Menschenrechten und dort wo die beiden Positionen kollidieren scheint er beide Seiten bespielen zu wollen... oO
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#8 stephan
  • 10.09.2020, 12:45h
  • Wenn jeder und jede die hetzt, sein Kirchenamt verlöre, dann wäre das sehr wünschenswert! Wenn die Order aus Rom käme, wäre es noch besser ... allerdings ständen dann etliche katholische Ortskirchen ohne Bischöfe und Priester dar, etwa in Polen, manchen afrikanischen Kirchen etc.
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#9 Alex-KölnAnonym
  • 10.09.2020, 13:20h
  • Antwort auf #7 von Prima4
  • Nur weil er einen Sinneswandel propagiert, das auch Homosexuelles Leben gleich Wert ist, kann die Kirche dennoch am Eheverbot von Gleichgeschlechtlichen Ehen festhalten. Ich persönlich finde, das ist grundsätzlich kein Widerspruch!

    Ich denke wir können nicht erwarten, das die Kirche sich von heute auf morgen wandelt. Um so mehr freue ich mich auf die kleinen Schritte der Kirche. Aber wir dürfen nicht vergessen, die Kirche ist nicht nur Deutschland. Wenn die Kirche zumindest den Respekt vor jedem Leben Weltweit einheitlich unterstützen würde, wäre das mehr Wert, als die Ehe für alle auch in Deutschlands Kirchen durchzusetzen.

    Der Gesetzgeber in der BRD hat ewig gebraucht gleiche Rechte und Pflichten zu installieren. Die Kirche ist aber viel Älter und wandelt viel länger auf dem falschen Pfad. Sie wird erstein mal ein paar Meilen zurück laufen müssen um einen anderen Abzweig des Weges zu finden.

    Grundsätzlich kann ich mit der Meinung anderer Leben, das Schwule/Lesben nicht heiraten sollten. Am Ende will ich aber zumindest respektiert werden, als der Mensch der ich bin. Und nicht beurteilt werde, für meine Taten im Schlafzimmer!
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#10 qwertzuiopüAnonym
  • 10.09.2020, 13:20h
  • Antwort auf #5 von goddamn liberal
  • Da bin ich mir nicht so sicher. Die deutsche Katholische Kirche stellt mit dem synodalen Weg doch eher den Sonderweg dar, der Vatikan und die polnische Kirche sind sich in ihren konservativen Positionen deutlich näher, denke ich.

    Der Aufbruch der deutschen katholischen Kirche ist zu begrüßen: Ob PR-Gag oder nicht, kommt am Ende aufs gleiche raus, mich persönlich interessiert es nicht die Bohne, was irgendein Bischof in Wirklichkeit über mich denkt.

    Wenn die katholische Kirche wirklich diesen Schritt macht, dann bitte nicht nur auf Schwule bezogen, sondern generell mal den ganzen reaktionären Mist überprüfen, der mit dem Christentum des Evangeliums nichts zu tun hat.
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