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Neue Studie

Bundeswehr arbeitet jahrzehntelange Diskriminierung Homosexueller auf

45 Jahre lang diskriminierte das bundesdeutsche Militär offen Homosexuelle – nun setzt sich das Verteidigungsministerium kritisch mit der eigenen Geschichte auseinander.


Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer bedauert die Diskriminierung Homosexueller in der Bundeswehr (Bild: Deutscher Bundestag / Achim Melde)

Das Verteidigungsministerium wird am Donnerstag im Bendlerblock eine Studie zum diskriminierenden Umgang der Bundeswehr mit Schwulen und Lesben vorstellen. Zwischen 1955 und 2000 stufte das deutsche Heer Homosexualität als Sicherheitsrisiko ein und duldete nur Heterosexuelle als Vorgesetzte.

Bei der Veranstaltung sollen neben Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) unter anderem auch Bundeswehr-Generalinsepkteur Eberhard Zorn und die Wehrbeauftragte des Bundestages, die SPD-Politikerin Eva Högl, teilnehmen. Das Event wird live im Internet gestreamt werden.

Twitter / BMVg_Bundeswehr

Zentraler Punkt ist die Vorstellung der mehr als 400-seitigen Studie "Der Umgang der Bundeswehr mit Homosexualität von 1955 bis zur Jahrtausendwende", die von Oberstleutnant Dr. phil. Klaus Storkmann erstellt wurde. Darin sind unter anderem mehr als 60 Zeitzeugengespräche enthalten. Das Ministerium hat bereits eine zwölfseitige Zusammenfassung der Studie veröffentlicht (PDF).

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AKK entschuldigt sich im Namen der Regierung

"Diese Studie auf Eigeninitiative des Ministeriums setzt sich sehr kritisch mit der eigenen Geschichte des Hauses auseinander", so Kramp-Karrenbauer im Vorfeld des Events. "Die Praxis der Diskriminierung Homosexueller in der Bundeswehr, die für die Politik der damaligen Zeit stand, bedauere ich sehr. Bei denen, die darunter zu leiden hatten, entschuldige ich mich." Sie wolle die Erkenntnisse der Studie nutzen, "um die Vergangenheit weiter aufzuarbeiten und das Gesetzesvorhaben für die Rehabilitierung der Betroffenen voranzubringen. Dessen Eckpunkte werden auf der Veranstaltung gleichfalls vorgestellt."

Kramp-Karrenbauer kündigte im Juli dieses Jahres einen Gesetzentwurf an, mit dem von der Bundeswehr diskriminierte Homosexuelle entschädigt werden sollen – dabei entschuldigte sie sich auch erstmals offiziell bei den betroffenen Soldat*innen für die Diskriminierung in der Bundeswehr (queer.de berichtete).

Die Studie war von Kramp-Karrenbauers Amtsvorgängerin Ursula von der Leyen, der heutigen EU-Kommissionspräsidentin, in Auftrag gegeben worden. Von der Leyen setzte sich in ihrer Amtszeit von 2010 bis 2017 für eine Aufarbeitung ein und veranstaltete ein Seminar über sexuelle Vielfalt (queer.de berichtete). Für dieses "Sex-Seminar" wurde sie damals von CSU, AfD und SPD kritisiert (queer.de berichtete). (dk)



#1 gayflecktarnhoseProfil
  • 18.09.2020, 11:53hBremen
  • Hallo,
    in diesem Beitrag schreibt man :

    " 45 Jahre diskriminierte das bundesdeutsche
    Militär homosexuelle Soldaten " .

    Hier werden aber 20 Jahre unterschlagen, denn die
    Bundeswehr besteht seit 1956 (1955) und nicht erst seit 1975. Der § 175 wurde zwar erst 1974 gestrichen, aber in den Jahren 1956-1975 wurden die Homosexuellen auch schon diskriminiert und
    bestraft und entlassen. Soll das alles unter dem
    Teppich gekehrt werden ?
    Es ist eine bodenlose Frechheit wie man mit den
    damaligen Soldaten umgeht.
    Dieser § 175 wurde von der damaligen Regierung
    übernommen und somit sind sie dafür auch
    voll verantwortlich.
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#2 TheDadProfil
  • 18.09.2020, 19:09hHannover
  • Antwort auf #1 von gayflecktarnhose
  • ""Zwischen 1955 und 2000 stufte das deutsche Heer Homosexualität als Sicherheitsrisiko ein und duldete nur Heterosexuelle als Vorgesetzte.""..

    Steht im Artikel..
    Im Jahr 2000 wurde diese Praxis durch den damaligen Bundesverteidigungsminister Rudolf Scharping abgeschafft..
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