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Winkelmann-Verband

"Homo-Heilung": Grünen-Politikerin stellt Strafanzeige

Die Bundestagsabgeordnete Ulle Schauws geht gegen den Bund Katholischer Ärzte vor, für den Homosexualität ein behandelbares "psychisches Defizit" ist.


Ein Symbolbild für die unmögliche Homo-"Heilung", das eigentlich immer seltener auftauchen sollte

Die Sprecherin für Queerpolitik der grünen Bundestagfraktion, Ulle Schauws, hat laut einer Mitteilung vom Freitag Strafanzeige gegen den Bund Katholischer Ärzte (BKÄ) gestellt, weil dieser mit seiner Webseite gegen das Gesetz zum Schutz vor "Konversionsbehandlungen" verstoße.

"Mit Entsetzen habe ich auf der Webseite des Bundes Katholischer Ärzte entdeckt, dass dieser für Konversionsbehandlungen wirbt", so die Bundestagsabgeordnete aus Krefeld. "Der BKÄ beschreibt Homo- und Bisexualität beispielsweise als 'ein psychisches Defizit' oder 'eine geistig-körperliche Reifungsstörung' und behauptet, dass medizinische Transitionsprozesse wie Hormonbehandlungen gefährlich sind, 'weil sie die Ursachen in Geist und Seele dieser Menschen nicht behandelt'."


Ulle Schauws bei einer Debatte im Bundestag. Beim Gesetz gegen Homo- und Trans-"Heilung" hatte sie wie viele Verbände Nachbesserungen gefordert (queer.de berichtete). Bild: Deutscher Bundestag / Achim Melde

Es könne nicht sein, dass sich eine Ärzt*innenorganisation "für diese lebensgefährlichen Pseudotherapien trotz des gesetzlichen Verbots so offen ausspricht", betont die 54-Jährige. "Offensichtlich hat das Gesetz nicht genug abgeschreckt. Es ist darum wichtig und vor allem notwendig, gegen diese Scharlatanerie vorzugehen. Ich habe heute gegen die Betreiber*innen der Webseite Strafanzeige erstattet und u.a. die Bundesärztekammer um Einleitung berufsrechtlicher Schritte gebeten."

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Erste Belastungsprobe für Gesetz

Das Gesetz, auf das sich Schauws bezieht, war im Sommer in Kraft getreten und verbietet alle Behandlungen, "die auf die Veränderung oder Unterdrückung der sexuellen Orientierung oder der selbstempfundenen geschlechtlichen Identität gerichtet sind", wenn es sich um Minderjährige handelt oder die Einwilligung zur "Behandlung" auf "einem Willensmangel beruht" (queer.de berichtete). Ferner untersagt das aus dem Haus von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) stammende Gesetz, für eine sogenannte Konversionsbehandlung "zu werben oder diese öffentlich anzubieten oder zu vermitteln".

Der (kleine) Bund der Katholischen Ärzte wirbt seit Jahren für die "Heilung" Homosexueller, so verteilte er etwa 2012 auf dem Katholikentag entsprechende Flugblätter (queer.de berichtete). Die Bundesärztekammer hatte sich 2011 nach einem Hinweis des Grünenpolitikers Volker Beck von den Forderungen distanziert (queer.de berichtete). Der Präsident des BKÄ, Gero Winkelmann, lobte sich gegenüber Medien, mehrere Männer erfolgreich "behandelt" zu haben; er ist auch in der NDR-"Panorama"-Reportage "Die Schwulenheiler" aus dem Jahr 2014 zu sehen (queer.de berichtete).

Direktlink | Gero Winkelmann ist ab ca. der 25. Minute zu sehen

Die BKÄ-Übersichtsseite zum Thema Homosexualität wurde noch in diesem Juni aktualisiert, darunter verlinkt ist etwa ein Text auf der eigenen Webseite über "homöopathische Therapiemöglichkeiten bei homosexuellen Leiden und Neigung", womit speziell ein "Entgiften" gemeint sei.

Ob die größtenteils älteren Texte unter das neue Verbot fallen, ist eine Frage für die Justiz – zumal das Gesetz in seinem Kleingedruckten das Verbot zum Bewerben sehr eng fasst und dabei etwa zwischen Meinungsäußerungen und dem Offerieren konkreter Angebote unterscheidet. Der evangelikale Dachverband "Evangelische Allianz" hatte dementsprechend vor wenigen Monaten einen Ratgeber an seine Mitglieder herausgegeben, wie man weiter angeblich legal auf junge Menschen und ihre Sexualität einwirken könne (queer.de berichtete). (nb/pm)



#1 swimniAnonym
  • 11.09.2020, 18:23h
  • die gleichen religiösen fanatiker, die selbstsüchtig menschen nötigen wollen, wie sie zu lieben haben, werfen aber den ländern indoktrination vor wenn es im schulunterricht um mehr offenheit geht.
    einfach nur krude und verwerflich.
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#2 Homonklin_NZAnonym
  • 11.09.2020, 18:43h
  • Nun, wenn man die verwendeten Begriffe "psychisches Defizit" oder "geistige Reifungsstörung", die diese Knorrenköppe verwenden, im weiten Raum der verschiedenen Arten von proklamiertem Sosein kreisen lässt, passen sie eigentlixch genau auf das, was Religiosität im Kern erfasst-.Das ist da das Leidliche an der Begriffswahl, denn enorm viele Menschen mit religiös konditionierter Psyche sind geistig regelrecht unreif und haben psychische Defizite.
    Das fängt etwa beim Weltbegriff an, wo sie Teile der Wirklichkeit ausblenden und so tun, als würden fantastische und mythologische Figuren aus uralten Fantasy-Legenden das despektierlich finden, was Menschen an Vielfalt in unerwünschten Ausprägungen ihrer Natur ausmacht.

    Auch wenn das hier Ärzte sind und sein möchten, dann zeigt sich doch vor, wie geistige Unreife und Starrsinnigkeit mit Religion, im weiteren Sinne Religiösem Wahn so zusammenhängen können, dass sie selbst Personen mit hochgelobten Titeln eine einseitige, erschreckende Geistesarmut anscheinen lassen.

    Von der Funktion der Logik in dem, das Natur kann, braucht man nicht anzufangen. Für die Art Menschenschlag scheint es nur 2 Farben und Formen von Rosen zu geben, alle anderen müssen umgefärbt werden.

    Die hohen Reden, die sie um ihre zentrale Legendenleitfigur ranken, erzählen von einem armen Würstchen, das (vielleicht) Eigenschaften ihres unentwickelten Selbst trägt.

    www.kirchenaustritt.de
    Ein möglicher Weg in eine auch den Horizont erweiternde, selbstbestimmte Freiheit.
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#3 ursus
  • 11.09.2020, 19:55h
  • Auf der BKÄ-Webseite:

    "Nach Umfragen unter Arztkollegen und Psychotherapeuten im Jahr 2013 haben wir beschlossen:
    1) Versuchen, den Themenkomplexes Homosexualität outzusourcen aus dem BKÄ (da das primäre Thema 'katholische Ärztearbeit' hier ungünstig beeinflusst wird."

    Davor und danach: Homosexualität, Homosexualität, Homosexualität, Homosexualität, Homosexualität, Homosexualität, Transsexualität, Homosexualität.

    Mir fällt da nur das Wort "Wahn" ein. Davon abgesehen habe ich lange keine derartig miserabel gestaltete, wirre und von schlechtem Deutsch (s.o.) strotzende Webseite gesehen.

    Die wollen doch allen Ernstes Homosexualität mit Homöopathie "heilen". Wie genau das gehen soll, wissen sie zwar nicht ansatzweise, und reale Präzedenzfälle gibt es keine, aber irgendwie muss doch theoretisch... vielleicht könnte man ja... es muss ja wohl irgendwie...

    Außerdem soll dann auch dieses Thema mit all den (völlig imaginären) "Fachinformationen" "ausgelagert" werden. Wohin, weiß vermutlich der Teufel, der die Webseite designt hat.

    Da sind verwirrte Besessene am Werk.
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#4 Peck_SProfil
  • 11.09.2020, 20:28hFrankenthal
  • Da das ja von der Kirche angekündigt wurde, überrascht es mich auch nicht.
    Deshalb hier nur ein rießiges Dankeschön an Ulle Schauws, für die klaren Worte und das konsequente Vorgehen! Wäre toll, wenn von diesem Selbstverständnis etwas auf andere Volksvertreter überspringen würde.
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#5 LorenProfil
  • 12.09.2020, 00:32hGreifswald
  • Antwort auf #3 von ursus
  • Das sind die Handlungen von Menschen, die ihren religiösen Fanatismus ungeniert ausleben wollen, Dass nun Frau Schauws aktiv wird, begrüße ich. Es wäre schön, wenn sich andere anschließen würden.
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#6 Anonyma
  • 12.09.2020, 02:34h
  • Antwort auf #3 von ursus
  • Dieses völlig wirre und zusammenhangslose Geschreibsel auf der Website des "BKÄ" schreit förmlich nach einer dauerhaften Unterbringung in der geschlossenen Abteilung einer - ähm - "therapeutischen Wohneinrichtung". Man sollte da im Rahmen des Strafprozesses wirklich mal die Schuldfähigkeit der verantwortlichen Person prüfen. Und dann ab in den Maßregelvollzug mit der Knalltüte...

    "Die wollen doch allen Ernstes Homosexualität mit Homöopathie "heilen"."

    Transsexualität wollen sie auch mit Homöopathie heilen, da werden sie sogar etwas konkreter:

    >Behandlungsgwürdige Pathologie und therapeutische Maßnahmen aus der Sicht eines homöopathischen Arztes:

    1) Das Psychotrauma pränatal oder in der ersten Lebenszeit behandeln (aufarbeiten, ausheilen lassen)

    2) Eventuelle erbliche, epigentisch übertragene Belastungen von Sexualkrankheiten der Ahnen (Gonorrhoe / Sykosis oder Sypihils) ausleiten und ausheilen lassen (Gabe von Nosoden)<

    Den Klamauk mit dem "pränatalen Psychotrauma" überspringen wir mal fix und kommen gleich zum spannendsten Punkt, der "Gabe von Nosoden": "Nosoden (von griechisch nosos für Krankheit) sind homöopathisch aufbereitete Mittel, die aus krankem oder pathologischem Material wie Blut, Eiter, Krankheitserregern oder Krebszellen hergestellt werden." [*]

    Faszinierend... *kopfkratz* Als ergänzende Behandlung würde ich dann noch vorschlagen, regelmäßig morgens und abends eine Tinktur aus Fliegenpilzsud, Krötenlaich und Spinnenbeinextrakt auf die Nasenspitze und die Ohrläppchen aufzutragen... *kicher*

    Es ist wirklich erstaunlich und extrem erschütternd, was für komplett durchgeknallte Personen in diesem Land als Ärzt:innen praktizieren dürfen...

    [*]
    de.wikipedia.org/wiki/Nosode
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#7 DramaQueen24Profil
  • 12.09.2020, 05:43hBerlin
  • Gut gemeint, ist oft nicht gut gemacht, weil dieses "Gesetz" zu viele Schlupflöcher für homophobe A***löcher gibt. Wir und diese Politikerin werden erleben, dass, wegen eben dieser Schlupflöcher, die Anzeige erfolglos sein wird.
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#8 zundermxeAnonym
  • 12.09.2020, 09:06h
  • Antwort auf #4 von Peck_S
  • Jo, sehe ich auch so.
    Lieben Dank an Ulle Schauws, dass sie den Ball ins Rollen bringt und wir nun erleben werden dürfen, was dieses Gesetz wert ist.

    Sollte die Anzeige wider meiner persönlichen Erwartung erfolgreich sein, müsste ein Urteil mit Präzedenz-Charakter folgen. Das wäre stark.
    Sollte die Anzeige nicht erfolgreich sein im Sinne eines nachhaltigen Urteils, wäre dann wohl gerichtlich bestätigt klar, dass dieses Gesetz in vielerlei Hinsicht schlecht und kontraproduktiv ist.

    Zu diesen (w)irren Ärzt*innen vom BKä bleibt nur zu sagen, dass diese gezwungen werden müssten neue Patient*innen vor Beginn der Behandlung über ihre Mitgliedschaft in diesem mittelalterlichen Bund aufzuklären. Sehe da eindeutig einen Interessenkonflikt zwischen dem, was von Ärzt*innen medizinisch, professionell und wissenschaftlich erwartet werden darf und der Mitgliedschaft in diesem religiösen Bund.
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#9 Ralph
  • 12.09.2020, 09:31h
  • Das Gesetz bestimmt, unter welchen Voraussetzungen wer die Scharlatanerie "Konversionstherapie" betreiben und sie propagieren darf. Es ist nach dem Wortlaut gar nicht so einfach, diese Voraussetzungen nicht zu erfüllen. Der gegenteilige Eindruck entsteht nur dann, wenn man annimmt, dass diese Kurpfuscherei allgemein geübt werde. Das ist aber nicht der Fall. Gerade der zahlenmäßig geringe Personenkreis, der ihr anhängt, findet im Gesetz diejenigen Vorgaben, die er einhalten muss.
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#10 Wombat97Anonym
  • 12.09.2020, 09:36h
  • Ich habe etliche Hausärzte erlebt, die freundlich taten, aber Homosexualität als "Störung der Sexualpräferenz" in den Akten hatten.
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