Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?37117

US-Fernsehpreis Emmy

"Schitt's Creek" schreibt Geschichte

Was "Friends", "Modern Family" oder "Sex and the City" nicht gelungen ist, schafft eine queere kanadische Serie: alle wichtigen Comedy-Preise abzuräumen. Auch RuPaul kann (wieder mal) feiern.


Dan Levy (mit Emmy) und sein aus "American Pie" bekannter Vater Eugene nach der Auszeichnung als beste Comedy-Serie (Bild: Screenshot ABC)

"Schitt's Creek" hat als erste Serie alle vier wichtigen Schauspielemmys sowie den Emmy als beste Comedyserie des Jahres erhalten. Bei der am Sonntag live im Fernsehen ausgestrahlten "Primetime Emmy"-Zeremonie konnte die kanadische Serie nach acht Nominierungen sieben Preise gewinnen – und führte damit die Liste der am meisten prämierten Sendungen mit Abstand vor "Succession" und "Watchmen" an, die jeweils "nur" vier Emmys gewannen.

Die sechste und letzte Staffel von "Schitt's Creek" erhielt bei der Emmy-Verleihung neben dem Hauptpreis "Outstanding Comedy Series" auch den Preis des besten Hauptdarstellers in einer Comedy-Serie (Eugene Levy alias Johnny Rose), der besten Hauptdarstellerin (Catherine O'Hara alias Moira Rose) und der besten Nebendarstellerin (Anne Murphy als Alexis Rose).

Besonders erfolgreich war der offen schwule Schauspieler und Filmemacher Dan Levy, der mit seinem Vater "Schitt's Creek" entwickelt hatte. Er wurde nicht nur für seine Darstellung von David Rose den Preis als bester Nebendarsteller ausgezeichnet, sondern sahnte außerdem zwei weitere Preise für seine Arbeit hinter der Kamera ab: Der 37-Jährige erhielt den Preis als Autor des besten Comedy-Drehbuchs und als bester Comedy-Regisseur. Mit dem Preis für die beste Comedy-Serie konnte Dan Levy damit in einem Jahr vier Emmys gewinnen – so viele, wie nie ein Mensch zuvor in der 72-jährigen Geschichte des TV-Preises.


Die romantische Liebesgeschichte von David (Dan Levy, li.) und Patrick (Noah Reid) rührte Millionen Menschen in aller Welt zu Tränen (Bild: CBC)

Bereits letzte Woche war "Schitt's Creek" mit zwei Emmys in Nebenkategorien ("Creative Arts Emmy Awards") ausgezeichnet worden – für das beste Casting und die besten zeitgenössischen Kostüme. Insgesamt konnte "Schitt's Creek" damit neun Emmys gewinnen. In den ersten fünf Staffeln hatte die Serie keinen einzigen Emmy erhalten.

"Schitt's Creek" startete 2015 im kanadischen Fernsehsender CBC und erzählt die Geschichte einer reichen Familie, die plötzlich ihr ganzes Geld verliert und dann im Motel eines urigen Dorfes wohnen muss. Die Serie war zunächst ein Geheimtipp, gewann über die Jahre aber immer mehr Fans. In Deutschland zeigt das RTL-Streaminportal TVNOW exklusiv alle 80 Folgen der Sitcom.

Preisverleihung von Corona überschattet

Wegen der Corona-Pandemie sah die Emmy-Verleihung dieses Jahr völlig anders aus. Jimmy Kimmel moderierte die Show vor einem leeren Staples Center in Los Angeles, während die meisten Nominierten zu Hause saßen und via Livestream zugeschaltet waren. Die gesamte Cast von "Schitt's Creek" war von einer Privatparty aus Toronto zugeschaltet, bei der auch Gesichtsmasken getragen wurden.

Auch RuPaul konnte sich am Sonntagabend freuen. Seine Castingshow "RuPaul's Drag Race" erhielt die Auszeichnung als "Outstanding Competition Program" – und das bereits zum dritten Mal in Folge (queer.de berichtete). Außerdem erhielt die Sendung vergangene Woche fünf Creative Arts Emmys: für das beste Reality-Casting, den besten Schnitt, das beste Hairstyling und das beste Make-up (queer.de berichtete). Am Samstag wurde RuPaul auch in der Kategorie "beste*r Moderator*in einer Realityshow" ausgezeichnet – zum fünften Mal in Folge.

RuPauls Show und "Schitt's Creek" verbindet, dass beide Serien in den ersten Jahren kaum Beachtung bei TV-Kritiker*innen und dem Publikum fanden. "Drag Race" war 2009 an den Start gegangen, konnte aber erst 2016 seinen ersten Emmy gewinnen.

Twitter / TVNOW

Aus queerer Sicht auch noch interessant: Uzo Aduba ("Crazy Eyes" aus "Orange Is the New Black") konnte einen Emmy als beste Nebendarstellerin in einer Miniserie oder einem TV-Film gewinnen – für ihre Rolle als Präsidentschaftskandidatin Shirley Chisholm in "Mrs. America". Mark Ruffalo, der in der Vergangenheit wiederholt in queeren Filmen und Serien wie "The Normal Heart" mitgespielt hatte, erhielt für "I Know This Much Is True" den Preis als besten Hauptdarsteller in einer Miniserie oder einem TV-Film. Sängerin und Schauspielerin Zendaya wurde außerdem als beste Hauptdarstellerin in einer Drama-Serie ausgezeichnet; die 24-Jährige spielt in "Euphoria" die queere Figur Rue Bennett.


Ein Novum in Hollywood: Jimmy Kimmel moderierte vor leeren Stühlen (Bild: Screenshot ABC)

Geschlagen geben musste sich dieses Jahr Billy Porter, der im vergangenen Jahr für seine Rolle in "Pose" noch den Emmy als bester Hauptdarsteller in einer Drama-Serie erhalten hatte (queer.de berichtete). Dieses Jahr ging der Preis an Jeremy Strong für "Succession".

In Deutschland für Schlagzeilen sorgte der Emmy für Maria Schrader, die für die beste Regie in einer Miniserie ausgezeichnet wurde – für die deutsch-amerikanische Netflix-Serie "Unorthodox". Schrader ist insbesondere als Schauspielerin bekannt, etwa als Hauptdarstellerin im Lesbendrama "Aimée & Jaguar" oder bei der Historienserie "Deutschland 83".

Die insgesamt erfolgreichste Sendung bei der Emmy-Verleihung war die neunteilige Superheldenserie "Watchmen", die auf einem Comic basiert. Insgesamt wurde die HBO-Produktion elf Mal ausgezeichnet, davon vier Mal mit dem "Primetime"-Emmy – unter anderem als beste Miniserie. (dk)



#1 FelixAnonym
  • 21.09.2020, 13:11h
  • Die Flut an Auszeichnungen für Schitts Creek ist absolut verdient für diese Serie und alle Beteiligten.

    Und im Gegensatz zu anderen guten Serien haben sie nicht den Fehler gemacht, das tot zu reiten, bis es immer weniger sehen wollen, sondern haben auf dem Höhepunkt aufgehört.

    Ist für mich eine der besten Sitcoms aller Zeiten und hat gleichzeitig eine Message, die wichtiger denn je ist: Liebe und Akzeptanz.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 FranAnonym
  • 21.09.2020, 14:26h
  • Liebe Redaktion, da ist euch ein kleiner Fehler unterlaufen: Billy Porter hat letztes Jahr den Preis in der Kategorie Bester Hauptdarsteller in einer Drama-Serie erhalten, nicht bester Nebendarsteller.
  • Antworten » | Direktlink »
  • Anm. d. Red.: Danke für den Hinweis. Wir haben den Fehler korrigiert.
#3 BemerkenswertAnonym
  • 21.09.2020, 14:58h
  • Das muss man erst mal hinkriegen, erfolgreiche Klassiker wie "Friends", "Modern Family" und "Sex and the City" zu schlagen und erfolgreicher als diese zu sein. (Auch wenn diese genannten Serien nie mein Geschmack waren und ich den Erfolg nie verstehen konnte.)

    Und das als kanadische Serie...

    Das hat "Schitt's Creek" sich aber auch redlich verdient. Ich habe selten eine Comedy-Serie gesehen, die so lustig ist, aber gleichzeitig auch so viel politische und gesellschaftliche Botschaft transportiert und ein Plädoyer für Vielfalt und Freiheit ist.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 TimonAnonym
  • 21.09.2020, 18:37h
  • Ich verstehe nicht, wieso diese tolle Serie in Deutschland bisher nur im streaming lief und noch nicht im Fernsehen.

    Der Sender, der sich die Rechte für eine Fernsehausstrahlung in Deutschland sichert, hat einen echten Hit.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 audeasAnonym
#6 PhantastischAnonym
  • 21.09.2020, 20:55h
  • Ich habe diese Serie lange gemieden, weil ich immer dachte: "Nein, nicht noch so eine Sitcom."

    Aber nachdem ich schon so viel Gutes darüber gehört hatte, habe ich dann doch mal reingeschaut und bin dann auch schnell hängen geblieben.

    So viele skurrile, aber irgendwie auch liebenswerte Charaktere... Hat mich stellenweise ein wenig an "Picket Fences" erinnert, nur auf lustig.

    Und dann dieser pointierte Humor mit perfektem Timing. Alleine schon die Mimik und Gestik mancher Darsteller, aber dann noch diese witzigen Dialoge... Da habe ich echt manches Mal laut lachen müssen, was mir bei Sitcoms eigentlich sehr selten passiert.

    Eigentlich schade, dass es schon nach 80 Folgen zu Ende ist. Aber stimmt schon: besser auf dem Höhepunkt aufhören, statt das so lange weiter zu machen, bis die Leute irgendwann beim Ende "endlich" sagen. Dann lieber, solange noch alle "schade" sagen. Und 80 Folgen sind auch genug Material, um diese phantastische Serie auch später noch ein weiteres mal sehen zu können.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 antosProfil
  • 22.09.2020, 09:32hBonn
  • Antwort auf #5 von audeas
  • Na klar.

    Oder weil die RTL-Mediengruppe, die sich die Erstausstrahlungsrechte für den Bezahlbereich von TV Now gesichert hat (seit 2018), das so ganz fortschrittlich und up to date vertraglich ausgeschlossen hat.
  • Antworten » | Direktlink »