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Bremen

Evangelische Schule als "Superspreader bei der Verbreitung von Hass"

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen drei Lehrkräfte, die an einer evangelikalen Schule offenbar aus Hass einen trans Schüler drangsaliert haben sollen. Nun werden Konsequenzen für die staatlich alimentierte Schule gefordert.


Erhalten Bekenntnisschulen weiter staatliche Fördermittel, selbst wenn sie Hass auf LGBTI verbreiten? (Bild: Ervins Strauhmanis / flickr)

Nach offenbar transphobem Mobbing an einer evangelikalen Bremer Schule werden Forderungen laut, die staatliche Steuerfinanzierung von minderheitenfeindlichen Privatschulen zu streichen. "Während sich große Teile der Zivilgesellschaft, Lehrer*innen und Erzieher*innen an staatlichen Schulen mit großem Einsatz bemühen, die Diskriminierung von queeren Menschen zu verhindern und den Boden zu entziehen, wirken evangelikale Einrichtungen wie Superspreader bei der Verbreitung von Hass und Verachtung gegen anders Liebende", beklagte etwa das Forum Säkulares Bremen, eine Organisation von Laizistinnen und Laizisten, die die Trennung von Kirche und Staat fordern.

Da die Grundfinanzierung der beschuldigten Freien Evangelischen Bekenntnisschule Bremen (FEBB) aus Steuermitteln der Bildungsbehörde stamme, forderte die Organisation das Bremer Landesparlament und Bildungssenatorin Claudia Bogedan (SPD) auf, "die Finanzierung dieser Schule umgehend einzustellen".

Das Forum beklagte weiter, dass bei der Gründung der Schule besonders radikale evangelische Gemeinden beteiligt gewesen seien. Hierzu gehörten die Matthäus-, die Hohentors-, und die Martinigemeinde. Letztere wird von Pastor Olaf Latzel geführt, der kürzlich nach LGBTI-feindlichen Äußerungen wegen Volksverhetzung angeklagt wurde. Latzel hatte bei einem Seminar CSD-Besucher als "Verbrecher" diffamiert und "gelebte Homosexualität" als "vor Gott ein Gräuel" und "todeswürdig" bezeichnet – trotzdem darf er bis dato weiterpredigen (queer.de berichtete).

Opfer leidet noch nach fünf Jahren unter dem Mobbing

Am Wochenende hatte ein "taz"-Bericht die Situation an der FEBB ans Licht gebracht: Demnach habe ein ehemaliger Schüler Anzeige gestellt, der vor fünf Jahren wegen seiner Transsexualität von Lehrer*innen, Mitschüler*innen und Eltern gemobbt worden sein soll (queer.de berichtete). Das Mobbing-Opfer leide demnach heute noch an der Tortur.

Die Bremer Staatsanwaltschaft hat am Montag gegenüber Medien bestätigt, dass sie gegen Lehrkräfte der Bekenntnisschule wegen Mobbings ermittle. "Insgesamt gibt es drei Beschuldigte", so Behördensprecher Frank Passade. Er verriet nur, dass ein mutmaßliches Opfer Anzeige gestellt habe, verriet aber keine weiteren Details.

Die Schule ist sich unterdessen keiner Schuld bewusst: "Erste interne Überprüfungen des Sachverhalts aus den Jahren 2015 und 2016 haben bislang keine Anhaltspunkte ergeben, dass diese [Vorwürfe] so zutreffen könnten", erklärte Geschäftsführerin Hanna Trayser. "In die Ermittlungsverfahren sind wir bisher nicht einbezogen. Wir werden diese aber selbstverständlich vollumfänglich unterstützen." (dk)



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#1 Laizismus JetztAnonym
  • 16.09.2020, 16:21h
  • Es ist längst überfällig, religiösen Schulen die Akkreditierung zu entziehen.

    Es ist längst überfällig, Vertreter*innen der Religiotenvereine aus öffentlichen Gremien wie "Rundfunkräte" zu verbannen.

    Es ist längst überfällig zu untersagen, und im Übrigen gegen EU-Recht, dass der deutsche Staat die Klubbeiträge für Religiotenvereine kostenfrei eintreibt.

    Es ist längst überfällig damit aufzuhören, die Führer*innen der religiotischen Hassklubs mit allgemeinen Steuermitteln durchzufüttern.

    Es ist für jede*n LGBT*IQ längst überfällig, diesen Vereinen den privaten Geldhahn abzudrehen:
    www.kirchenaustritt.de
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#2 TrekieAnonym
  • 16.09.2020, 17:42h
  • Das die überhaupt noch jungen menschen das denken vergiften dürfen....

    Was kommt als nächstes? Staatliche Unterstützung für ein taliban Ausbildungszentrum mitten in nayern oder so?
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#3 TimonAnonym
  • 16.09.2020, 17:58h
  • Es kann nicht sein, dass sowas auch noch staatlich gefördert wird.

    Mal ganz abgesehen davon, dass das eigentlich verboten sein sollte, weil es unschuldigen Menschen schadet.
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#4 RalfAnonym
#5 Alexander_FAnonym
  • 16.09.2020, 21:34h
  • Es freut mich so sehr, zu hören, dass diese Institutionen endlich einmal öffentlich als das bloßgestellt werden, was sie sind. Auch ihr mangelndes Schuldbewusstsein wird ihnen da nicht mehr helfen können.
    Ein weiterer Schritt in Richtung säkulares Deutschland ist getan. Bitte mehr davon, es ist jetzt im 21. Jahrhundert schon lange überfällig.
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#6 Hirn vom HimmelAnonym
#7 Ralph
  • 17.09.2020, 10:28h
  • Antwort auf #4 von Ralf
  • Also wenn Du's wirklich nicht weißt, lieber Namensvetter, weil Du gerade erst von der Bäreninsel oder einem ähnlich isolierten Eiland zurückgekommen bist: Superspreader werden Menschen genannt, die an Covid-19 erkrankt sind (mit oder ohne Symptome) und den Erreger massenhaft weiterverbreiten, Paradebeispiel jene Dame in Garmisch, die es ganz allein geschafft hat, den Ort zum Risikogebiet zu machen, indem sie reihenweise Leute infiziert hat. Der Vergleich ist daher inhaltlich wie zeitlich sehr passend.
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#8 misstrauischAnonym
#9 gayflecktarnhoseProfil
  • 03.10.2020, 17:01hBremen
  • Hallo,
    ich bin mir keiner Schuld bewußt und so habe ich das ja auch nicht gemeint, das sind ja die typischen
    Ausreden der Ev. Kirche hier in Bremen.
    Und ein Pastor der die Homosexuellen als Verbrecher bezeichnet prädigt noch immer.
    Er hat das ja nicht so gemeint. Was ist das denn
    für eine Kirche wo jeder Pastor das von der Kanzel
    prädigt was ihm lieb ist.
    Da fehlen mir einfach die Worte !
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#10 gayflecktarnhoseProfil
  • 03.10.2020, 17:52hBremen
  • Antwort auf #4 von Ralf
  • Diese Frage ist völlig berechtigt.
    Es gibt auf dieser Seite auch ältere Personen die
    derartige Audrücke wie Superspreader oder z.B.
    Superspreading Event nicht kennen.
    Das man dann mit unangebrachten Antworten
    darauf reagiert halte ich für nicht taktvoll.
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