Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?37172

Werbung

Film- und Fernsehstar drängt auf Inklusion

Als Taylor Mason in "Billions" spielt Asia Kate Dillon den ersten nichtbinären Charakter.


Asia Kate Dillon in "Billions" (Bild: Showtime)

  • 28. September 2020, 15:46h, noch kein Kommentar

"Meine Pronomen lauten they, theirs und them" – eine Aussage aus der Serie "Billions", die inzwischen Kultstatus hat. Auf diese Weise erklärt hier Asia Kate Dillon das nichtbinäre Geschlecht. So etwas könnte man eher in einem jungen Unternehmen oder einem Studentenwohnheim erwarten, jedoch nicht in der Machowelt der Wall Street.

Dillon spielt in der Serie Taylor Mason und präsentiert somit den ersten nichtbinären Charakter im TV. Dies ist zwar nicht das Schauspieldebüt, da Dillon bereits in der bekannten Serie "Orange Is The New Black" mitgespielt hat, aber in "Billions" war es möglich, zum ersten Mal die eigene nichtbinäre Identität vor der Kamera darzustellen.

Es scheint auch, dass Dillons Charakter mit fortschreitender Karriere mehr und mehr respektiert wird. Auch im Film "John Wick: Kapitel 3" spielt Dillon – wenn auch nicht so explizit – einen nichtbinären Charakter.

Abschaffung der binären Schauspielkategorien gefordert

Dillon drängt auch am lautesten auf Veränderungen in Film und Fernsehen, insbesondere im Preisverleihungssektor. Anfang des Jahres wurde bekannt gegeben, dass es zu Gesprächen mit den Organisatoren der Screen Actors Guild Awards kam, nachdem Dillon angeboten wurde, dem Komitee beizutreten. Für Dillon würde das Abschaffen der getrennten Schauspielkategorien einen wichtigen Schritt darstellen. In einem offenen Brief gab Dillon an, nicht Teil des SAG-Komitees sein zu können, solange nur die gegenwärtigen männlichen und weiblichen Kategorien existieren würden und nicht Änderungen vorgenommen werden, sodass alle Identitäten miteingeschlossen werden.

Weiter heißt es in dem Brief, dass "POC, indigene Menschen, Trans* und Frauen mit Behinderung" bei den Preisverleihungen zwar ebenfalls gering vertreten seien, die Schaffung einer speziell für sie bestimmten Kategorie jedoch "genau das übermitteln würde, was es darstellt: Rassismus und Diskriminierung", was das Argument für die Aufhebung der getrennten Kategorien weiter bestärkt.

Dillon fügte auch hinzu: "Ich würde mich freuen, ein Mitglied der Screen Actors Guild zu werden und mitzuentscheiden, unter der Voraussetzung, dass sofortige Maßnahmen ergriffen werden, um die unterschiedlichen Auszeichnungen für Schauspieler und Schauspielerinnen in geschlechtsneutralen Kategorien zusammenzuführen. Dieser mutige und schon längst überfällige Schritt meiner Gewerkschaft würde eine wichtige Botschaft aussenden. Und zwar würde es bedeuten, dass die SAG nicht nur mich unterstützt, sondern auch alle ihre nichtbinären und gendervarianten Mitglieder."

Mit der stets steigenden Unterstützung für Inklusion und Diversität scheint es so, als ob der ausgeübte Druck am Anfang des Jahres ein Zeichen der Veränderung setzt, zu der es in naher Zukunft kommen wird.

Nicht alle Initiativen zur Geschlechtergerechtigkeit waren so erfolgreich. Ein Beispiel vom Anfang dieses Jahres kam aus der Gaming- und Live-Streaming-Community. Einerseits wächst die Vielfalt des Gaming-Publikums im Allgemeinen sehr schnell, und die erste weibliche Profispielerin in einem gemischtgeschlechtlichen Team betrat die Welt des E-Sports. Andererseits nimmt die vielfältige Repräsentation der unterschiedlichen Menschen über verschiedene Plattformen, insbesondere online, nur sehr schleppend zu. In mehreren Kategorien sind Frauen nun die am stärksten vertretene Gruppe, während in anderen Männer nach wie vor an der Spitzenposition sind, wie etwa in der Glücksspielbranche der Spieleindustrie. Ein zentrales Beispiel dafür ist die steigende Zahl der Spieler*innen, die während der Pandemie in Deutschland auf Online-Casinos zugegriffen haben. Dieser Trend setzte sich im Laufe des Jahres fort und hat die Beliebtheit dieser Branche wirklich gefestigt. Es stellt sich nun die Frage, ob sich die übliche demografische Zusammensetzung der Spieler*innen in den Online-Casinos verändern wird und ob zukünftig mehr Frauen diese Plattformen nützen werden.

Die stetig wachsende Unterstützung für Inklusion und die Beseitigung geschlechtsspezifischer Identitätsbarrieren sind seit Jahren ein aktuelles Thema. Das sieht man etwa durch den geschlechtsneutralen Filmpreis, den Dillon im Jahr 2017 Emma Watson verliehen hat. In diesem Fall wurde die Performance als Ganzes gewürdigt und andere Faktoren nicht mitberücksichtigt. Es wäre weder überraschend noch ungewöhnlich, wenn viele Organisationen – im Bestreben, sich als fortschrittlich zu präsentieren – auf rasche Änderungen drängen, vor allem als Reaktion auf Briefe wie jenen von Asia Kate Dillon an das SAG-Komitee. (ak)