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Kommentare zu:
Bis zum Jahr 2000 galt Homosexualität als "Sicherheitsrisiko"


#1 Ralph
  • 17.09.2020, 10:19h
  • Schon anlässlich der Wörner-Affäre in den frühen 80ern, als Verteidigungsminister Wörner den vermeintlich homosexuellen General Kießling feuerte, wurde weithin geglaubt, dieser Skandal sei die Initialzündung für die Abschaffung der Diskriminierung homosexueller Soldaten. Das war leider eine völlige Fehleinschätzung. Die ging ungebremst noch bis zum Beginn des neuen Jahrtausends weiter.
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#2 gayflecktarnhoseProfil
  • 17.09.2020, 12:06hBremen
  • Hallo,
    bis zum Jahre 2000 war die Diskriminierung
    homosexueller Soldaten doch an der Tagesordnung und wenn wir es genau nehmen
    auch noch danach.
    Die damaligen Regierungen hatten doch überhaupt
    kein Interesse daran dieses Thema zu legalisieren,
    denn homosexuelle gehörten doch nicht zur
    Normalität.
    Und die Bundeswehr hat es bis zum heutigen Tag
    nicht geschafft diese Soldaten zu rehabilitieren.
    Mann redet nur immer um den heissen Brei rum
    seit 20 Jahren , sehr traurig
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#3 g_kreis_adventProfil
  • 17.09.2020, 12:31hBerlin-Prenzlauer Berg
  • Ich habe von dieser Studie nicht viel erwartet, sie ist unvollständig!

    Zwei Beispiele:
    Das Schicksal der Soldaten der Nationalen Volksarmee wurde nicht beachtet und erforscht. Und das 30 Jahre nach der Wiedervereini-gung!
    Auch die Schicksale aus der Zeit des 2. Weltkrieges sind unvollstän-dig, schlecht erforscht. Ich erinnere nur an Friedrich Klein. Er wurde 1935 Pfarrer der Immanuel-Kirchengemeinde in Berlin-Prenzlauer Berg. Der Gefreite und Pfarrer wurde 1942 er aus dem Kirchendienst entfernt, nachdem er vom 3. Senat des Reichs-kriegsgerichts (wegen "Verführung" eines minderjährigen 19-Jährigen Unteroffiziers Karl-Heinz Scheuermannnach Paragraf 175 verurteilt worden war (Volljährigkeit begann damals mit 21). Am 1. September 2020 wurde er durch den Landesbischof der EKBO Christian Stäblein rehabilitiert. Dazu ausführlich auf:
    evkap.de/page/111/1-september-2020-pfarrer-friedrich-klein-e
    ndlich-rehabilitiert


    Dies sind zwei Opfer aus der faschistischen Wehrmacht. Warum wurde nicht gründlicher nach Opfern geforscht. Eigentlich wäre es Aufgabe dieser Studie!

    Sicher das Verteidigungsministerium ist für die Polizei nicht zu-ständig. Trotzdem wer kümmert sich um die Opfer der Volkspolizei der DDR und der Polizei in der BRD die Opfer der Verfolgung wurden?
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#4 JensAnonym
  • 17.09.2020, 18:03h
  • Der Vollständigkeit halber möchte ich daran erinnern, dass mit dem (bei meiner Musterung 1977 zittrig vorgebrachten) Hinweis auf die Homosexualität allerdings auch kein Wehrdienst geleistet werden musste. Der Hausarzt hat sofort gemeint: "Ne, Junge, du passt da wirklich nicht hin" und ein Attest geschrieben, dass er als langjähriger Arzt der Familie die Angaben für wahr hält.
    Der Grund der Ausmusterung ist auf der Urkunde apart benannt: Leistungsfunktionsstörung. Grotesk!
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#5 Ralph
  • 18.09.2020, 09:31h
  • Antwort auf #4 von Jens
  • Ich wurde noch 1982 aus dem selben Grunde ausgemustert. Einem der Ärzte "gestand" ich -auch ziemlich zittrig und damit wohl einen recht labilen psychischen Zustand vermittelnd- meine Homosexualität. Der stellte dazu ein paar rein sachliche Fragen. Dann beriet man sich im Kreis der Ärzte, und der erste kam wieder ins Zimmer und erklärte: "Wir mustern Sie aus." Ich glaub auch nicht, dass ich den Wehrdienst unbeschadet überstanden hätte.
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#6 TheDadProfil
  • 18.09.2020, 19:44hHannover
  • Antwort auf #2 von gayflecktarnhose
  • ""Hallo,
    bis zum Jahre 2000 war die Diskriminierung
    homosexueller Soldaten doch an der Tagesordnung und wenn wir es genau nehmen
    auch noch danach.""..

    Ob es danach noch Diskriminierungen gegeben hat müssen die Kameraden beschreiben die sie vielleicht erlebt haben..

    Am 10.Juni 1994 wurde der Paragraph 175 endgültig abgeschafft, und immerhin sechseinhalb Jahre später schaffte der damalige Bundesverteidigungsminister Rudolf Scharping die Praxis ab Schwule Männer nicht in Führungspositionen zu bringen ab..

    Sein Vorgänger Volker Rühe, der bei der Abschaffung des Paragraphen 175 schon mehr als 2 Jahre im Amt war, sah dazu offensichtlich keine Veranlassung..
    Doch auch Rudolf Scharping handelte nicht sofort bei Amtsantritt im September 1998, auch er ließ sich dafür 15 Monate Zeit, und so mußten nach 1994 sicher noch Hunderte Unteroffiziere und Offiziere einen Karriere-Knick erdulden..

    Frau Kramp-Karrenbauer stellt ja eine Rehabilitierung in Aussicht..
    Vor den Ereignissen um die Rehabilitierung der nach §175 Verurteilten nach 1945 kann man sich allerdings jetzt schon ausmalen wie diese aussehen wird..
    Ein Heftpflaster..

    Denn wer könnte schon nachweisen das er als Zeitsoldat und Unteroffizier etwa einmal als Berufssoldat übernommen worden wäre, inklusive der Pension, die einem dadurch entgangen ist ?

    Nehmen wir da mal mein Beispiel zur Hand..
    Von 1980 bis 1983 diente ich dort als Sanitäts-Unteroffizier, eine Karriere als Berufssoldat war in Aussicht gestellt, verwirklichte sich allerdings nicht..
    Am 1.Januar 2014 wäre ich dann in Pension gegangen..
    Inklusive des bis dahin vorenthaltenen Soldes, plus der laufenden Pension kämen da schnell einige Hunderttausend Euro zusammen..

    Selbst wenn man nur den "Unterschied" zwischen Sold und tatsächlich erarbeitetem Gehalt in der "freien Wirtschaft" ausgleichen würde, käme man inklusive des Unterschiedes zwischen Rente und Pension, ausgehend vom durchschnittlichem Renteneintrittsalter immer noch auf 100.000 Euro die entschädigt werden müssen..

    Durchschnittlich 45 Soldaten pro Jahr wurden über die Gerichte entlassen, wahrscheinlich noch weitere Zeitsoldaten deren Zeit-Verträge man mit zum Teil abenteuerlichen Begründungen nicht verlängerte, ebenso "ausgemustert"..
    Mal 45 Jahre macht das mindestens 2.500 bis wahrscheinlicher mehr als 5.000 Soldaten und Soldatinnen die dann zu entschädigen wären..
    Bei durchschnittlich 100.000 Euro müßte dann der Entschädigungs-Fond mindestens 500 Millionen Euro schwer sein..
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#7 TheDadProfil
#8 TheDadProfil
  • 18.09.2020, 19:49hHannover
  • Antwort auf #4 von Jens
  • ""Der Grund der Ausmusterung ist auf der Urkunde apart benannt: Leistungsfunktionsstörung. Grotesk!""..

    Die wußten schon damals, wenn sie die Wahrheit schreiben, dann müssen sie die Ausgemusterten vielleicht irgendwann entschädigen..
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#9 Homonklin_NZAnonym
  • 11.10.2020, 18:49h
  • Antwort auf #3 von g_kreis_advent
  • Da müsste man evtl. mal diese Ansprechpartner fragen, die da heute beschäftigt werden. Die könnten wissen, an wen man sich wenden kann. In den USA gibt es eine Vereinigung für LGBT in Law Enforcement, aber wie das in D ist, weiß ich nicht.

    Ist einige Zeit her, da kannte ich einen, dem wegen solchen Problemen die gesamte Lebenslaufbahn zerstört worden war.

    Als Jugendlicher, Mitte Achtziger, hatte ich da auch Interessen, das was heute so als Kriminalbiologie bekannt ist, aber weil es klar war, dass das nie gehen würde, habe ich mir da erst keine albernen Hoffnungen gegeben.
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