Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?37128

Coming-out in Fußball

"Obwohl sich die Gesellschaft massiv verändert hat, hat sich der Fußball nicht weiterentwickelt"

In England spricht zum zweiten Mal binnen weniger Wochen ein schwuler Fußballprofi anonym über die Hürden für ein Coming-out.


Derzeit gibt es weniger Sichtungen von offen schwulen Fußballprofis als von Ufos

Erneut hat ein anonymer englischer Fußballprofi über seine Homosexualität und seine Angst vor einem Coming-out gesprochen. In einem Offenen Brief an die nach dem bislang einzig offen schwulen Erstligafußballer benannte Justin Fashanu Foundation beschrieb der Profi laut dem Boulevardblatt "The Sun", dass das Versteckspiel seiner psychischen Gesundheit geschadet habe. Für ihn sei es "praktisch unmöglich", eine Beziehung zu führen.

Der Profi fällt ein vernichtendes Urteil über den englischen Fußball: "Es ist traurig, dass ich das sagen muss: Obwohl sich die Gesellschaft massiv verändert hat, seit ich ein Teenager war, hat sich der Fußball nicht weiterentwickelt", erklärte der unbekannte Spieler. Die Premier-League-Bosse lieferten beim Thema Homosexualität nur "Lippenbekenntnisse" ab.

Bereits im Juli hatte sich ein Fußballer der höchsten englischen Liga anonym geoutet (queer.de berichtete). Auch er berichtete über den seelischen Druck durch sein Versteckspiel.

Einziges Coming-out eines schwulen Fußballers endete in einer Katastrophe

In Großbritannien hat sich mit Justin Fashanu bis heute nur ein Spieler während seiner aktiven Laufbahn als schwul geoutet. Seine Geschichte gilt als warnendes Beispiel: Fashanu galt in den Achtzigerjahren als einer der talentierstesten Fußballer seiner Generation und war 1980 der erste schwarze Profi in England, für den eine Ablösesumme von über eine Millionen Pfund bezahlt wurde. Zwei Jahre später suspendierte ihn sein homophober Trainer Brian Clough vom Club Nottingham Forrest, als dieser von den Besuchen seines Stars in Schwulenbars erfuhr. Außerdem beschimpfte Clough Fashanu vor seinen Mannschaftskollegen als "verdammte Schwuchtel".

Daraufhin wechselte der Spieler mehrfach den Verein und machte schließlich 1990 seine Homosexualität publik – seine Karriere war damit endgültig gelaufen, er spielte in Kanada und später bei Provinzclubs in England. 1998 beging er Selbstmord, nachdem er beschuldigt worden war, sich in den USA an einem 17-jährigen Jugendlichen vergangenen zu haben – die Vorwürfe konnten nie bewiesen werden. Seine Nichte Amal Fashanu, eine Journalistin, Modedesignerin und LGBTI-Aktivistin, gründete vergangenes Jahr die Justin Fashanu Foundation, um Diskriminierung im Fußball zu beenden.

In Deutschland gibt es bislang keinen einzigen Profi, der sich während seiner aktiven Laufbahn als schwul geoutet hat. Thomas Hitzlsperger outete sich 2014 erst nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn (queer.de berichtete).

Auch hierzulande gibt es einen angeblich schwulen Fußballprofi, der sich anonym geoutet hat. Auf Twitter ist der Unbekannte als "gay_Bundesligaspieler" aktiv. Im Mai kündigte er die Gründung einer Anlaufstelle für schwule Profis an (queer.de berichtete). Seine letzten Einträge stammen von Ende Juni, eine angekündigte Homepage zu seiner Gruppe "GayPlayersUNITE" ist derzeit nicht erreichbar. (dk)

Twitter / gayBundesligas1



#1 Peck_SEhemaliges Profil
  • 22.09.2020, 11:09h
  • Eine zweite Person, die keiner kennt, von der wir nur annehmen können, dass sie homosexuell und im Profifussball beheimatet ist, oder? Ich habs nicht so mit dem Glauben. Ich stehe auf Fakten.

    Vll mal bei den Profi-Frauen anrufen und Tipps holen, wie man ohne zu sich selbst und andere zu belügen, seinem Traum nachgehen kann. Wenn ich mich nicht irre, ist Rapinoe sogar offen lesbisch Weltmeisterin und Weltfussballerin geworden und hat obendrein noch die Eierstöcke, die rassistische und queerfeindliche Politik ihres Präsidenten öffentlich zu kritisieren. Ich bin mit sehr sicher, dass die Frau auch an ihrem Job hängt und Geld zum Überleben braucht.

    Ich verstehe den Gedanken nicht, wie anonymes Pseudoouting und das Beklagen hinlänglich bekannter Sachverhalte irgendetwas ändern soll.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 AlterSackAnonym
  • 22.09.2020, 11:17h
  • Fussball scheint ja ein Ventil für die männliche Homosexualität zu sein, dort kann man ungeniert gut durchtrainierten Männern hinterherschauen und sie anfeuern.

    Aber WEEEEHHHHHEEEEE es stellt sich offiziell einer der angefeuerten als homosexuell heraus...

    Dann würde die eigene Fasade zu bröckeln beginnen...
  • Antworten » | Direktlink »
#3 FennekAnonym
  • 22.09.2020, 11:32h
  • Eigentlich müssten sich mehrere schwule Fußballer mannschaftsübergreifend zusammen tun und sich gemeinsam in einer gemeinsamen Aktion outen.

    Wenn man sieht, wie viele das sind und dass sie in jeder Mannschaft sind, dann ist das viel einfacher, als wenn es nur einer macht. Zumal solche Aktionen gemeinsam immer einfacher sind, aber in dem Fall ganz besonders.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 gayflecktarnhoseProfil
  • 22.09.2020, 11:45hBremen
  • Im Deutschen Fußball ist es doch nichts besser.
    die Vereine tun gerade so als haben sie nichts
    gegen die Homosexuellen und zeigen Regenbogen-
    Flaggen.
    Interessant wäre mal zu wissen wie sie sich verhalten wenn sich ein Spieler outet. Ob sie sich
    dann immer noch LGBTI freundlich zeigen.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 YannickAnonym
  • 22.09.2020, 12:07h
  • Die schwulen Spieler, die Angst vor den Folgen eines Coming-outs haben, vergessen immer, dass das Verheimlichen der eigenen Identität ja auch negative Konsequenzen hat.

    Sich ständig selbst verleugnen und ein verstecktes Leben führen zu müssen, verursacht auch psychischen Druck. Und die ständige Angst vor Enttarnung, das ständige Aufpassen, was man sagt und wie man sich verhält, verusacht Stress, der auch nicht ohne Folgen bleibt.

    Das alles zusammen führt langfristig zu psychischen oder gar körperlichen Problemen.

    Ist das wirklich besser als auch mal einen dummen Spruch zu hören? Da muss man doch als Erwachsener drüber stehen können. Die sollen sich mal ihre schwarzen Kollegen angucken, die den Nachteil (oder Vorteil) haben, ihre Hautfarbe nicht verstecken zu können.

    Die Mehrheit der Fans hat kein Problem mit der sexuellen Orientierung, der Hautfarbe, o.ä. Und die Minderheit an Schwachmaten, die damit Probleme hat, können und sollten einem egal sein. Von solchen Menschen will man gar nicht bejubelt werden. Es ist besser, für das, was man ist, gehasst zu werden, als für das, was man nicht ist, geliebt zu werden.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 Carsten ACAnonym
  • 22.09.2020, 12:44h
  • Antwort auf #5 von Yannick
  • Das ist genau der Punkt, den ich auch nicht verstehe:
    warum legen schwule Fußballer so viel Wert darauf, von Faschos bejubelt zu werden?

    Der Mehrzahl der Fans wird das egal sein. Und manche werden vielleicht sogar froh sein, schwule Vorbilder zu haben, weil sie selbst schwul sind.

    Ja, die kleine Minderheit an Faschos, die es im Fußball erwiesenermaßen gibt, wird das ausnützen. Aber wieso legen schwule Fußballer so viel Wert darauf, von solchen Leuten bejubelt zu werden?

    Von den persönlichen Folgen auf die Psyche, die diese Selbstverleugnung mit sich zieht, mal ganz zu schweigen.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 Prima4Anonym
  • 22.09.2020, 17:15h
  • Antwort auf #6 von Carsten AC
  • Ist nur eine Vermutung, aber... Fußball ist global also ist das Geld was sich damit verdienen lässt auch global, Katar und so. Geld fließt von oben nach unten, da werden Vereinsführung, Clubpräsidenten etc sicher darauf achten das Ihre Spieler keine potenzielle Gefährdung für diesen Geldfluss darstellen und mögliche Werbepartner abschrecken bzw Deals verkomplizieren... kann mir vorstellen dass dahingehend also schon Druck gemacht wird!
  • Antworten » | Direktlink »