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Bewerbung für Direktmandat

Trans Polizistin will in den Bundestag

In einem Jahr wird ein neuer Bundestag gewählt – mit der Sozialdemokratin Ria Cybill Geyer bringt sich auch eine trans Politikerin in Stellung.


Ria Cybill Geyer arbeitet seit 2014 bei der Polizei, ist aber erst seit zwei Jahren out (Bild: Screenshot RTL)

Ria Cybill Geyer will im kommenden Jahr für die SPD in den Bundestag einziehen. Wie die Polizistin und Gewerkschafterin am Wochenende mitteilte, möchte sich die 57-Jährige im Wahlkreis 58 (Oberhavel – Havelland II) im Land Brandenburg um ein Direktmandat bewerben. Sie sei ihres Wissens nach die erste trans Frau, die sich für die Sozialdemokrat*innen um ein Bundestagsmandat bewirbt.

Die ursprünglich aus dem oberfränkischen Coburg stammende Wirtschaftsingenieurin war einst als Vertriebs- und Marketingleitung in verschiedenen IT-Unternehmen tätig, bevor sie 2014 angestellte Polizistin in Berlin wurde. Außerdem arbeitet sie als freiberufliche Einzelfallhelferin für den Sozialpsychiatrischen Dienst des Bezirksamts Treptow-Köpenick. Zudem ist sie Vorstandsmitglied der Direktion Einsatz und Verkehr bei der Gewerkschaft der Polizei aktiv. Früher war sie außerdem Personalrätin.

"Ich habe als Mann jahrelang im falschen Team gespielt"

Erst vergangenen Monat hatte ein RTL-Team Geyer bei ihrer Arbeit begleitet. Sie sagte in dem Bericht, wie schwierig das Versteckspiel vor ihrem Coming-out gewesen sei: "Ich habe als Mann jahrelang im falschen Team gespielt, wollte übertrieben männlich sein", so Geyer. "Ich habe mein Leben lang versucht, den schönen Schein zu wahren. Irgendwann ging es einfach nicht mehr." Um sich zu befreien, entschied sie sich vor zwei Jahren zu einem radikalen Schritt: "Zu unserer Oktoberfest-Betriebsfeier bin ich einfach im Dirndl gekommen." Ihre Kolleg*innen hätten darauf weitgehend positiv reagiert. Vergangenes Jahr warb sie auf dem Polizeistand beim Lesbisch-Schwulen Stadtfest im Berliner Nollendorfkiez für ein besseres Verhältnis zur LGBTI-Community.

Twitter / MexCybill | Geyer engagiert sich auch queerpolitisch

Politisch war Geyer zunächst bei den Grünen aktiv gewesen: 1980 war sie in Bayern Gründungsmitglied der neuen Partei, trat aber acht Jahre später aus. Seit 2007 war sie SPD-Mitglied, zunächst in Luisenstadt, dann in Oberschönweide. Sie gehört seit diesem Jahr auch dem Vorstand des SPDqueer-Landesverbandes Brandenburg an.

Selbst wenn sie die SPD-Nominierung für den Wahlkreis 58 erhält, steht ihr noch ein langer Weg bevor: Der Wahlkreis, der in seinem Süden an Berlin angrenzt und unter anderem Falkensee umfasst, wird derzeit von der CDU gehalten, die 2017 mit ihrem Kandidaten Uwe Feiler 29,9 Prozent der Erststimmen holte – und damit 7,2 Prozent mehr als der damalige SPD-Kandidat Benjamin Grimm, der heute als Staatssekretär in der Staatskanzlei des Landes Brandenburg arbeitet. Auf den dritten Platz kam 2017 Harald Petzold mit 14,7 Prozent – da der damalige queerpolitische Sprecher der Linksfraktion keinen sicheren Listenplatz erhalten hatte, schied er nach vier Jahren aus dem Bundesparlament aus.

Bereits im Juli hatte die bayerische Landtagsabgeordnete Tessa Ganserer (Grüne) erklärt, dass sie sich ebenfalls um ein Bundestagsmandat bewerben möchte (queer.de berichtete).

Bislang gab es im Bundestag noch keine offen transsexuelle Abgeordnete und keinen offen transsexuellen Abgeordneten. Christian Schenk, der zwischen 1990 und 2002 zunächst für die Grünen und später die PDS im Bundestag saß, nahm nach dem Ausscheiden aus dem Parlament eine Geschlechtsanpassung vor (queer.de berichtete). (dk)

Twitter / MexCybill | Auf Twitter macht Geyer deutlich, wo der Feind steht



#1 gayflecktarnhoseProfil
  • 29.09.2020, 12:27hBremen
  • Hallo, da kann man dieser Frau nur viel Erfolg und
    Glück wünschen.
    Wir gebrauchen noch viel mehr solcher Trans-Personen die den Mut aufbringen sich zu Outen
    und der Allgemeinheit zu zeigen das auch sie dazu
    gehören.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 mmmmAnonym
  • 29.09.2020, 22:36h
  • bin kein spd fan, aber hoffe, dass wir bald mindestens eine trans person im bundestag haben (aber keine aus afd bitte)
  • Antworten » | Direktlink »