Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?37033

Steinhagener Christdemokraten lehnen "Herren mit Kind" ab

Provinzfarce: CDU kritisiert Familien-Logo als zu schwul

Eine 20.000-Einwohner-Gemeinde im Norden von NRW will sich ein neues Logo für Familienfreundlichkeit geben. Doch die CDU verweigert ihre Zustimmung, weil auf dem Logo eine Regenbogenfamilie prominent platziert wurde.


Die CDU hält die Darstellung einer Regenbogenfamilie für zu prominent im Familienlogo (Bild: Gemeinde Steinhagen)

Wenige Tage vor der NRW-Kommunalwahl hat sich die CDU Steinhagen (Kreis Gütersloh) im Sozialausschuss als einzige Fraktion gegen ein neues Logo ausgesprochen, das die Familienfreundlichkeit der Gemeinde bildlich darstellen soll. Das berichtet die Lokalzeitung "Haller Kreisblatt". Der Grund für die Ablehnung fußt auf Homophobie: Auf dem Logo befindet sich links eine Familie, die aus zwei Männern und einem Kind besteht. Der prominente Platz für eine Regenbogenfamilie ist den Christdemokraten zu viel. SPD, Grüne und FDP stimmten allerdings zu und konnten die homosexuellenkritische Fraktion überstimmen.

CDU-Fraktionschef und Bürgermeisterkandidat Hans-Heino Bante-Ortega beklagte sich bereits im Vorfeld über die "beiden maskulineren Personen", die im Logo ganz vorne stünden – er würde diese Figuren gerne in die Mitte verschieben, weil von "Herren mit Kind" eine falsche Symbolik ausgehe. Am Ende enthielt er sich bei der Abstimmung, seine zwei CDU-Kollegen im Ausschuss stimmten aber wegen des Homo-Paares gegen den Entwurf.


"Lebendige Demokratie" ist bei den Steinhagener Christdemokraten wohl nur mit Heterosexuellen erlaubt (Bild: CDU Steinhagen)

Die anderen Fraktion verstehen die Einwände nicht. "Dass wir im Jahr 2020 ernsthaft so eine Frage diskutieren müssen, ist eine Farce", erklärte SPD-Bürgermeisterkandidatin Sarah Süß. FDP-Fraktionschefin Silke Wehmeier ergänzte, dass homosexuelle Paare heutzutage eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollten – und forderte sogar noch mehr Sichtbarkeit: "Um alle Möglichkeiten abzudecken, hätte man auch noch zwei Frauen mit einem Kind zeigen können."

Haben Sie die Zukunft im Blick? Ich auch. Und genau deswegen will ich Bürgermeisterin von Steinhagen...

Gepostet von Sarah Süß am Montag, 16. März 2020
Facebook / Sarah Süß | Sarah Süß tritt am Sonntag als Bürgermeisterkandidatin an

- Werbung - Video - Abheben und Frankreich und die Welt entdecken

Das neue Logo wurde notwendig, weil Steinhagen den an ein Überprüfungsverfahren geknüpften Begriff "familiengerechte Kommune" nicht mehr verwenden darf. Grundlage für das neue Logo soll ein 2014 einstimmig im Gemeinderat beschlossener Familienbegriff sein, der auch Regenbogenfamilien ausdrücklich benennt.

Besonders pikant an der Ablehnung der CDU: Das Logo wurde von Werbegrafikerin Astrid Lonnemann entworfen, die selbst bei der Kommunalwahl für die Christdemokraten antritt.

Das "Haller Kreisblatt" kritisierte die ablehnende Haltung der CDU in einem Kommentar scharf: "Die Darstellung eines homosexuellen Paars mit Kind stellt in den Augen der CDU auch heute noch eine derartige Provokation dar, dass sie zum Totalverweigerer erstarrt", so Autor Frank Jasper. (dk)



#1 gayflecktarnhoseProfil
  • 10.09.2020, 12:34hBremen
  • Hier zeigt die Regierung und die Politiker mal wieder ihr wahres Gesicht. Hass gegen schwule.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 stephan
  • 10.09.2020, 12:50h
  • Machen wir uns doch nichts vor: Gleichgültig, was Spitzenpolitiker sagen und den Wandel in der Haltung propagieren, ich gehe davon aus, das Christdemokratische Stammtische immer noch über LGBTIs lachen und feixen ...
  • Antworten » | Direktlink »
#3 qwertzuiopüAnonym
  • 10.09.2020, 13:01h
  • Antwort auf #1 von gayflecktarnhose
  • Wenn für dich drei Kommunalräte der CDU "die Regierung" und "die Politiker" darstellen, dann hast du wohl recht.
    Ich denke eher, dass sich hier Einzelpersonen in ihrer Kommune lächerlich machen, auch wenn der homophobe Hintergrund natürlich ernst ist.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 Prima4Anonym
#5 MoKiAnonym
  • 10.09.2020, 13:28h
  • "Ich habe nichts gegen Schwule, solange sie nicht sichtbar sind!"

    Das ist die Formel für die vermeintliche Toleranz konservativer Zeitgenossen im Jahre 2020.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 PuhhhAnonym
  • 10.09.2020, 13:41h
  • Antwort auf #4 von Prima4
  • Natürlich zeigen hier nur diese 3 Politiker ihre homophobe Fratze.
    Nichtsdestoweniger erwartet man solche Reaktionen schlichtweg eher in den Reihen der Union, oder heutzutage vielmehr in den Reihen de AfD
    Warum wohl traut man Provinzpolitikern der CDU/CSU solche Geisteshaltung zu?
    Weil diese Geisteshaltung eben historisch genau der Grund waren, warum solche Birnen in die Union eingetreten sind.
    Dass sie sogar dort mittlerweile immer weniger dem Mainstream entsprechen, treibt sie in die Arme der AfD.
    Wäre gut wenn die Union bereit wäre auf solche Mitarbeiter zu verzichten.
    Ich glaube aber, dass das eher wie in der EKD mit Hasspastor Latzel läuft:
    Augen zu und durch und bloss nicht zuviele Ewiggestrige vergraulen.
    Deren Stimmen werden gebraucht.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 RainbowLukeAnonym
  • 10.09.2020, 13:48h
  • Einfach nur Schade. Mal sehen ob auf der Facebook Seite der CDU Steinhagen der Shitstorm sie zum Umdenken bewegt
  • Antworten » | Direktlink »
#8 Prima4Anonym
#9 Alexander_FAnonym
  • 10.09.2020, 14:35h
  • Unser Hansel zeigt eben einmal wieder, welches Verständnis von Familie und Familienwerten in seinen Kreisen herrscht: kinderlose heterosexuelle Paare sind eine schützenswerte, selbstlose Keimzelle der Gesellschaft, während zwei Männer mit Kindern unfruchtbare, egoistische Hedonisten sind.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 ursus
  • 10.09.2020, 14:50h
  • Antwort auf #5 von MoKi
  • "Ich habe nichts gegen Schwule, solange sie nicht sichtbar sind!"

    Und wenn man schon nicht verhindern kann, dass sie sichtbar werden, weil einem jetzt sogar schon einzelne Parteigenoss_innen ins rein heterosexuelle Weltbild grätschen, dann muss man wenigstens noch klarstellen, wer sich hier gefälligst hinten anzustellen hat.
  • Antworten » | Direktlink »