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Podcast

"Trans Menschen müssen nicht ihre Existenz erklären"

Im neuen QUEERKRAM-Podcast spricht Buchautor Linus Giese über Lust und Leid an der Aufklärung über geschlechtliche Vielfalt, Faulheit und Voyeurismus bei cis Menschen sowie angebliche "Transgenderpropaganda" in Kitas.

Direktlink | MP3 | Die 13. Folge (59 Min.) | Der Podcast bei iTunes, Spotify, Podigee
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"Ein Buch, das fehlte", schrieb Fabian Schäfer im vergangenen Monat hier auf queer.de über den Rowohlt-Bestseller "Ich bin Linus" von Linus Giese. Tatsächlich hat der Berliner Buchhändler, Blogger und Aktivist mit der Schilderung und Reflektion seiner eigenen Transition eine wichtige Lücke geschlossen. Sein Buch bietet zum einen Identifikation und Empowerment für andere trans Menschen, insbesondere Männer, zum anderen Aufklärung für solidarische, neugierige oder verunsicherte cis Personen.


Linus Giese und Johannes Kram vor dem Tonstudio

Wie man diese beiden völlig unterschiedlichen Zielgruppen unter einen Hut bekommt und wie er selbst mit den überwältigenden Reaktionen auf sein Buch umgeht, darüber spricht Giese im neuen QUEERKRAM-Podcast erstmals ausführlich mit Johannes Kram. Der für seine zugespitzten Kurznachrichten bekannte trans Aktivist, dem auf Twitter fast 19.000 Menschen folgen, öffnet sich dabei erstaunlich weit, zeigt sich sympathisch-nachdenklich und vergleichsweise zurückhaltend.

Im Podcast geht es auch um die frustrierende Tatsache, dass über trans Menschen so viel Unsinn erzählt und geschrieben wird. "Ein großer Teil der Gesellschaft kennt sich gar nicht aus", konstatiert Giese und berichtet etwa von hochpeinlichen Messages, die er auf Planetromeo bekommt. Er ist es leid, ständig den Aufklärer zu geben, obwohl er es mit seinem Buch ja dennoch tut. "Trans Menschen müssen nicht ihre Existenz erklären", reagiert er auf dumme Fragen, über die sich jede*r im Internet informieren kann. Dass cis Menschen einfach nicht dazuzulernen wollen, nennt er sehr treffend "Faulheit und Voyeurismus".

Im Gespräch mit Johannes Kram geht es natürlich auch um die Geschichte des Starbucks-Bechers, der das Buchcover ziert, um Hass in sozialen Medien, Transfeindlichkeit in der LGBTI-Community und die angebliche "Transgenderpropaganda" in Kitas, die die FAZ im vergangenen Monat erfunden hat. Zum Umgang mit trans Kids hat Linus Giese eine klare Haltung: "Ich bin ein ganz großer Verfechter davon, Kindern zuzugestehen, Dinge ausprobieren zu dürfen und zu gucken, wohin es geht. Ich glaube, dass da kein gesellschaftlicher Schaden entsteht."

Zu Gast bei QUEERKRAM

Folge 1 mit Falk Richter und Jonas Dassler:
Warum sich Schauspieler outen sollten
Folge 2 mit Anastasia Biefang:
Warum das Transsexuellengesetz auf den "Müllhaufen der Geschichte" gehört
Folge 3 mit Ralf König:
Warum Ralf König genug vom "Gezicke in sozialen Medien" hat
Folge 4 mit Stephanie Kuhnen und Juliane Löffler:
Wie viel kreatives Potenzial steckt in der Corona-Krise?
Folge 4 mit Georg Uecker:
Warum gibt es so viel Häme auch in der Community?
Folge 6 mit Insel Pohl:
Outest du dich im Interview mit Homohassern, Ines Pohl?
Folge 7 mit Patrick Lindner:
Warum Patrick Lindner auf dem CSD singen muss!
Folge 8 mit Pierre Sanoussi-Bliss:
"Dass mein Leben auch zählt, müssen mir Weiße nicht sagen"
Folge 9 mit Annie Heger:
"Ich werde als Christin von der LGBT-Community mehr angefeindet als andersrum"
Folge 10 mit Aminata Touré und Tessa Ganserer:
"Zwischen Queerfeindlichkeit und Rassismus gibt es Parallelen"
Folge 11 mit Riccardo Simonetti:
Warum wir auf unser "Anderssein" stolz sein können!
Folge 12 mit Sookee:
"Eine rassistisch agierende Community kann sich erneuern"

-w-

#1 Taemin
  • 26.09.2020, 10:26h
  • LSBTI sind die einzigen Menschen, die beständig ihre Existenz rechtfertigen und um die Anerkennung ihres bloßen Vorhandenseins kämpfen müssen. Andere Minderheiten müssen "nur" den ewigen Kampf um Gleichbehandlung führen, wir stecken noch immer in der Vorstufe fest, erklären zu müssen, dass und warum es uns gibt. Darauf dürfen sich LSBTI nicht mehr einlassen. Wir sind da, egal wer von uns, L, S, B, T oder I - und darüber wird nicht diskutiert.
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#2 N8Engel
  • 26.09.2020, 10:59hWenden
  • Ich hasse es auch einmal in der Woche jemandem zu erklären, das ich nicht schwul bin, 2 mal im Monat, das ich das nicht mache, weil ich darauf aus bin, das mir jemand an die Titten packt. Es nervt regelmäßig darüber aufzuklären, das Transsexualität kein besonders abgefahrender Fetisch ist. Und was der Unterschied zwischen Trans- und Intersexualität ist, erkläre ich nur noch auf explizite Nachfrage. Und was an LGBTI ekelhaft sein soll, und ... und ...
    Linus hat Recht, die Leute sind zu faul sich zu informieren und wollen nur das schlimmste Vorurteil bestätigt haben.
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#3 Homonklin_NZAnonym
  • 26.09.2020, 12:27h
  • Mein Eindruck ist es, dass man das 'Voyeuristisch' in Schriftgröße 28, gefettet und unterstrichen verwenden kann, und das 'faul' ganz simpel oft genug mit doof oder nicht Willens übersetzen kann. Denn so lange, wie man über das Thema sich schon qualitativ informieren hätte können, evtl. eben auch über die Links, die Leute hier immer wieder mal nennen, ist es schon erstaunlich, was man dann grade auch in Medien, auch welchen mit einigermaßen Rang und Namen, immer noch serviert kriegt.

    Bei einigen ist da auch schon eine regelrechte Verweigerung dabei, überhaupt dazu zu lernen. Erkenntnisresistenz, oder wie man es nennen will. Ob es die Angst ist, Fehler zu machen, oder die davor, draus zu lernen?
    Jedenfalls führt Einfalt über Faulheit dazu, Vielfalt kontinuierlich misszuverstehen.
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