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Innerparteilicher Wahlkampf

Laschet: Sexuelle Orientierung spielt im Jahr 2020 keine Rolle mehr

Nach den homophoben Äußerungen von Friedrich Merz gibt sich sein innerparteilicher Rivale tolerant. Aber auch Armin Laschet hatte in der Vergangenheit LGBTI-Rechte bekämpft.


Armin Laschet ist seit Juni 2017 Regierungschef in Deutschlands bevölkerungsreichstem Bundesland (Bild: CDU NRW)

  • 22. September 2020, 14:41h 19 2 Min.

Die CDU muss nach Ansicht von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) offen für unterschiedliche sexuelle Orientierungen sein. "Es spielt im Jahr 2020 wirklich keine Rolle mehr, wer wen liebt", antwortete Laschet am Dienstag auf die Nachfrage eines Journalisten zu einer umstrittenen Äußerung des CDU-Politikers Friedrich Merz über Homosexualität. "Das ist Konsens in unserer Gesellschaft, und das ist auch Konsens einer modernen Volkspartei", sagte Laschet vor der Kabinettsklausur auf Burg Anholt in Isselburg.

Mit seiner Erklärung reagierte Laschet auf die Äußerungen seines Rivalen Merz; beide Politiker bewerben sich um den CDU-Parteivorsitz. Merz war am Sonntag in der Internetsendung "Bild live" nach seiner Meinung zu einem schwulen Kanzler gefragt worden. Für den Bewerber um den CDU-Parteivorsitz sei die sexuelle Orientierung ein privates Thema, solange diese sich "im Rahmen der Gesetze bewegt und solange es nicht Kinder betrifft" (queer.de berichtete).

Scharfe Kritik an Merz

Für den Kommentar erntete Merz auch aus den eigenen Reihen scharfe Kritik – etwa von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU): "Wenn die erste Assoziation bei Homosexualität Gesetzesfragen oder Pädophilie ist, dann müssen Sie eher Fragen an Friedrich Merz richten", hatte Spahn am Montag gesagt. Merz dagegen behauptete in einem "Welt"-Interview, seine Äußerungen seien "böswillig" falsch interpretiert worden (queer.de berichtete).

In der Vergangenheit hatte allerdings auch der sich jetzt liberal gebende Laschet mit Homosexuellenfeindlichkeit gespielt: So lud er als damalige Integrationsminister 2007 zum "Europäischen Jahr der Chancengleichheit für alle" LGBTI-Aktivisten von einer Veranstaltung aus (queer.de berichtete). Auch im Wahlkampf profilierte er sich als Gegner von LGBTI-Rechten: 2017 behauptete er etwa als CDU-Landesspitzenkandidat wiederholt, dass es im Grundgesetz ein verstecktes Ehe-Verbot für Schwule und Lesben gebe (queer.de berichtete). Auf Druck der Laschet-CDU weigerte sich Nordrhein-Westfalen 2017, dem Gesetz zur Ehe für alle zuzustimmen (queer.de berichtete).

Merz und Laschet bewerben sich neben dem Außenpolitiker Norbert Röttgen um den CDU-Parteivorsitz. Wer das Ruder übernimmt, soll Anfang Dezember bei einem Bundesparteitag in Stuttgart entschieden werden.

Die CDU plant derzeit auch innerparteilich eine größere Akzeptanz von sexuellen Minderheiten. Eine geplante Satzungsreform sieht vor, die Lesben und Schwulen in der Union (LSU) zur so genannten Sonderorganisation aufzuwerten (queer.de berichtete). Der Parteitag muss dem noch zustimmen. (AFP/dk)

-w-

#1 LunaAnonym
  • 22.09.2020, 18:05h
  • Also zu sagen es spiele keine Rolle mehr ist leider einfach nur Symbolpolitik und ignoriert einfach wie verbreitet Homo- und Bi-feindlchkeit in der Gesellschaft noch ist. Die Leute denken das Thema ist nach der Ehe für "alle" durchgespielt
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#2 globo
  • 22.09.2020, 18:17hBerlin
  • In der CDU, von der CSU gar nicht zu reden, gibt es nicht nur einen Merz und auch nicht nur einen Spahn. Die Akzeptanz von Homosexuellen nehme ich der Union noch nicht ab. Das Abstimmungsverhalten bei der Ehe für Alle hat gezeigt, wo die große Mehrheit der Union, incl. Kanzlerin, zumindest zu der Zeit stand.
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#3 Barca
  • 22.09.2020, 18:48hPlön
  • Herr Laschet, ich lade Sie gerne mal zu mir aufs Land ein, wo man auch heute noch beschimpft, auf dem Marktplatz bespuckt und grundsätzlich doof angeglotzt wird.

    Vor der Wahl ist immer peace & harmony, nach der Wahl treten wir wieder mit aller Kraft auf die Bremse, wenn es um Gleichberechtigung und Antidiskriminierung geht. Und als Grund kommt dann wieder "wir nehmen das sehr ernst, aber im Koalitionsvertrag steht davon nichts, deswegen können wir in dieser Legislatur keine Änderungen durchsetzen". Bla bla.
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