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Winkelmann-Verband
"Homo-Heilung": Grünen-Politikerin stellt Strafanzeige
Die Bundestagsabgeordnete Ulle Schauws geht gegen den Bund Katholischer Ärzte vor, für den Homosexualität ein behandelbares "psychisches Defizit" ist.

Ein Symbolbild für die unmögliche Homo-"Heilung", das eigentlich immer seltener auftauchen sollte
- 11. September 2020, 16:00h 3 Min.
Die Sprecherin für Queerpolitik der grünen Bundestagfraktion, Ulle Schauws, hat laut einer Mitteilung vom Freitag Strafanzeige gegen den Bund Katholischer Ärzte (BKÄ) gestellt, weil dieser mit seiner Webseite gegen das Gesetz zum Schutz vor "Konversionsbehandlungen" verstoße.
"Mit Entsetzen habe ich auf der Webseite des Bundes Katholischer Ärzte entdeckt, dass dieser für Konversionsbehandlungen wirbt", so die Bundestagsabgeordnete aus Krefeld. "Der BKÄ beschreibt Homo- und Bisexualität beispielsweise als 'ein psychisches Defizit' oder 'eine geistig-körperliche Reifungsstörung' und behauptet, dass medizinische Transitionsprozesse wie Hormonbehandlungen gefährlich sind, 'weil sie die Ursachen in Geist und Seele dieser Menschen nicht behandelt'."

Ulle Schauws bei einer Debatte im Bundestag. Beim Gesetz gegen Homo- und Trans-"Heilung" hatte sie wie viele Verbände Nachbesserungen gefordert (queer.de berichtete). Bild: Deutscher Bundestag / Achim Melde
Es könne nicht sein, dass sich eine Ärzt*innenorganisation "für diese lebensgefährlichen Pseudotherapien trotz des gesetzlichen Verbots so offen ausspricht", betont die 54-Jährige. "Offensichtlich hat das Gesetz nicht genug abgeschreckt. Es ist darum wichtig und vor allem notwendig, gegen diese Scharlatanerie vorzugehen. Ich habe heute gegen die Betreiber*innen der Webseite Strafanzeige erstattet und u.a. die Bundesärztekammer um Einleitung berufsrechtlicher Schritte gebeten."
Erste Belastungsprobe für Gesetz
Das Gesetz, auf das sich Schauws bezieht, war im Sommer in Kraft getreten und verbietet alle Behandlungen, "die auf die Veränderung oder Unterdrückung der sexuellen Orientierung oder der selbstempfundenen geschlechtlichen Identität gerichtet sind", wenn es sich um Minderjährige handelt oder die Einwilligung zur "Behandlung" auf "einem Willensmangel beruht" (queer.de berichtete). Ferner untersagt das aus dem Haus von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) stammende Gesetz, für eine sogenannte Konversionsbehandlung "zu werben oder diese öffentlich anzubieten oder zu vermitteln".
Der (kleine) Bund der Katholischen Ärzte wirbt seit Jahren für die "Heilung" Homosexueller, so verteilte er etwa 2012 auf dem Katholikentag entsprechende Flugblätter (queer.de berichtete). Die Bundesärztekammer hatte sich 2011 nach einem Hinweis des Grünenpolitikers Volker Beck von den Forderungen distanziert (queer.de berichtete). Der Präsident des BKÄ, Gero Winkelmann, lobte sich gegenüber Medien, mehrere Männer erfolgreich "behandelt" zu haben; er ist auch in der NDR-"Panorama"-Reportage "Die Schwulenheiler" aus dem Jahr 2014 zu sehen (queer.de berichtete).
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Die BKÄ-Übersichtsseite zum Thema Homosexualität wurde noch in diesem Juni aktualisiert, darunter verlinkt ist etwa ein Text auf der eigenen Webseite über "homöopathische Therapiemöglichkeiten bei homosexuellen Leiden und Neigung", womit speziell ein "Entgiften" gemeint sei.
Ob die größtenteils älteren Texte unter das neue Verbot fallen, ist eine Frage für die Justiz – zumal das Gesetz in seinem Kleingedruckten das Verbot zum Bewerben sehr eng fasst und dabei etwa zwischen Meinungsäußerungen und dem Offerieren konkreter Angebote unterscheidet. Der evangelikale Dachverband "Evangelische Allianz" hatte dementsprechend vor wenigen Monaten einen Ratgeber an seine Mitglieder herausgegeben, wie man weiter angeblich legal auf junge Menschen und ihre Sexualität einwirken könne (queer.de berichtete). (nb/pm)















einfach nur krude und verwerflich.