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"Mehr als frustrierend"

Jussie Smollett beharrt weiter auf seiner Unschuld

Der tief gefallene Schauspieler sieht sich weiter als Justizopfer. Die Liste seiner Unterstützer*innen ist aber sehr klein – prominentester Fan ist ein ehemaliges Aushängeschild der US-Kommunisten.


Smolletts Mugshot, also das in den USA obligatorische Polizeifoto, nach seiner Verhaftung vom Februar 2019 (Bild: CPD)
  • 11. September 2020, 13:59h, noch kein Kommentar

Der 38-jährige US-Schauspieler Jussie Smollett sieht sich weiterhin als Opfer einer Verschwörung. In einem Instagram-Live-Interview des ehemaligen CNN-Kommentatoren Marc Lamont-Hill sagte der ehemalige Star der TV-Serie "Empire", dass die letzten beiden Jahre "mehr als frustrierend" für ihn gewesen seien. "Sie lassen es einfach nicht auf sich beruhen. Sie wollen ein Exempel statuieren", so Smollett. "Das Traurige an der Sache ist, dass sie ein Exempel an einem Menschen statuieren, der das, was ihm vorgeworfen wird, nicht getan hat."

Smollett, der sich 2015 als schwul geoutet hatte, berichtete Anfang 2019 einer entsetzten Öffentlichkeit, dass er nachts auf offener Straße in Chicago von zwei Maskierten angegriffen sowie rassistisch und schwulenfeindlich beleidigt worden sei (queer.de berichtete). Schnell wurden allerdings Zweifel an seiner Darstellung laut. Nach Überzeugung der Polizei war die Attacke gestellt: Smollett soll sich selbst einen Drohbrief geschickt und anschließend zwei Bekannte, die prominenten nigerianischstämmigen Bodybuilderbrüder Abel und Ola Osundairo, mit dem vorgetäuschten Angriff beauftragt haben (queer.de berichtete). Im Februar wurden nach Einsetzen eines Sonderermitters sechs Anklagepunkte gegen Smollett bekanntgegeben. Noch ist unklar, wann der Prozess beginnen soll.

Der Schauspieler soll sich von seiner Opferrolle berufliche Vorteile erhofft haben. Er wurde nach Bekanntwerden des Skandals aus den neuen Folgen von "Empire" herausgeschnitten und gefeuert. Nach einer weiteren Staffel ohne Smollett wurde die Serie abgesetzt.

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In dem Interview sagte Smollett auch, wie schwierig es für ihn gewesen sei, dass er sich in den letzten kanpp zwei Jahren kaum öffentlich geäußert hatte. Er habe von den Dächern schreien wollen, dass er unschuldig sei. Ergänzend sagte er, dass es nicht seine Aufgabe sei, "die Leute zu überzeugen, dass ich unschuldig bin".

Verschwörungstheorie: Smolletts Fall soll von Polizeigewalt ablenken

Smollett stilisiert sich inmitten der "Black Lives Matter"-Bewegung zum Opfer einer weißen Justiz. Allerdings ist die Liste seiner Unterstützer*innen inzwischen recht kurz – prominentester Fan ist die 76-jährige Bürgerrechtlerin und Philosophin Angela Davis, die in den Siebziger- und Achtzigerjahren ein Aushängeschild der Kommunistischen Partei der USA (CPUSA) war. Als Vizepräsidentschaftskandidatin (hinter einem weißen Mann) erreichte sie aber 1980 und 1984 nur 0,05 bzw. 0,04 Prozent der Wählerstimmen.

In einem von Davis mitunterzeichneten Offenen Brief heißt es: "Wir glauben Jussie, nicht dem CPD [Polizeirevier Chicago]." Vielmehr werde der Fall des schwarzes Schauspielers dazu genutzt, "von unzähligen Akten rassistischer Ungerechtigkeit, die von der Polizei gegen schwarze Menschen und LGBTQ verübt werden, abzulenken." (cw)