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Kleinpolen

Protest gegen Europaspiele in LGBT-freier Zone

In drei Jahren soll die Euro-Olympiade teilweise in einer Gegend ausgetragen werden, die sich aus Abneigung gegenüber Homo- und Transsexuellen zur LGBT-freien Zone erklärt hat.


Es wird befürchtet, dass homosexuelle Sportler*innen und Fans bei den nächsten Europaspielen in "LGBT-freien Zonen" Repressionen erfahren

LGBTI-Aktivst*innen protestieren gegen die Austragung der Europaspiele in einer sogenannten LGBT-freien Zone. Die dritte Ausgabe der Kontinental-Olympiade soll 2023 im polnischen Krakau ausgetragen werden, viele Veranstaltungen sollen jedoch im die relativ liberale Großstadt umgebenden Verwaltungsbezirk Kleinpolen stattfinden. Kleinpolen hatte – wie viele ländlich geprägte Gebiete im konservativen Osten des Landes – bereits im April 2019 eine entsprechende Resolution unterzeichnet.

Gegen die Austragung der Spiele in LGBTI-feindlichen Regionen richtet sich nun eine Petition von "All Out" im Namen des örtlichen LGBTI-Aktivisten Kamil Maczuga. Die Unterschriftensammlung wird auch vom paneuropäischen LGBTI-Sportverband European Gay & Lesbian Sport Federation (EGLSF) und der New Yorker Organisation Athlete Ally unterstützt.

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"Sport sollte jeder Person offen stehen, unabhängig von der geschlechtlichen oder sexuellen Orientierung"

Die Petition richtet sich an die nationalen und internationalen olympischen Organisationen und den Bezirk Kleinpolen. Darin heißt es: "Sport sollte jeder Person offen stehen, unabhängig von der geschlechtlichen oder sexuellen Orientierung." Die nationalen olympischen Komitees wurden aufgerufen, dafür zu sorgen, "dass die Spiele sicher für alle sind". Sollte Kleinpolen an seiner LGBTI-feindlichen Haltung festhalten, müsse ein Notfallplan entwickelt werden.

Nachdem die Regierungspartei PiS ihre Rhetorik gegen sexuelle und geschlechtliche Minderheiten verschärft hatte, hatten vor allem ländliche Gebiete seit den Sommer 2019 Resolutionen beschlossen. Darin verpflichten sie sich, etwas gegen "LGBT-Ideologie" oder für den Einsatz für die "traditionelle Familie" zu unternehmen. Sie sind zwar weitgehend symbolischer Natur, verschärfen aber laut LGBTI-Aktivist*innen den Hass auf Homo- und Transsexuelle.

Auch die EU-Kommission kritisierte die Einrichtung und drohte vor wenigen Wochen mit Streichung von Fördermitteln für die entsprechenden Regionen (queer.de berichtete). Die PiS-Regierung hat aber bereits angekündigt, den Kommunen die durch die Streichung entstandenen Kosten zu ersetzen (queer.de berichtete).

In der Resolution von Kleinpolen "gegen die Einführung der 'LGBT'-Ideologie" heißt es, dass sich LGBTI-Aktivitäten "auf die Vernichtung von Werten konzentrieren, die vom jahrhundertealten Erbe des Christentums geprägt sind und für die Einwohner von Kleinpolen besonders wichtig sind". Daher verpflichte man sich zur "Unterstützung der Familie auf der Grundlage traditioneller Werte und der Verteidigung des Bildungssystems gegen LGBT-Propaganda, die die ordnungsgemäße Entwicklung der jungen Generation gefährdet".

Europaspiele bereits früher umstritten

Die Europaspiele gibt es erst seit 2015 – sie sollen eine Art europäische Olympiade ähnlich wie die Asienspiele oder die Panamerikanischen Spiele sein. In Deutschland ist diese Veranstaltung bislang kaum bekannt. Das Europäische Olympische Komitee hatte die Spiele bereits in den ersten beiden Austragungen in autokratische und homophobe Regionen des Kontinents vergeben. 2015 fanden sie im aserbaidschanischen Baku statt, 2019 im belarussischen Minsk. (dk)

Direktlink | Dass die Europaspiele letztes Jahr ausgerechnet in Belarus ("Europas letzter Diktatur") stattfanden, störte nur wenige



#1 DramaQueen24Profil
  • 14.09.2020, 15:38hBerlin
  • Ich wäre FÜR die Spiele in der Gegend, aus zweierlei Gründen:

    1. Sie werden nicht wagen, so lange die Spiele laufen (wegen mieser Presse), etwas gegen uns zu unternehmen.

    2. Die Gegend ist strukturschwach, sie brauchen die Kohle.

    Und wer weiß, vielleicht sieht der eine oder andere polnische Katholiban, dass wir weder Teufel noch Monster, sondern ganz normale Menschen sind?
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#2 JasperAnonym
  • 14.09.2020, 17:10h
  • Dass man gegen solche Umtriebe viel zu wenig tut und es versäumt hat, vor der Aufnahme solcher Staaten für glasklare Menschenrechts-Bedingungen zu sorgen, ist schon schlimm genug.

    Dann aber auch noch mit Veranstaltungen da hin zu gehen, so als wäre dort nichts passiert und diesen Regionen auch noch Geld und Prestige zu bringen, ist skandalös.
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#3 Garfield
  • 14.09.2020, 20:21h
  • Die olympischen Kommitees sind noch mit jedem Unrechtsregime ins Bett gegangen. Und das wird hier nicht anders sein. Für die mafiösen olympischen Strukturen ist Geld ist das Zauberwort und sonst nichts.
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#4 Peck_SProfil
  • 14.09.2020, 20:40hFrankenthal
  • Protest wäre gar nicht notwendig, wenn die Toleranz-, Vielfalt-, Antirassismus- und Fairplay-Bekundungen der Vereine, Ligen und Sportverbände mehr als leere Sprechblasen wären. Denn dann würden solche Veranstaltungen in den entsprechenden Ländern von vorneherein ausgeschlossen.

    Aber im Sport ist es schließlich wie in der Politik. Wirtschaftliche Interessen haben stets Vorrang vor Menschenrechten. Es ist ja auch nicht so, dass das niemand wüsste, sondern so, dass sich der Großteil der Bevölkerung schon damit abgefunden hat.
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#5 Ralph
  • 15.09.2020, 10:32h
  • Antwort auf #1 von DramaQueen24
  • Das Argument Nr. 2 widerlegt sich selbst. Wieso sollen wir solchen Leuten auch noch Geld in den Rachen werfen? Meinst Du, Juden würden eine Großveranstaltung abhalten in einer Hochburg von Antisemiten mit der Begründung, ihre Feinde brauchen das Geld?
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#6 TheDadProfil
  • 15.09.2020, 22:58hHannover
  • Antwort auf #5 von Ralph
  • ""Meinst Du, Juden würden eine Großveranstaltung abhalten in einer Hochburg von Antisemiten mit der Begründung, ihre Feinde brauchen das Geld?""..

    Das ist ein interessanter Gedanke, den man dann mal auf "AFD-Veranstaltungen" oder die "Hass-Bus-Touren" der "besorgten Eltern" übertragen muß..
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