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Neue Zentralstelle
Hasskriminalität in Berlin soll besser verfolgt werden
In der Hauptstadt hat eine neue Zentralstelle der Staatsanwaltschaft für Hasskriminalität ihre Arbeit aufgenommen. Sie ist zuständig für Taten, die im Internet und im realen Leben begangen wurden.

Um vorurteilsmotivierte Straftaten effektiver zu verfolgen, hat die Staatsanwaltschaft Berlin die "Zentralstelle Hasskriminalität" eingerichtet (Bild: Tim Reckmann / flickr)
- 11. September 2020, 02:36h 2 Min.
Es geht um Straftaten gegen Menschen zum Beispiel wegen ihrer sexuellen Orientierung, geschlechtlichen Identität, ihrer Religion oder ihrer politischen Arbeit: Sogenannte Hasskriminalität soll in Berlin besser verfolgt werden. Dazu ist bei der Berliner Staatsanwaltschaft eine Zentralstelle eingerichtet worden.
Nach dem Start zum 1. September fand am Donnerstagnachmittag eine Auftaktveranstaltung in den Räumen des Vereins "Gesicht zeigen!" statt, wie die Leiterin der Zentralstelle, Oberstaatsanwältin Ines Karl, sagte. Karl ist bereits seit 2012 Ansprechpartnerin der Berliner Staatsanwaltschaft für LGBTI.
Vertrauen der Gesellschaft in Polizei und Justiz soll gestärkt werden
Die Wahl des Ortes war kein Zufall: Ziel der neuen Stelle sei es, "rauszugehen aus den Büros" und auch etwa mit Beratungsstellen und Interessenvertretungen zusammenzuarbeiten, erläuterte Karl. "Die Staatsanwaltschaft wird so ihrer Aufgabe, extremistische Straftaten effektiver zu verfolgen, bei steigenden Verfahrenszahlen – die das Erhellen des Dunkelfeldes dokumentieren werden – besser gerecht werden können." Man wolle das Vertrauen der Gesellschaft in Polizei und Justiz stärken, hieß es. Zuständig ist die neue Stelle für Taten, die im Internet und im realen Leben begangen wurden.
Betroffene von Hasskriminalität zeigen die Taten häufig nicht an, zum Beispiel aus Angst, nicht ernstgenommen zu werden, wie Karl ausführte. Dieses Dunkelfeld gelte es aufzuhellen. Im Bereich LGBTI habe es diesbezüglich Fortschritte gegeben, erklärte die Oberstaatsanwätin. Der Ansatz solle nun auf die ganze Palette der Hasskriminalität ausgeweitet werden.
"Die Einrichtung der Zentrale ist ein wichtiger Schritt, um Rassismus, Antisemitismus und anderen Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit entschieden entgegenzutreten", erklärte Berlins Generalstaatsanwältin Margarete Koppers. (cw/dpa)














