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Homofeindlichkeit in der CDU

Klöckner verteidigt Merz: "Keine Ansichten aus vergangenem Jahrhundert"

Bundeslandwirtschaftsministerin und CDU-Vizechefin Julia Klöckner findet nichts Schlimmes dabei, dass Möchtegern-Parteichef Friedrich Merz bei Homosexualität sofort an Kindesmissbrauch denkt.


Julia Klöckner ist seit 2018 Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft und seit 2012 eine von fünf stellvertretenden CDU-Bundesvorsitzenden (Bild: Deutscher Bundestag / Achim Melde)

CDU-Vize Julia Klöckner hat den für den Parteivorsitz kandidierenden Friedrich Merz nach dessen homofeindlicher Äußerung verteidigt. "Weder Friedrich Merz noch Armin Laschet oder Norbert Röttgen haben Ansichten aus dem vergangenen Jahrhundert", sagte die Landwirtschaftsministerin dem "Mannheimer Morgen" (Donnerstag). "Wir als Christdemokraten sind in der Mitte der Gesellschaft verankert. Ob jemand homosexuell oder heterosexuell ist – danach wird bei uns aus gutem Grund nicht geurteilt."

Merz war am Sonntag in der Internetsendung "Bild live" gefragt worden, ob er Vorbehalte hätte, wenn heute ein Schwuler Bundeskanzler würde. "Nein", sagte der ehemalige CDU/CSU-Fraktionschef im Bundestag. Auf die Nachfrage, ob das für ihn völlig normal wäre, fügte er hinzu: "Über die Frage der sexuellen Orientierung, das geht die Öffentlichkeit nichts an. Solange sich das im Rahmen der Gesetze bewegt und solange es nicht Kinder betrifft – an der Stelle ist für mich allerdings eine absolute Grenze erreicht – ist das kein Thema für die öffentliche Diskussion" (queer.de berichtete).

Klöckner spielt Entgleisung herunter

Für den Kommentar erntete Merz auch aus den eigenen Reihen scharfe Kritik – etwa von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU): "Wenn die erste Assoziation bei Homosexualität Gesetzesfragen oder Pädophilie ist, dann müssen Sie eher Fragen an Friedrich Merz richten", hatte Spahn am Montag gesagt. LSU-Chef Alexander Vogt zeigte sich auf Facebook "maßlos darüber verärgert", dass der Möchtegern-Parteichef Homosexualität und Pädophilie "öffentlich und ohne Not miteinander verknüpft hat. Das war heute früh wie eine kalte Dusche für uns".

Merz dagegen behauptete in einem "Welt"-Interview, seine Äußerungen seien "böswillig" falsch interpretiert worden (queer.de berichtete). Auch Klöckner versuchte im "Mannheimer Morgen", die homofeindliche Entgleisung herunterzuspielen: "Dazu ist alles gesagt. Friedrich Merz hat im Nachgang zu Recht klargestellt, dass er hier keinesfalls eine Vermischung oder Gleichsetzung von Homosexualität und Kindesmissbrauch im Sinn hatte."

Bereits am Dienstag hatte sich Merz' Konkurrent um den Parteivorsitz, NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, zum Thema geäußert, ohne jedoch wirklich Stellung zu beziehen. "Es spielt im Jahr 2020 wirklich keine Rolle mehr, wer wen liebt", antwortete er auf die Nachfrage eines Journalisten (queer.de berichtete). "Das ist Konsens in unserer Gesellschaft, und das ist auch Konsens einer modernen Volkspartei."

Klöckner spielte LGBTI-Rechte gegen Sicherheit aus

In ihrer politischen Karriere ist Julia Klöckner kaum als Unterstützerin von LGBTI-Rechten aufgefallen. Im vergangenen Jahr verteidigte sie etwa Annegret Kramp-Karrenbauers respektlosen "Witz" über "Toiletten für das dritte Geschlecht" bei einer Karnevals-Rede. " Über Männer werden Witze gemacht, über Frauen werden Witze gemacht. Wer keine Witze übers dritte Geschlecht macht, weil es um das dritte Geschlecht geht, diskriminiert es", meinte die Landwirtschaftsministerin dazu in einen Tweet (queer.de berichtete).

Als Oppositionsführerin in Rheinland-Pfalz hatte sich die CDU-Politikerin als Befürworterin des Ehe-Verbots für Schwule und Lesben profiliert und sogar Homo-Rechte gegen das Thema Sicherheit ausgespielt: So meinte Klöckner 2016 im Landtag, dass es einem Familienvater, der bei einem Einbruch zwei Stunden auf die Polizei warten müsse, nichts nutze, dass Rheinland-Pfalz "bundesweit die erste Landesbeauftragte für gleichgeschlechtliche Lebensbeziehungen und Geschlechteridentität hat" (queer.de berichtete).

Im Interview mit queer.de behauptete Klöckner 2013 zudem, es gebe widersprüchliche Studien zur Eignung von gleichgeschlechtlichen Paaren als Eltern. Damals sagte sie: "Sicher, zu der einen wie zur anderen Position gibt es Studien. Im Zweifelsfall tendiere ich dazu, dass das Aufwachsen mit zwei verschiedenen Rollen geeigneter für die Entwicklung des Kindes sein kann." Tatsächlich sagen aber so gut wie alle Studien aus, dass die sexuelle Orientierung der Eltern keinen Unterschied für ein Kind macht. (mize/dpa)



#1 Ralph
  • 24.09.2020, 03:32h
  • Gestern Abend wurde Laschet auch von Maischberger darauf angesprochen. Er begnügte sich mit der Antwort (auf die Frage, ob ein Homosexueller Kanzler sein könne) mit der Antwort: "Ja. Punkt." Was wohl bedeuten sollte, dass es außer einem Ja dazu keine Antwort und keinen Anlass zu irgendwelchen weiteren Ausführungen gebe.
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#2 ShirKhanAnonym
  • 24.09.2020, 05:17h
  • Ich möchte es einmal erleben, dass diese Frau etwas sinnvolles tut oder auch nur sagt.

    in ihrer Arbeit als Bundesministerin und auch schon zuvor als Landtagsvorsitzende der CDU in Rheinland- Pflalz ist sie der totale Reinfall und an Inkompetenz und Niveaulosikgeit nicht zu übertreffen (außer vllt. von Andreas Scheuer).
    Sämtliche Gesetzesinitaitven, die ökologisch wären, basieren auf Freiwilligkeit (Tierwohllabel, Nutri-Score, grüner Knopf) damit sie ihre Lobbisten nicht verprellt. Stattdessen kritisiert sie die SPD, weil Manuela Schwesig kurz vor der Bundestagswahl 2017 zur Ministerpresdentin von Mecklenburg- Vorpommern und zur Nachfolgerin des an Krebs erkrankten Erwin Sellering gemacht hat.

    Dass sie jetzt den homophoben Friedrich Merz, wie sie es schon zuvor bei AKK getan hat, verteidigt, reiht sich meiner Meinung nach nur in das unschöne Bild, dass von dieser Frau habe ein.
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#3 Julian SAnonym
  • 24.09.2020, 08:02h
  • Dass ausgerechnet Frau Klöckner Herrn Merz in Schutz nimmt, dürfte niemanden verwundern.

    Die hat auch schon AKK wegen ihrer herabwürdigenden Kalauer in Schutz genommen und so getan, als hätten Beleidigungen etwas mit Humor zu tun. Die hat immer wieder die Eheöffnung abgelehnt. Die hat Homo-Rechte gegen Sicherheit ausgespielt. Die leugnet wissenschaftliche Fakten zur Eignung gleichgeschlechtlicher Eltern. Etc. etc. etc.

    Von so jemandem braucht man nichts anderes zu erwarten.

    Die interessantere Frage ist eher, wie lange die SPD sich mit sowas noch an einen Kabinettstisch setzen will...
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#4 mesonightAnonym
  • 24.09.2020, 08:34h
  • Für mich ist es am allerschlimmsten, dass solche Leute tatsächlich in dem Glauben leben nicht homophob zu sein, da fehlt jegliche Empathie.
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#5 ZenkimausAnonym
  • 24.09.2020, 08:42h
  • Stimmt Frau Klöckner. Das ist keine Ansicht aus dem letzten Jahrhundert, sondern des letzten JAHRTAUSEND. Wenn es nach ihrem Herrn Merz geht, wäre die Vergewaltigung in der Ehe noch immer straffrei. Sie wären uns auch erspart geblieben denn sie hätten niemals diesen Posten. Denn das Wohl der Frau sind Kinder,Heim und Herd.
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#6 Kölner JungAnonym
  • 24.09.2020, 09:30h
  • Immer wieder interessant, wenn Heterosexuelle Homosexuellen erklären wollen, was homophob ist und was nicht.

    Ansonsten kann ich mich nur der oben aufgeworfenen Frage anschließen: Wie lange will die SPD solchen Leuten noch Mehrheiten verschaffen?
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#7 seb1983
  • 24.09.2020, 09:37h
  • Frau Klöckner war lange Zeit Oppositionsführerin hier in Rheinland Pfalz.

    Ich kann mich spontan an nichts erinnern was sie hier je zum positiven bewegt hätte, keine Aussage der ich zustimmen würde.
    Sowohl menschlich als auch politisch halte ich sie für falsch und opportunistisch.

    Ihre Politik als Landwirtschaftsministerin ist nicht mehr als eine Lobbyshow voller scheinheiliger Ablenkungsmanöver.
    Lebensmittelkontrollen, Ernährungsampel, Tierhaltung, Pestizide, Klimawandel, überall ist sie eingeknickt und verkündet das auch noch als Fortschritt!!!
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#8 JasperAnonym
  • 24.09.2020, 09:42h
  • Eine Person, die trotz immer neuer Enthüllungen über Massentierhaltung und der Tatsache, dass diese nicht ohne massiven Medikamenteneinsatz funktioniert, die die Konsumenten gesundheitlich schädigt, immer noch Tierquälern nach dem Mund redet, ist nun wahrlich keine moralische Instanz, die die Deutungshoheit hätte, ob etwas homophob ist.

    Die soll lieber mal ihren Job machen.
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#9 JasperAnonym
#10 Julian SAnonym
  • 24.09.2020, 10:24h
  • Antwort auf #9 von Jasper
  • Oh ja, die tolle Panti Bliss. Eine der eloquentesten Dragqueens, die ich kenne.

    Unvergessen, wie damals bei dem Skandal nach ihrem Fernsehinterview sich zahlreiche Promis und Zuschauer mit ihr solidarisierten und T-Shirts mit dem Aufdruck "I'm on Team Panti" trugen.

    Übrigens nicht minder sehenswert wie die von Dir verlinkte Rede finde ich die Rede, die sie mal bei einer TEDx-Konferenz gehalten hat und die als eine der besten TEDx-Reden aller Zeiten gilt.

    www.youtube.com/watch?v=hIhsv18lrqY

    Übrigens:
    auch für diese Rede gibt es, ebenso wie die von Dir verlinkte, deutsche Untertitel.
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