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ZDF-Interview

Hitzlsperger: Mein Leben nach Coming-out "nochmal verbessert"

Ex-Nationalspieler, VfB-Vorstandschef und DFB-"Botschafter für Vielfalt" Thomas Hitzlsperger glaubt, dass der Fußball heute weniger homofeindlich ist: "Es gibt Verbesserung, ohne dass sich gleich ein oder zwei Spieler outen müssen."


Thomas Hitzlsperger wird am 1. Oktober mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet

Der ehemalige Fußball-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger will sich auch nach der Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz weiter gegen Homofeindlichkeit und für Vielfalt in der Gesellschaft einsetzen. "Das Thema Vielfalt liegt mir am Herzen. Ich versuche, das auch immer wieder im Verein zu platzieren und zu leben und nicht nur davon zu sprechen. Das wird die Aufgabe bleiben", sagte der Vorstandsvorsitzende des Bundesligisten VfB Stuttgart am Samstagabend im "Aktuellen Sportstudio" des ZDF.

Hitzlsperger hatte sich nach dem Ende seiner Fußballer-Karriere als schwul geoutet. Für seinen Einsatz als Botschafter für Vielfalt beim Deutschen Fußball-Bund (DFB), im Verein "Gesicht Zeigen! Für ein weltoffenes Deutschland", im Projekt "Fußball für Vielfalt – Fußball gegen Homophobie und Sexismus" sowie für Township-Kinder in Südafrika bekommt der 38-Jährige am Donnerstag die Auszeichnung durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (queer.de berichtete).

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Hitzlsperger will anderen Menschen helfen

Er sei nach seinem Coming-out "Gott sei Dank" verschont geblieben von Anfeindungen. Aber das Thema Homophobie in der Gesellschaft und im Profisport sei immer wieder präsent. "Ich bin auch froh, dass ich darüber sprechen kann. Ich mache das auch gerne", sagte Hitzlsperger. "Mich schreiben Leute an, mich sprechen Menschen an, und jedes Mal, wenn ich eine Chance habe zu helfen, tue ich das sehr, sehr gerne." Sein Leben habe sich nochmal verbessert in den letzten sechs Jahren und dafür sei er sehr dankbar, sagte Hitzlsperger.

Er sei der Meinung, dass sich die Situation im Profifußball gebessert habe. "Allein die Tatsache, dass ich hier heute sitze als Vorstandsvorsitzender von so einem großen Verein wie dem VfB Stuttgart ist eine deutlich Verbesserung", sagte Hitzlsperger. Man dürfe Verbesserung nicht nur daran messen, ob sich jemand geoutet hätte. "Ich denke, es gibt auch was dazwischen. Es gibt Verbesserung, ohne dass sich gleich ein oder zwei Spieler outen müssen", sagte er. (cw/dpa)

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#1 Taemin
  • 27.09.2020, 09:58h
  • Da reizen doch zwei Tatsachen zum Widerspruch. Zum einen spielt es eine geringere Rolle, wenn ein schwuler Mann ein nichtsportliches Amt in einem Sportverein wahrnimmt, und da ist Herr Hitzlsperger auch nicht erste, wenn wir an Corny Littmann denken. Zum anderen kann er leider auf Dauer nicht Vorbild sein, denn während seiner ganzen aktiven Sportlerzeit hat er sich versteckt. Darüber will ich gar nicht urteilen, aber es ist nun mal kein vorbildliches Rollenmodell, an dem junge Menschen sich orientieren könnten.
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#2 tchantches
  • 27.09.2020, 10:09hSonstwo
  • ...und dann am Ende seiner aktiven Karriere zu verkünden, nun sei der "richtige Zeitpunkt" für ein Coming-Out, ist wahrlich kein emanzipatorisches Ruhmesblatt.
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#3 marcocharlottenburgAnonym