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"Zu verstecken, wer man ist, kann einen umbringen"

Britischer Rugbyspieler outet sich als bisexuell

Levi Davis erzählt, wie er mit Hilfe von WhatsApp seinen Mitspielern von seiner sexuellen Orientierung erzählt hat.


Levi Davis spielte von 2017 bis dieses Jahr als Right Wing beim Erstligisten Bath Rugby – inzwischen ist er bei den Ealing Trailfinders aus London unter Vertrag, die in der zweiten Liga der "Rugby Union" spielt (Bild: Instagram / thelelife_)

Der britische Rugbyprofi Levi Davis hat sich am Wochenende als bisexuell geoutet. Der 22-Jährige, der bei dem Westlondoner Verein Ealing Trailfinders Rugby Club aus der zweiten Liga unter Vertrag steht, hat in einem Interview mit dem Boulevardblatt "Daily Mail" erzählt, dass er sich per WhatsApp-Gruppenchat bei Teamkollegen seines letzten Teams aus der südwestenglischen Stadt Bath geoutet habe.

Wörtlich habe er seinen Mitspielern geschrieben: "Hey Leute. Ich wollte euch etwas sagen, das mich seit vier Jahren belastet. Ich will offen und ehrlich mit euch Jungs sein, als Freunde und Teamkollegen. Ich bin bisexuell. Das ist etwas, das ich seit dem Alter von 18 Jahren wusste." Die Mitteilung beendete er frech mit den Worten: "Niemand von euch ist auf meinem Radar – es ist also okay."

"Ich hatte es gut versteckt, aber ich konnte das Geheimnis nicht länger für mich behalten", so Davis gegenüber "Daily Mail". "Ich musste es ihnen erzählen – und zwar allen, nicht nur ein paar von ihnen. Ich wollte nicht, dass das wie Stille Post weiterverbreitet wird. Also habe ich es aus einer Laune heraus in der WhatsApp-Gruppe geschrieben." Bereut habe er dies nicht – seine Mitspieler hätten positiv reagiert.

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Davis will anderen ein Vorbid sein

Er wolle mit seinem Coming-out auch dazu beitragen, dass junge Menschen wie er nicht psychische Probleme bekommen, weil sie ihre sexuelle Orientierung geheimhalten. "Zu verstecken, wer man ist, kann einen umbringen", so Davis. "Ich weiß nicht, was vor mir liegt, aber indem ich über das Thema spreche, kann ich Hand in Hand mit wem auch immer herumlaufen." Angst vor Homophobie habe er keine – das Land sei inzwischen ohnehin viel toleranter als noch vor zehn Jahren.

Davis ist in Großbritannien auch Menschen bekannt, die nicht an Sport interessiert sind: Er hatte 2019 mit anderen Rugbyspielern an der Realityshow "Celebrity X Factor" teilgenommen und den fünften Platz belegt. Bei der Talentshow schalteten im Schnitt fünf Millionen Zuschauer*innen ein.

Das erste Coming-out im Rugbysport ereignete sich 2009: Damals outete sich der walisische Nationalspieler und Nationalheld Gareth Thomas als schwul (queer.de berichtete). Danach folgten Jed Hooper, Keegan Hirst und Sam Stanley seinem Vorbild. (dk)

Direktlink | Levi Davis bei der Arbeit



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#1 TimonAnonym
  • 16.09.2020, 18:03h
  • "Zu verstecken, wer man ist, kann einen umbringen"

    Vollkommen richtig.

    Und selbst wenn es einen nicht umbringt, hinterlässt es schwere psychische Schäden und seelische Narben, die sich oft erst viel später zeigen.

    Deswegen kann man nur jeden ermutigen, zu sich selbst zu stehen und sich nicht selbst zu verleugnen.

    Und die Leute, die damit ein Problem haben, obwohl man bleibt, wer man vorher war, sollte man meiden. Die tun einem nicht gut...
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#2 TheoAnonym
  • 17.09.2020, 06:45h
  • "Angst vor Homophobie habe er keine das Land sei inzwischen ohnehin viel toleranter als noch vor zehn Jahren."

    Das kanner ja behaupten, aber ich glaube, ein wenig schwingt das bei ihm (eventuell) unterbewusst mit. Wenn dem tatsächlich nämlich nicht so wäre, hätte er den letzten Satz in seiner WhatsApp Nachricht einfach weggelassen.
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