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Kuck mal, wer da zürnt

Vielfalt bei den Oscars: Kirstie Alley ist stinksauer

Die "Cheers"- und "Star Trek"-Darstellerin mit einem Faible für Donald Trump hat einen höchst unvulkanischen Ausbruch wegen der neuen Vielfaltskriterien der Oscar-Academy.


Kirstie Alley ist Trekkies vor allem als Lieutenant Saavik im zweiten Teil der Filmreihe bekannt, der zu den am meisten geliebten "Star Trek"-Filmen gehört (Bild: Paramount Pictures)

Am Dienstag stellte die Academy of Motion Picture Arts and Sciences in Hollywood neue Vielfaltsregeln vor, die ab 2024 in der Königsdisziplin "Bester Film" gelten sollen – so soll erreicht werden, dass Frauen, ethnische Minderheiten, Menschen mit Behinderungen oder queere Personen vor oder hinter der Kamera eine größere Rolle spielen (queer.de berichtete). Die Entscheidung hat unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen. So war oft von einem guten ersten Schritt die Rede, der aber nicht weit genug gehe.

Aber es gab auch hysterische Reflexe: So wurden diese Regeln im Rechtsaußensender "Fox News Channel" etwa als schlimmer als im Kommunismus diffamiert. Die schärfste Reaktion unter Schauspieler*innen legte jedoch die 69-jährige Kirstie Alley hin.

Direktlink | Kirstie Alley spricht in einem Interview vom Oktober über ihre künstlerischen Pläne und ihre Laufbahn

"Das ist ein Schande für Künstler in aller Welt", ließ die Schauspielerin aus Kansas via Twitter verlautbaren. "Könnt Ihr euch vorstellen, Picasso zu befehlen, wie er seine verfickten Bilder malen muss? Ihr habt echt den Verstand verloren. Kontrolliere Künstler, kontrolliere individuelle Gedanken… OSCAR ORWELL", so Alley. Dabei nimmt sie Bezug auf den britischen Autoren George Orwell und seine Dystopie "1984", die von einem totalitären Überwachungsstaat handelt.

Diesen Tweet hat sie inzwischen gelöscht, weil darin eine "schlechte Analogie" enthalten gewesen sei. Sie bezeichnete aber in weiteren Twitter-Einträgen die neuen Regeln nicht weniger zimperlich als "diktatorisch", während sie behauptete, dass sie zu 100 Prozent hinter "Vielfalt, Inklusion und Toleranz" stehe. Sie spreche sich aber gegen "ANGEORDNETE, WILLKÜRLICHE Prozentzahlen" aus, wenn es darum gehe, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen. Außerdem beschuldigte sie Kritiker*innen, ihre Ansichten nur niederzumachen, weil sie sich als Anhängerin von Donald Trump geoutet hatte.

Twitter / kirstiealley

Twitter / kirstiealley

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Kirstie Alley wurde mit ihrer Rolle als Vulkanierin Lieutenant Saavik im 1982 erschienen Film "Star Trek II: Der Zorn des Khan" bekannt. Später feierte sie große Erfolge als Komikerin – im TV mit der Sitcom "Cheers" (1987-1993) und mit zwei international sehr erfolgreichen Spielfilmen an der Seite von John Travolta ("Kuck mal, wer da spricht!"). Im letzten Jahrzehnt war sie – neben kleineren Rollen in Serien wie "Hot in Cleveland" oder "Scream Queens" – vor allem als Realitydarstellerin bekannt. In "Kirstie Alley's Big Life" zeigte die zwischenzeitlich stark übergewichtige Darstellerin, wie sie versuchte, Pfunde zu verlieren. Außerdem war sie bei Reality-Dauerbrennern dabei, etwa der US-Tanzshow "Dancing with the Stars" oder der britischen Version von "Promi Big Brother".

Alley ist Mitglied der homophoben Scientology-"Kirche" und Anhängerin von Präsident Donald Trump – während sie über ihre Sektenmitgliedschaft ungern spricht, eckt sie gerne mit ihrer Unterstützung für Trump an. Erst im März dankte sie dem Präsidenten ohne Ironie für "seinen Anstand, seine Aufrichtigkeit und seine Sorge für uns". (dk)

Twitter / kirstiealley

Direktlink | Kirstie Alley will bei "Big Brother" mit der "menschlichen Barbiepuppe" nicht über Scientology sprechen – inzwischen hat sie die brasilianisch-britische Reality-Persönlichkeit als trans geoutet und in Jessica Alves umbenannt



#1 yourdestiny030Anonym
  • 11.09.2020, 12:43h
  • Da hat der guten mal wieder mächtig der JoJo-Effekt auf den Magen oder die Hüfte geschlagen. Sie ist aus den richtigen Gründen in der Bedeutungslosigkeit versunken. Von mir aus darf sie da auch gerne bleiben.
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#2 GronkelAnonym
  • 11.09.2020, 13:15h
  • "in der Königsdisziplin Bester Film"

    Naja, entweder es wird der beste Film prämiert oder eben nicht. Wenn das Kriterium nicht mehr der beste Film ist, dann sollte vielleicht die Kategorie umbenannt werden.
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#3 Girlygirl
  • 11.09.2020, 13:15h
  • Uns (und auch anderen Minderheiten) wird immer vorgeworfen, dass wir immer nur jammern und uns beschweren würden. Fakt ist aber, dass die "Neurechten" die sind, die sich am meisten als Opfer stilisieren. Auf jeden Angehörigen einer Minderheit, der Ungleichheit anprangert, kommen mindestens zehn Heten, Weiße oder whatever, die darüber klagen, wie schlimm sie es haben.
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#4 GronkelAnonym
  • 11.09.2020, 13:27h
  • Antwort auf #3 von Girlygirl
  • "Fakt ist aber, dass die "Neurechten" die sind, die sich am meisten als Opfer stilisieren. Auf jeden Angehörigen einer Minderheit, der Ungleichheit anprangert, kommen mindestens zehn Heten, Weiße oder whatever, die darüber klagen, wie schlimm sie es haben."

    Man muss nun wirklich nicht Neurecht, Hete, Weiß oder was auch immer sein wenn es einen stört, dass die Kategorie "Bester Film" nicht mehr nach dem Kriterium bester Film bewertet wird.
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#5 Ralph
  • 11.09.2020, 13:48h
  • Das ist nicht logisch. Kriterien für eine Preisverleihung sind nicht Kriterien für eine Dreherlaubnis. Dennoch - faszinierend.
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#6 la_passanteAnonym
#7 NichtHerunterspielenAnonym
  • 11.09.2020, 15:10h
  • Antwort auf #6 von la_passante
  • - ihre fans
    - QAnon-propagandist*innen
    - trumpist*innen
    - revanchist*innen
    - faschist*innen usw.
    kurz: alle, die die gegenseitige bestärkung nutzen, um ihren hass noch aggressiver zu verbreiten.

    ignorieren, herunterspielen und sich feige wegducken hat noch niemals fortschritt gebracht, allerwerteste spaziergängerin.
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#8 audeasAnonym
  • 11.09.2020, 15:13h
  • Antwort auf #4 von Gronkel
  • Rückständige Filmproduktionen dürfen weiterhin existieren. Die Preisverleihung hat lediglich Bewertungsmaßstäbe festgelegt nach billigem Ermessen, was vollkommen legitim ist. Es wird so ein Rahmen erstellt nach deren Mindeststandards. Absolut niemandem wird so etwas verbietet.

    Anway, die Entscheidung ist aus intersektionaler Perspektive definitiv zu begrüßen.
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#9 Vater2Anonym
#10 Alexander_FAnonym
  • 11.09.2020, 16:06h
  • Antwort auf #9 von Vater2
  • Allerdings. Unsere Trumposcientologin scheint aber wohl nie verstanden zu haben, worum Star Trek überhaupt geht. Oder aber sie war eigentlich eher Fan der Cardassianer als der Föderation. Zu denen würde sie mit ihrer Geisteshaltung ganz gut passen.
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