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Queere Sichtbarkeit

Das Internet wird .gay

Ab sofort können Interessierte ihre eigene Internetadresse mit der Endung .gay bestellen.


George Takei, der als Hikaru Sulu in der "Raumschiff Enterprise"-Saga weltberühmt wurde, hat sich schon seine schwule Adresse gesichert

Die Domainnamen-Registratur "Top Level Design" aus dem US-Bundesstaat Oregon bietet seit Mittwoch Internetadressen mit der Endung .gay an. Diese sogenannte Top-Level-Domain soll laut dem Anbieter eine Art "virtuelle Regenbogenfahne" darstellen und steht Einzelpersonen, Gruppen und Firmen offen – freilich ist sie in der Regel teurer als die gewohnte .de-Adresse. Derartige Domains können bei Anbietern wie dem Marktführer GoDaddy erworben werden.

Für .gay-Adressen gelten besondere Richtlinien, die unter anderem Mobbing, Hassrede oder antiqueere Propaganda verbieten. So soll sichergestellt werden, dass die neue Adresse ein "gayfreundlicher Ort im Internet" ist.

Ein Teil der Einnahmen für die Registrierung von .gay-Adressen soll direkt Szeneorganisationen zugute kommen – so seien bereits mehr als 70.000 US-Dollar an die queere Organisation GLAAD gespendet worden, die auch in Zukunft 20 Prozent der Einnahmen aus der .gay-Registrierung erhalten soll. "Die .gay-Initiative ist ein weiterer wichtige Schritt, um LGBTQ-Sichtbarkeit im Internet sicherzustellen", erklärte GLAAD-Marketingchef John McCourt. "Es ist die Mission von GLAAD, die Akzeptanz der LGBTQ-Community in den Medien zu fördern und die Einnahmen durch unsere Partnerschaft mit .gay werden uns dabei helfen, unsere Kernarbeit zu erledigen." Außerdem könnten queere Zentren via CenterLink kostenlose Adressen beantragen.

Twitter / Adweek | Die Domain-Verkäufer hoffen, dass die .gay-Adresse zum Marketing in der queeren Community verwendet wird – und etwa Fremdenverkehrsämter Geld für den Erwerb in die Hand nehmen

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"Alle LGBTQ-Inhalte unter einem Dach"

Mehrere Szenestars haben bereits .gay-Adressen angelegt, darunter der schwule "Star Trek"-Schauspieler George Takei oder die lesbische Tennis-Legende Billie Jean King. "Ich habe alle meine LGBTQ-Inhalte unter einem Dach mit meiner fabulösen Seite george.gay", freute sich etwa Takei. "Ich freue mich zu sehen, wer als nächstes dabei sein wird. Die Gays übernehmen die Macht."

Bereits heute gibt es viele andere sogenannte generische Top-Level-Domains, die von Unternehmen gemäß ausgearbeiteter Richtlinien betrieben werden und jeweils auch über Kontroll- und Sanktionsrechte verfügen. Hierzu gehören Endungen wie .mobi, .aero, .museum oder .xxx. Seit 2015 ist auch .lgbt als Internetadresse verfügbar (queer.de berichtete).

Über die Einführung von .gay wird bereits seit einem Jahrzehnt diskutiert (queer.de berichtete). Es gibt aber auch Kritik: So wird davor gewarnt, dass es eine Adresse wie .gay homophoben Staaten in Afrika und Asien leichter macht, schwul-lesbische Seiten zu blockieren. Anders als bisher müssten sie nicht mehr mit komplizierten Filterprogrammen unliebsame Inhalte blockieren, sondern können alle .gay-Adressen auf einen Schlag zensieren. (dk)



#1 SchalkImNackenAnonym
  • 18.09.2020, 13:58h
  • Es juckt mir in den Fingern, Adressen wie "pastor.latzel.gay", "birgit-kelle.gay" oder "mike-pence.gay" zu bestellen und dort dann Pro-LGBT*IQ-Infos zu posten.
    Aber der Namensklau würde vermutlich gegen Persönlichkeitsrechte oder so verstoßen.
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