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"Ja, es ist was Wunderbares"
Rosa von Praunheim über seine Strategie im Umgang mit Schimpfwörtern
Der Kultregisseur empfiehlt, negative Schimpfworte einfach in ihr Gegenteil zu verkehren – das sei schließlich auch mit dem Begriff "schwul" gelungen.

Rosa von Praunheim drehte vor fast 50 Jahren den Fernsehfilm "Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt" (Bild: Emilio Esbardo / wikipedia)
- 22. September 2020, 07:49h 2 Min.
Filmemacher Rosa von Praunheim empfiehlt, verletzend gemeinte Wörter positiv umzudeuten. "Meine Strategie ist: Wie immer dich deine Feinde nennen, klau ihnen die Worte, wandle sie um zu stolzen Wörtern und gehe nach vorn", sagte der 77-Jährige der "Berliner Zeitung". "Wenn mich jemand Arschficker nennt, sage ich: Ja, es ist was Wunderbares, probier es mal!" Augenzwinkernd fügte er an: "Analverkehr ist etwas Wunderbares. Anale Freuden sind ja nicht von der Hand zu weisen, davon können auch Heterosexuelle ein Liedchen singen."
Auch "schwul" sei einst ein Schimpfwort gewesen. In seinem berühmten Film "Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt" von 1971 habe er versucht, es "so oft wie möglich zu verwenden, um es umzudrehen zu einem Wort des Stolzes".
Keine Lust auf Opferrolle
Auf die Bemerkung der "Berliner Zeitung", dass er wohl einfach keine Lust auf die Opferrolle habe, erwiderte von Praunheim: "Genau. Aber es ist mir auch zu akademisch, sich über Begriffe zu streiten. Ich bin ein alter weißer Mann, vielleicht kann ich da gar nicht mehr mitreden."
Am 2. Oktober hat Rosa von Praunheims neues Stück "Hitlers Ziege und die Hämorrhoiden des Königs" Premiere im Deutschen Theater in Berlin. Angekündigt wird ein wilder und musikalischer Ritt durch die deutsche Geschichte. "Wo sich Hitler und Friedrich der Große begegnen, kommen die allerintimsten Fragen auf den Tisch", heißt es auf der Theater-Website. Dabei soll auch auf Schwulengerüchte über den Diktators angespielt werden. Der "Berliner Zeitung" sagte Praunheim, die Emanzipation sexueller Minderheiten sei inzwischen so weit fortgeschritten, "dass man auch negative Figuren in den Blick nehmen kann". (dpa/cw)















Habe ich selbst auch schon oft so gemacht und das nimmt Schwachmaten sehr schnell die Argumente.
Was ich auch empfehlen kann:
einfach den anderen auslachen. Oder einen Kommentar wie "Wenn Du meinst."
Nichts trifft solche Leute mehr, als wenn sie sehen, dass sie einem nichts anhaben können und dass einam das alles egal ist, weil einem diese Menschen egal sind.