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Fundi-Christin

Hausdurchsuchung wegen homofeindlichem Bibelvers

Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Volksverhetzung gegen die Besitzerin des Restaurants "Ixthys" im Regenbogenkiez. Im Schaufenster des Lokals wird Homosexualität als "Greuel" bezeichnet.


Bibimbap, Blumen und Bibelverse: der koreanische Imbiss "Ixthys" in der Berliner Pallasstraße (Bild: Martin Neumann / twitter)

Keine Toleranz für Homofeindlichkeit im Berliner Regenbogenkiez: Laut einer Meldung der evangelischen Nachrichtenagentur idea hat die Staatsanwaltschaft der Hauptstadt ein Ermittlungsverfahren wegen Volksverhetzung gegen die Besitzerin des Imbiss-Restaurants "Ixthys" in der Schöneberger Pallasstraße eingeleitet.

Auf Beschluss des Amtsgerichts Tiergarten wurde bereits eine Hausdurchsuchung in dem Lokal der gebürtigen Koreanerin und Fundi-Christin Park Young-Ai durchgeführt, das komplett mit Bibelzitaten tapeziert ist. Der Name "Ixthys" ist altgriechisch für "Fisch", ein Erkennungszeichen für Christ*innen.

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Homosexuelle "sollen ausgetilgt werden"

Anlass der Ermittlungen ist laut idea ein Bibelzitat aus dem 3. Buch Mose, das auch als Levitikus bekannt ist. "Und einem Mann sollst Du nicht beiliegen, wie man einem Weib beiliegt; Greuel ist dies", ist im Schaufenster des Imbisses auch von der Straße aus zu lesen. Weiter heißt es: "Jeder, der einen von allen diesen Gereueln tut – die Personen, die sie tut, sollen ausgetilgt werden aus der Mitte ihres Volkes."


Hetze gegen homosexuelle Menschen im Schaufenster

Das homofeindliche Plakat mitten im Regenbogenkiez hatte bereits im Juli für einigen Medienwirbel gesorgt (queer.de berichtete). Unter der Überschrift "Die Schande von Schöneberg" berichtete u.a. das Boulevardblatt "B.Z." über die homofeindliche Agitation der 71-jährigen Wirtin. LGBTI-Aktivist*innen, etwa vom Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg, forderten die Betreiberin auf, das Bibelzitat zu entfernen.

Park Young-Ai: Lesben und Schwulen droht "ewige Hölle"

Park Young-Ai blieb jedoch stur: "Ich bin sehr gläubig und möchte, dass alle Menschen zu Gott finden", erklärte die Koreanerin Anfang Juli in einem Statement. "Ich verurteile homosexuelle Menschen nicht, aber wenn sie Gottes Willen nicht befolgen, werden sie nicht das ewige Leben, sondern die ewige Hölle erfahren müssen." Sie habe auch kein Problem damit, Lesben und Schwule zu bedienen.

Die Hausdurchsuchung bezeichnete die Fundi-Christin gegenüber idea als "unglaublichen Vorgang" und legte mit Verweis auf die Religionsfreiheit Beschwerde ein. Die Bibel sei in Deutschland frei erhältlich, so der Anwalt der Imbissbesitzerin. "Wenn die Bibel aber in Deutschland gelesen werden darf, darf sie auch zitiert werden."



#1 PetterAnonym
  • 16.09.2020, 08:25h
  • "[...] wenn sie Gottes Willen nicht befolgen, werden sie nicht das ewige Leben, sondern die ewige Hölle erfahren müssen."

    Können die auch noch was anderes als immer nur Angst und Schrecken zu verbreiten? Anders kann deren "Glaube" wohl nicht funktionieren...

    Das ist also die angebliche "frohe Botschaft"?!
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#2 BePrideAnonym
#3 aberaberAnonym
#4 prokyAnonym
#5 Prima4Anonym
  • 16.09.2020, 09:27h
  • Wie kommen die Leute egtl immer auf den Trichter man hätte Bock die Ewigkeit mit denen zu verbringen?? Ich mein, das würde doch das ganze Himmel/Hölle Konzept über den Haufen werfen wenn ich dann im Himmel mit solchen Luftlutschern chillen muss....

    Und hölle?? Bitch, schaff mal an nem verkaufsoffenen Sonntag im Ikea und verzähl mir dann was von Hölle.... oO
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#6 LedErich
  • 16.09.2020, 09:38h
  • Letztlich hat sie natürlich recht. Warum soll sie aus dem frei erhältliche Buch nicht zitieren dürfen? Dann müsste man also die Bibel generell zensieren - auch in Gittesdiensten usw.. Ich selbst bin auch der Meinung, dass dies schlimme, volksverhetzende Textstellen sind. Andererseits können wir nach dem Holicaust nicht nehr einfach den Menschen ihren Glauben verbieten. Die Diskussion um Definition und Grenzen von Religionsfreiheit und Meinungsfreiheit werden nich heftig werden. Schon jetzt ist sie völlig entsachlicht. Die einen rufen "Religioten!", die anderen schimpfen "LGBT-Idioligen" zurück. Jeder fühlt sich im Recht und mindestens unverstanden.

    Diese Frau braucht vir allem viel offenen Widerspruch. Denn wer Meinung so deutlich äußert muss deutliche Gegenmeinung aushalten.

    Deprimieren tut mich allerdings auch sehr, dass diese Diskussionen noch immer geführt werden müssen. Hilft aber nix. Pluralismus und Demokratie sind halt anstrengend. n
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#7 PetterAnonym
  • 16.09.2020, 09:38h
  • Antwort auf #4 von proky
  • ....................
    [...] auch so was schönes wie Nächstenliebe und Vergebung.

    Kann man auch im 21. Jahrhundert gebrauchen weil es zeitlos ist
    ......................

    Nur, dass die solche Passagen immer ignorieren und stattdessen immer nur sowas mit "ewige Hölle", "Austilgen" anderer Menschen, etc. aussuchen.

    Aber selbst bei den ganzen Verboten picken die sich nur das raus, was in ihr Weltbild passt: Sachen wie das Verbot gemischtfasrige Kleidung zu tragen, sich nicht zu rasieren, Töchter in die Sklaverei zu verkaufen, keine Schalentiere zu essen, etc. ignorieren die.
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#8 PetterAnonym
  • 16.09.2020, 09:40h
  • Antwort auf #3 von aberaber
  • "Diese Leute verdienen unser Mitleid und keine Strafe."

    Wer Hass verbreitet, andere Menschen als minderwertig hinstellt, zu Diskriminierung oder gar Gewalt anstachelt, etc. hat kein Mitleid verdient, sondern Strafen.
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#9 AEMR1948Anonym
  • 16.09.2020, 09:44h
  • Antwort auf #4 von proky
  • Ja, das ist das Problem mit der Bibel, auf der einen Seite Nächstenliebe, auf der anderen Seite Mord und Totschlag. Das Buch eignet sich halt nicht dazu, es wörtlich zu nehmen und alle Empfehlungen umzusetzen, ansonsten kommt man schnell mit dem Grundgesetz/Menschenrechten und Strafgesetzbuch in Konflikt. Deswegen haben die abendländischen Philosophen die Menschenrechte erdacht und den kategorischen Imperativ!
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#10 LunaAnonym
  • 16.09.2020, 09:47h
  • Hass ist kein Stück besser nur weil er religiös ist. Seinen Glauben als Waffe gegen Minderheit zu instrumentalisieren hat nichts mit Freiheit zu tun. Religionen brauchen Reformen
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