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Neu im Septime Verlag

Ein schwules Leben der Nachkriegszeit aus drei Perspektiven

Jürgen Bauer beschreibt in seinem Roman "Portrait" ein Aufwachsen auf dem Land, die schwule Subkultur der Siebziger- und die Kulturszene der Achtzigerjahre.

  • 19. September 2020, 09:19h, noch kein Kommentar

"Portrait" ist im Wiener Septime Verlag erschienen

Ein großer Unbekannter steht im Mittelpunkt von Jürgen Bauers neuem Roman. Drei Menschen erzählen Georgs Biografie, drei Stimmen geben ein ganzes Leben wieder, doch wie viel kann man von einem anderen Menschen eigentlich wirklich wissen und welche Aspekte bleiben dem Blick von außen verborgen?

Seine Mutter Mariedl erinnert sich an die Geburt ihres Sohnes in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs, an das Aufwachsen auf einem ärmlichen Bauernhof und an einen Jungen, der so gar nicht in die harte Umgebung passen wollte. Sein Geliebter Gabriel erinnert sich an einen Mann, der ihn im turbulenten Wien der Siebzigerjahre von der Straße auflas, an erbitterte Auseinandersetzungen zwischen politischen Kämpfen und einem Rückzug ins Private. Seine Ehefrau Sara schließlich, eine gescheiterte Opernsängerin, erinnert sich an einen Mann, den sie nach ihren Vorstellungen formen und dessen Karriere sie gestalten konnte, bis Georg eines Tages selbst aktiv wurde.

Doch wer ist dieser Georg wirklich? Können eine Mutter, ein Liebhaber und eine Ehefrau das Portrait eines Menschen schaffen, oder erzählen wir letztendlich doch immer nur von uns selbst, wenn wir von anderen erzählen?

Aufregende und schwierige Quellenarbeit


Autor Jürgen Bauer, Jahrgang 1981, lebt und arbeitet in Wien

Der Autor Jürgen Bauer geboren 1981, lebt in Wien. Im Rahmen des Studiums der Theater-, Film- und Medienwissenschaft in Wien, Amsterdam und Utrecht spezialisierte er sich auf Jüdisches Theater und veröffentlichte hierzu zahlreiche Artikel und Buchbeiträge. 2008 erschien sein Buch "No Escape: Aspekte des Jüdischen im Theater von Barrie Kosky". Seine journalistischen Arbeiten zu Theater, Tanz und Oper erscheinen regelmäßig in internationalen Zeitungen und Zeitschriften. Jürgen Bauer nahm mit seinen Theaterstücken zwei Mal am Programm "Neues Schreiben des Wiener Burgtheaters" teil. Sein Debütroman "Das Fenster zur Welt" erschien 2013 im Septime Verlag.

2014 wurde ihm das Aufenthaltsstipendium für junge deutschsprachige Autorinnen und Autoren des Literarischen Colloquiums Berlin zugesprochen. 2015 erschien sein zweiter Roman "Was wir fürchten". 2016 wurde er zum "Festival Neue Literatur" in New York sowie zum "Festival Zeitgeist" in Washington, D.C. eingeladen.

Jürgen Bauers neuestes Werk "Portrait" ist nun im Wiener Septime Verlag erschienen. Eine Leseprobe als PDF gibt es hier.

Der Autor über sein Buch: "Neben dem Aufwachsen am Land und der Kulturszene der Achtzigerjahre wird vor allem die schwule Subkultur der Siebzigerjahre in Wien behandelt, hier war es mir ein Anliegen, an diese Szene durch Recherche und Literatur zu erinnern, die Quellenarbeit war aufregend und schwierig, hat nun aber großen Einfluss auf den Roman genommen." (cw/pm)

Infos zum Buch

Jürgen Bauer: Portrait. Roman. 316 Seiten. 12,3 x 19,5 cm. Septime Verlag. Wien 2020. Gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag: 20,90 € (ISBN: 978-3-86300-077-6). eBook: 16,99 (ISBN: 978-3-90306-180-4).