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Bundestag

AfD scheitert zum 15. Mal mit Einzug ins Hirschfeld-Kuratorium

Die AfD will Homosexuellen das Ehe-Recht entziehen und schimpft über trans Menschen und "Gender-Gaga". Trotzdem bewarb sich die Partei um einem Platz in der Stiftung, die LGBTI-Diskriminierung abbauen soll.


Die anderen Fraktion verwehren den Homo-Hasser*­innen der AfD den Zutritt zu Hirschfeld-Stiftung (Bild: Parlamentsfernsehen)

  • 10. September 2020, 13:01h 8 2 Min.

Die AfD-Fraktion ist am Donnerstagnachmittag zum 15. Mal mit ihrem Antrag gescheitert, einen Platz im Kuratorium der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld zu ergattern. Die Rechtsaußenfraktion wollte ihren Parlamentarier Uwe Witt aus Nordrhein-Westfalen ins Gremium entsenden – als Stellvertreterin war Joana Cotar aus Hessen vorgesehen (PDF).

Bei der Abstimmung via Handzeichen votierte lediglich die AfD-Fraktion für ihren Kandidaten. SPD, FDP, Linke und Grüne stimmten geschlossen mit Nein. Auch die meisten Unionsabgeordneten lehnten den AfD-Vorschlag ab, zwei Abgeordnete enthielten sich. Zuletzt war Witt im Juni diesen Jahres durchgefallen (queer.de berichtete).

Ziel der sich ständig wiederholenden Wahlgänge der AfD ist Zermürbungstaktik: Damit kann die Rechtsaußenpartei mit Wahlformalien das Plenum eine Zeit lang blockieren und sich dann in sozialen Medien als Opfer der "Systemparteien" präsentieren. Zu den früheren Wahlgängen hatte die AfD teils unterschiedliche Abgeordnete aufgestellt; darunter befand sich etwa Nicole Höchst, die sich immer wieder über LGBTI lustig gemacht hatte (queer.de berichtete). Die Abgeordnete aus Rheinland-Pfalz bewarb sich am Donnerstagnachmittag erfolglos um einen Sitz im Kuratorium der "Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas".

Als Hirschfeld-Kuratoriumsmitglieder hätten die AfD-Abgeordneten eine zentrale Rolle gespielt: Das Gremium fasst die wichtigsten Beschlüsse zur Arbeit der Stiftung, etwa zur Vergabe von Forschungsaufträgen und Förderungen und zur Ernennung des Vorstands. Dem Kuratorium gehören Vertreter*innen mehrerer LGBTI-Verbände und für die jeweilige Legislaturperiode mehrerer Ministerien sowie der Fraktionen im Bundestag an – die Abgeordneten werden dazu gewählt werden.

Die AfD-Fraktion hat in den letzten Jahren immer wieder versucht, mit Homo- und Transphobie bei ihrer Klientel zu punkten. So wurde etwa beantragt, Schwulen und Lesben das Ehe-Recht wieder zu entziehen. Bei einer Bundestagsdebatte zum Thema warb ein Abgeordneter für den Antrag mit dem Argument, dass Deutschland eine "gesunde Gesellschaft" brauche und keinen "Volkstod" (queer.de berichtete). (dk)

-w-

#1 Peck_SEhemaliges Profil
  • 10.09.2020, 16:05h
  • Albert Einstein: Die Defintion von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.
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#2 SpeckAnonym
  • 10.09.2020, 16:17h
  • Antwort auf #1 von Peck_S
  • Ich glaube nicht, dass sie ernsthaft andere Ergebnisse bei den Wahlen erwarten, sondern es geht einfach nur darum, die Arbeit der Stiftung zu stören und blockieren.
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#3 FckAfdAnonym
  • 10.09.2020, 19:45h
  • Es gibt doch Regeln gegen Behinderung der Justiz, warum also nicht gegen Behinderung der Arbeit eines Parlaments? (Ist schließlich auch ein Organ der Staatsgewalt.)
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