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Sacharow-Preis
Homo-Hasser von Nominierungsliste für den EU-Menschenrechtspreis gestrichen
Das ging schnell: Nach Kritik der Grünen entziehen Konservative, Sozialdemokraten und Liberale dem homofeindlichen Politiker Pawel Sewjarynez die Nominierung für den Sacharow-Preis.

Die Preisverliehung soll im Dezember im Europaparlament in Brüssel stattfinden (Bild: Harshil Shah / flickr)
- 23. September 2020, 09:01h 2 Min.
Der weißrussische Christdemokrat Pawel Sewjarynez hat nun doch keine Chance mehr auf den Sacharow-Preis. Sein Name ist von der erst am Freitag veröffentlichten Nominierungsliste gestrichen worden, wie Europaabgeordnete gegenüber dem "EUoberserver" bestätigten.
Sewjarynez war vor wenigen Tagen gemeinsam mit anderen Oppositionellen für den Menschenrechtspreis des Europaparlaments nominiert worden. Vorgeschlagen worden war der 43-Jährige von der Europäischen Volkspartei, den Sozialdemokraten und der liberalen Fraktion "Renew Europe". Daraufhin gab es scharfe Kritik vom deutschen Grünenpolitiker Rasmus Andresen (queer.de berichtete). Hintergrund waren viele homosexuellenfeindliche Äußerungen des Mitbegründers der belarussischen Christdemokraten.
/ euobs"In a wish not to compromise our joint nomination and the cause of the Belarusian Opposition as well as the Sakharov Prize, the EPP, the S&D and Renew Europe have decided to withdraw Pavel's name from the joint nomination," said the EPP's Michael Gahler https://t.co/RpP9ojyU1G
EUobserver (@euobs) September 23, 2020
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Der hessische CDU-Europaabgeordnete Michael Gahler erklärte gegenüber "EUobserver", mit der Streichung des Namens wolle man die Nominierung der anderen Menschenrechtler*innen aus Belarus nicht gefährden. Die Europäische Volkspartei weise die homosexuellenfeindlichen Äußerungen des Politikers scharf zurück – diese seien ein Produkt des östlichen orthodoxen Christentums. Gleichzeitig würdigte Gahler den Kampf von Sewjarynez gegen die Diktatur in Belarus. Dafür habe er mehr als 100 Tage im Gefängnis gesessen und ihm drohe jetzt eine mehrjährige Haftstrafe.
Sozialdemokraten machen Volkspartei für Nominierung verantwortlich
Die Sozialdemokraten machen die Volkspartei dafür verantwortlich, dass ein Homo-Hasser nominiert wurde. Die schwedische Abgeordnete Evin Incir betonte, dass die Nominierungsliste von der Volkspartei erstellt worden sei. Am Dienstag habe ihre Fraktion die EVP aufgefordert, den Namen des weißrussischen Christdemokraten zu entfernen.

Pawel Sewjarynez gilt als engagierter Kämpfer gegen die Diktatur, aber auch als verbohrter Homo-Hasser (Bild: (cc) Pawjel Bjelarusalіm / wikipedia)
Die Nominierungen sollen nächsten Montag in einer Ausschusssitzung besprochen werden. Auch LGBTI-Aktivst*innen aus Polen können sich Chancen auf den Sacharow-Preis ausrechnen (queer.de berichtete). Wer die Auszeichnung gewinnt, soll am 22. Oktober bekannt gegeben werden. Die feierliche Preisverleihung ist für Dezember im Brüsseler Europaparlament geplant. (dk)















Ich bin es leid, dass man immer erst massiven Protest braucht, ehe manche Leute zur Vernunft kommen und dass der ansonsten darauf stehen geblieben wäre.
Beschlossen von den EU-Fraktionen, in denen auch Union, SPD und FDP sitzen!!
Ich hoffe, die Wähler merken sich das...