Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?37109

Homofeindlichkeit in Deutschland

Kerstin Ott sieht "Nachholbedarf" bei Homo-Akzeptanz

Auf Facebook werde sie immer wieder beleidigt, beklagt die offen lesbische Schlagersängerin in einem Interview mit der "Augsburger Allgemeinen". Gerade bei jüngeren Menschen enttäuscht sie das.


Kerstin Ott wurde 2016 durch das Lied "Die immer lacht" bekannt (Bild: NONA)

Schlagersängerin Kerstin Ott hat in einem Zeitungsinterview Homofeindlichkeit und Diskriminierung in Deutschland thematisiert – auch von jungen Leuten. "Ich werde immer mal wieder über Facebook und Instagram beleidigt. Das finde ich traurig", sagte die 38-Jährige im Gespräch mit der "Augsburger Allgemeinen" (Samstagausgabe). "Jeder sollte so leben, wie sie oder er es möchte."

Bei älteren Menschen habe sie für die diskriminierende Einstellung ein gewisses Verständnis, es sei schwer für sie, umzudenken, so Ott. In den vergangenen zehn Jahren sei die Akzeptanz zwar gewachsen. "Ich sehe aber immer noch Nachholbedarf."

- Werbung - Video - BEAUTIFUL DESTINATION MALTA

"Mein Coming-out hatte ich mit 17 Jahren"

Lesben und Schwulen rät die Musikerin im Interview zum Coming-out: "Meistens merken es andere auch schon vor einem selbst", sagte Ott. "Am besten sagt man es einer Person, der man vertraut. Das muss nicht gerade Mama oder Papa sein."

Sie habe es als erstes ihrer Erzieherin erzählt. "Sie hatte sich das gedacht, ich war damals schon burschikos unterwegs", meinte Ott. "Mein Coming-out hatte ich mit 17 Jahren. Ich war mit meiner Freundin einen Monat zusammen. Wir haben beschlossen, es einfach zu sagen."

Das erfolgreichste Werk des Jahres 2016

Kerstin Ott wurde vor vier Jahren durch ihr Lied "Die immer lacht" bekannt, das vom Marktforschungsunternehmen GfK Entertainment offiziell zum erfolgreichsten Werk des Jahres 2016 erklärt und mit dem Deutschen Musikautorenpreis ausgezeichnet wurde (queer.de berichtete). Im Oktober 2018 erschien ihre Autobiografie "Die fast immer lacht".

Im Rahmen der "Helene Fischer Show 2018" erschien im Dezember 2018 die Single "Regenbogenfarben" im Duett mit Helene Fischer (queer.de berichtete). 2019 nahm sie an der 12. Staffel der RTL-Tanzshow "Let's Dance" teil und belegte den zehnten Platz (queer.de berichtete). Im November 2019 veröffentlichte Ott ihr drittes Album "Ich muss dir was sagen", das ihrer Frau gewidmet ist (queer.de berichtete). (cw).

Wöchentliche Umfrage

» Kerstin Ott beklagt "Nachholbedarf" bei Homo-Akzeptanz in Deutschland. Hat sie recht?
    Ergebnis der Umfrage vom 21.09.2020 bis 28.09.2020


#1 kuesschen11Profil
  • 19.09.2020, 13:55hFrankfurt
  • Kerstin Ott bringt sich selbst in ihren Songs ganz ehrlich und unbefangen herüber. Ich schätze ihre Authentizität in der Öffentlichkeit sehr.

    Sie lässt sich nicht verbiegen und zeigt zugleich politisches Statement.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 Homonklin_NZAnonym
  • 20.09.2020, 07:31h
  • Leider wird man im Onternet auch beleidigt, wenn niemand weiß, dass man anders tickt. Egal, ob man Musik macht, für wen man sie macht, was für Seiten und Interessen man sonst zeigt, welche Bilder man malt oder Gedichte man schreibt. Oft nur für ein simples Statement, von Menschen, die einen nicht im Geringsten kennen.

    Aber wenn es um Homosexualittät geht, ist es ungleich schlimmer damit. Noch viel schlimmer, wenn sich jemand als trans* zu erkennen gibt

    Das mit dem "Outen" ist sehr persönlich. Wenn Frau Ott nachvollziehen kann, dass ältere Leute mit Homosexualität Akzeptanzprobleme haben, könnte sie auch verstehen, dass nicht alle Komosexuellen "out" leben möchten. Sei es, dass man die Portion extra Diskriminierung im Leben nicht will, nicht braucht, dass man seinen Beruf behalten möchte oder Freunde, Verwandte mit kontroversen Ansichten hat, deren Eigenschaft man respektiert. Sei es, dass man bereits genug Gewalterdahrungen gesammelt hat, und keine Weiteren wegen so einem Aspekt des Privaten braucht.

    Sie miuch früher umgaben, haben das übrigens bis heute nicht gecheckt. Die denken immer noch, ich hätte mit Frauen Probleme und deshalb keine Damilie/Kinder, oder ich sei vom "Dämon" versucht worden...

    In der neuen Heimat arbeite ich teils wieder mit teils eher konservativ eingestellten Leuten zusammen, Man respektiert, dass jeder eine Privatsphäre hat. Don't ask, don't tell. Man kann sich die Menschen nicht aussuchen, sie nur so sein lassen, wie sie eben sind.

    Kerstin Ott wünsche ich weiterhi nbeste Erfolge.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Kritiker_inEhemaliges Profil
  • 20.09.2020, 11:17h
  • ""Jeder sollte so leben, wie sie oder er es möchte."" ist leider genauso unzutreffend wie z.B. der Slogan "Lieb doch, wen du willst".

    Es geht bei der sexuellen Orientierung NICHT um eine Willensentscheidung. Queer zu sein, ist KEINE "Wahl des Lebensstils", der zu tolerieren wäre, weil jemand ihn sich ausgesucht hätte.

    Queer zu sein, ist eine Ausprägung des SEINS. Wir SIND, wie sir SIND. (Also NICHT "wir sind, wie wir sein möchten").

    Es ist mir immer wieder extrem wichtig, diesen Unterschied zu betonen. Man kann uns NICHT die Wahl eines "unmoralischen" Lebensstils vorwerfen - man hat bitte zu akzeptieren, dass wir SIND, was wir SIND.

    (Zum Vergleich: würde jemand so eine Aussage z.B. über PoC treffen? DA wird idR ERKANNT, dass sie sich ihre Hautfarbe/Herkunft nicht ausgesucht haben - was leider nicht zur Folge hat, dass weniger diskriminiert würde, jedoch kommt DA wenigstens KEIN Spruch wie "Leb' doch, wie du willst". Eben weil die Hautfarbe, genauso wie die sexuelle Orientierung, KEINE Wahl ist.)
  • Antworten » | Direktlink »
#4 SosoalsoAnonym
  • 20.09.2020, 12:08h
  • Antwort auf #3 von Kritiker_in
  • Es geht bei der sexuellen Orientierung NICHT um eine Willensentscheidung. Queer zu sein, ist KEINE "Wahl des Lebensstils", der zu tolerieren wäre, weil jemand ihn sich ausgesucht hätte.

    Komisch, ich dachte Geschlechter seien konstruiert und eine Folge von Sozialisation, Also sozusagen eine Folge von permanenten Zuschreibungen?!
    So wird doch Permanent argumentiert, und dass man auswählen dürfe, sich umentscheiden usw.
    nun ist es aber auf einmal angeblich keine Entscheidung mehr?!

    Evtl. sollte man sich irgendwann mal festlegen, was man denn eigentlich möchte...
  • Antworten » | Direktlink »
#5 TheDadProfil
  • 20.09.2020, 12:52hHannover
  • Antwort auf #4 von Sosoalso
  • ""Komisch, ich dachte Geschlechter seien konstruiert und eine Folge von Sozialisation, Also sozusagen eine Folge von permanenten Zuschreibungen?!
    So wird doch Permanent argumentiert, und dass man auswählen dürfe, sich umentscheiden usw.""..

    Eine Sache die hier nie ausreichend geklärt wird, weil man sich lieber in Grabenkämpfen aufreibt, als sich stellende Fragen ausreichend zu klären..

    Wenn ein Mensch der als Mann und Schwul wahrgenommen wird sich eines Tages dazu entschließt sich als Non-binär zu outen, dann ändert sich in der Folge dessen auch seine Sexuelle Identität in "Pan" oder vielleicht noch etwas anderes..

    Die Behauptung der "Änderung" basiert aber auf dem Theorem der Mensch hätte seine Geschlechtliche Identität "geändert" und so "änderte" sich dann auch die Sexuelle Identität..

    Faktisch war aber der Mensch schon immer Non-Binär, er wußte es nur nicht genau, oder wollte das nicht "für sich wahrhaben", ganz so wie sich auch nicht "heterosexuelle" plötzlich dazu "entscheiden" würden schwul, lesbisch oder bisexuell "zu werden"..
    Und ebenfalls faktisch basiert die Idee man hätte es mit einem Schwulem Mann zu tun nur auf der Wahrnehmung der Gegenüber und den verinnerlichten Klischees die diesem Gegenüber dann vorgeben man hätte es mit einem Schwulem Mann, also Rollen-Klischee, zu tun..

    Mit wem man es zu tun hat weiß man also erst genau wenn man das Gegenüber fragt..
  • Antworten » | Direktlink »
#6 Kritiker_inEhemaliges Profil
  • 20.09.2020, 13:08h
  • Antwort auf #4 von Sosoalso
  • "So wird doch Permanent argumentiert, und dass man auswählen dürfe, sich umentscheiden usw."

    Das ist ganz sicher nicht MEINE Argumentation.

    "Evtl. sollte man sich irgendwann mal festlegen, was man denn eigentlich möchte..."

    Wer ist "man"? Ich jedenfalls nicht.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 Kritiker_inEhemaliges Profil
  • 20.09.2020, 13:15h
  • Antwort auf #5 von TheDad
  • "Wenn ein Mensch der als Mann und Schwul wahrgenommen wird sich eines Tages dazu entschließt sich als Non-binär zu outen, dann ändert sich in der Folge dessen auch seine Sexuelle Identität in "Pan""

    Das ist natürlich nicht richtig. Wenn eine Person ihr Coming-Out als NB hat, bezieht sich das auf ihre eigene Geschlechtsidentität, und NICHT auf ihr Begehren. Die nicht-binäre Person, die bisher als schwuler Mann gelesen wurde, beginnt deshalb nicht plötzlich auf alle Geschlechter zu stehen.

    Es ist doch an sich ganz einfach:
    Identität = Wer bin ich selbst?
    Orientierung = Auf wen stehe ich?
    Das waren und sind zwei verschiedene Paar Stiefel.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 ursus
  • 20.09.2020, 13:35h
  • Antwort auf #4 von Sosoalso
  • Über die Thesen des Konstruktivismus ist ziemlich viel Halbwissen und Verkürztes in unseren Medien und in der Politik unterwegs, und oft habe ich leider den Verdacht, dass diese Verzerrungen nicht aus Versehen passieren, sondern aus einem Nicht-Verstehen-Wollen heraus.

    Ich glaube, dass ich mich mit Queer Theory einigermaßen gut auskenne. Mir ist aber weder privat noch aus der queer-theoretischen Literatur jemand bekannt, der_die behauptet, Individuen könnten ihre Identitäten oder ihr Begehren einfach per Willensentscheidung austauschen.

    Deshalb frage ich mal nach: Woher nimmst du dein Wissen darüber? Wer GENAU soll das behaupten, was du schreibst?
  • Antworten » | Direktlink »
#9 IndigoAnonym
  • 20.09.2020, 13:41h
  • Antwort auf #3 von Kritiker_in
  • ""Jeder sollte so leben, wie sie oder er es möchte."" ist leider genauso unzutreffend wie z.B. der Slogan "Lieb doch, wen du willst".

    Volle Zustimmung. Ärgert mich auch jedes Mal, wenn ich so was lese.
    Bei all den Problemen, mit denen queere Personen ständig zu kämpfen haben - das sucht sich doch keiner freiwillig aus.
    Hätte mich vor der Geburt jemand gefragt, was ich sein will, hätte ich gesagt: "Ein weißer, heterosexueller, gesunder, schlanker, attraktiver Mann", dann kann ich für nichts diskriminiert werden und muss nicht dauernd erklären, wer oder was ich bin. Und erst nicht, wieso.

    Ich pflege in solchen Fällen immer dieses Bild zu posten:

    i.pinimg.com/originals/76/9b/92/769b922dc7515573d15a405a2147
    cd97.jpg


    Ich weiß nicht, ob der Link hier funktioniert. Die Katze auf dem Treppengeländer mit dem Satz: "Sie sagten, ich könnte in meinem Leben alles werden, was ich wollte. Also wurde ich eine Magnetschwebebahn."
  • Antworten » | Direktlink »
#10 NeoKritikerAnonym
  • 20.09.2020, 13:45h
  • Antwort auf #7 von Kritiker_in
  • Das ist aber auch wieder eine Form von sich selbst in irgendwelche abstrakten Schubladen packen. Angenommen, ein Mann ist infach nur sehr tuntig, dann ist er nicht automatisch Nonbinary oder Trans, sondern es ist eher so ein Fetisch. Wo will man denn dort die Linie ziehen zwischen schwul, tuntig, transvestit, nonbinary und trans? Statt immer neue Kategorien zu erfinden und dort die Leute reinzustecken ("Was ist ein Demiboy?") sollte man eher die Kategorie Geschlechtliche und Sexuelle Orientierung völlig neu denken.
  • Antworten » | Direktlink »