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Katholische Kirche

Dresdner Bischof für Segnung homosexueller Paare

Ein weiterer deutscher Bischof regt an, das katholische Segnungsverbot für gleichgeschlechtliche Paare zu kippen.


Bischof Heinrich Timmerevers kann sich die Segnung von homosexuellen Paaren vorstellen (Bild: BMO-Vechta / wikipedia)

Der katholische Bischof Heinrich Timmerevers, das Oberhaupt des Bistums Dresden-Meißen, hat sich in einem Interview mit der Katholischen Nachrichtenagentur für die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare ausgesprochen.

"Die Frage ist doch: Was segne ich? Ich segne Menschen. Und wenn ein Mensch vor mir steht und um einen Segen bittet – wie kann ich diesen Segen verweigern?", fragte der 68-Jährige, der das nach Kirchensteuerzahlenden drittkleinste Bistum der katholischen Kirche in Deutschland anführt. "Ein Segen ist ja der Zuspruch Gottes. Zu unterscheiden davon ist, dass ich mit solch einem Segen ja nicht alles 'absegne' und gut finde, was diese Menschen tun. Da muss man sehr differenziert hinschauen."

Über die Form der Segnung müsse sich die Kirche "natürlich" Gedanken machen. Er würde "grundsätzlich" eine Öffnung für gleichgeschlechtliche Paare begrüßen.

Seelsorge für Homosexuelle gestärkt

Timmerevers hatte kürzlich eine Gemeindereferentin und einen Pfarrer damit beauftragt, die Seelsorge sexueller und geschlechtlicher Minderheiten zu übernehmen. Anlass sei gewesen, dass er an "verschiedenen Orten im Bistum der Gruppe schwul-lesbischer-transsexueller Christen begegnet" sei, wie er in dem Interview erklärte. Die Gespräche mit diesen Menschen hätten ihn "nachhaltig bewegt". "Sie wollen Christen sein und ihren Glauben auch in der Kirche leben. Und in diesem Ringen will ich diese Menschen nicht alleine lassen", so Timmerevers. Es sei ihm ein Anliegen, "dass wir in unseren Gemeinden wie in der ganzen Kirche für Homosexuelle Akzeptanz und Toleranz weiterentwickeln und stärken". Der Bischof appellierte an Pfarreien und die Bischofskonferenz, einen "Prozess des Nachdenkens" zu beginnen.

Der 2016 zum Dresden-Meißener Bischof ernannte Heinrich Timmerevers gilt als relativ weltoffen. Bereits im letzten Dezember regte er an, dass er sich neben zölibatären Priestern auch verheiratete Priester vorstellen könne. Auch bei der Rolle der Frau sehe er die Kirche in einem "großen Dilemma".

Vatikan verhindert Reformen

Die Debatte um die katholische Segnung homosexueller Paare wird derzeit in Deutschland vermehrt geführt. Sogar Georg Bätzing, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, hat sich der Forderung angeschlossen (queer.de berichtete). Allerdings lehnt der Vatikan diesen Vorstoß weiterhin grundsätzlich ab. Kirchenrechtler Thomas Schüller erklärte deshalb kürzlich, dass der Druck aus Rom jegliche Reformbestrebungen im Keim ersticke (queer.de berichtete).

Auch wenn sich die deutsche katholische Kirche vereinzelt LGBTI-freundlich gibt, ist sie auf internationaler Ebene weiter höchst homophob eingestellt: Im Nachbarland Polen unterstützt sie etwa offen die "Homo-Heilung", in Ländern wie Gabun kämpft sie sogar dafür, Homosexualität zu einer Straftat zu machen. Freilich geht die deutsche Kirche ebenfalls oft hart gegen sexuelle Minderheiten vor: So feuerte sie 2018 einen beliebten Lehrer eines katholischen Gymnasiums in Nordrhein-Westfalen, weil dieser einen Mann heiraten wollte (queer.de berichtete). (dk)



#1 Peck_SEhemaliges Profil
  • 29.09.2020, 12:42h
  • Ich halte das Verlangen, sich als homosexueller Mensch vom Erzfeind aller queeren und selbstbestimmten Lebensformen segnen lassen zu wollen, für therapierbar!
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#2 PetterAnonym
  • 29.09.2020, 12:43h
  • 1. Das ist wieder eine reine Marketing-Aktion, der keine Konsequenzen folgen werden. Die erzählen das, damit die uninformierte Masse denkt, die würden das umsetzen, aber dass dann nichts passiert, bekommen dann nur die Wenigen mit, die es interessiert. So handelt die Politik auch immer.

    2. Alles was nicht 100% Gleichstellung ist, ist per definition Diskriminierung. Und wenn man nur eine Segnung vornimmt und die Ehe verwehrt (also uns nicht dieselben Rechte gibt wie Heteros), dann ist das eben per definition weitere Diskriminierung.

    3. Alles was sich tut (wenn sich überhaupt was tut), ist nur reine Taktik. Das passiert nur, weil immer mehr Schäfchen der Kirche in Scharen davon laufen. Und dann will man den Verlust an Bedeutung und an Geld halt wenigstens ein wenig abbremsen.
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#3 ursus
  • 29.09.2020, 13:16h
  • "Zu unterscheiden davon ist, dass ich mit solch einem Segen ja nicht alles 'absegne' und gut finde, was diese Menschen tun. Da muss man sehr differenziert hinschauen."

    Muss es sich nicht wunderbar anfühlen, von jemandem das lauwarme Händchen aufgelegt zu bekommen, der so sensibel betont, dass er zwar mich als Person segnet, aber deshalb noch lange nicht meine Partnerschaft mit dem geliebten Menschen gutheißt?

    Ein Fortschritt, zweifellos. Für Menschen ohne einen Funken Würde.
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#4 Prima4Anonym
  • 29.09.2020, 13:38h
  • Antwort auf #1 von Peck_S
  • Erzfeind? Wer denn?

    Der nette Herr der hier segnen will?

    Ganz sicher kein Erzfeind, nope....

    Oder der Segen von Gott?? Selbst wenn man die Bibel wörtlich nimmt hat Gott die letzten 2000 Jahre doch wirklich die Füße still gehalten... kein Erzfeind, nope...

    Wenn du gläubige Menschen allgemein meinst... naja, die Menschen die sich segnen lassen wollen gehören ja zu dem gläubigen Menschen, wären somit ja ebenso "Erzfeind" und somit unter ihresgleichen... das cool!
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#5 Girlygirl
  • 29.09.2020, 13:38h
  • Die katholische Kirche lässt ja nicht mal Frauen zum Priesteramt geschweige denn zu was höherem zu. Wenn selbst KATHOLISCHE Frauen (Maria 2.0) gegen die Rückständigkeit der kath. Kirche kämpft und kaum ernstgenommen werden, dann werden wir LGBTs gar keine Gleichberechtigung mehr miterleben. Die katholische Kirche scheint ja gegen jeglichen gesellschaftlichen Wandel immun zu sein. Und dann wundern die sich, dass so viele Menschen aus der Kirche austreten. Ein paar Pastoren, die homosexuelle Paare segnen, werden daran nichts ändern.
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#6 LächerlichAnonym
  • 29.09.2020, 13:41h
  • Die segnen Haustiere, Motorräder, Autos, Spielsachen und sogar Panzer und Waffen.

    Und dann diskutieren die im Jahr 2020 darüber, ob man auch liebende Menschen segnen soll. Aber nur ein Segen 2. Klasse, wo man betont, dass man nur den Menschen segnet, aber nicht die Beziehung und nicht, was die tun.

    Sorry, aber die Kirche hat echt den Schuss noch nicht gehört.

    Naja, selbst Schuld, wer auf sowas Wert legt und auf sowas hofft.

    Für klar denkende Menschen ist die Kinderschänder-Sekte eh irrelevant und jeden Anspruch auf irgendeine moralische Instanz verloren.
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#7 SarkastikerAnonym
  • 29.09.2020, 13:45h
  • "Die Frage ist doch: Was segne ich? Ich segne "Autos". Und wenn ein "Auto" vor mir steht und "ein Mensch" um einen Segen "für sein Auto" bittet wie kann ich diesen Segen verweigern?", fragte der 68-Jährige, der das nach Kirchensteuerzahlenden drittkleinste Bistum der katholischen Kirche in Deutschland anführt. "Ein Segen ist ja der Zuspruch Gottes. Zu unterscheiden davon ist, dass ich mit solch einem Segen ja nicht alles 'absegne' und gut finde, was diese Menschen "mit ihren Autos" tun. Da muss man sehr differenziert hinschauen."
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#8 TheDadProfil
  • 29.09.2020, 19:45hHannover
  • Antwort auf #4 von Prima4
  • Der Kommentar von "Peck_S" war eigentlich ganz einfach zu verstehen..

    Sich "segnen" lassen wollen von einem "Beauftragten" einer Organisation die einen als Mensch weil Nicht-Hetero einfach ablehnt, weil das angeblich "gegen deren Lehre" sei, ist ein Stockholm-Syndrom, man identitifiziert sich mit den Terroristen die einen umbringen wollen..

    Dieses Stockholm-Syndrom ist behandelbar..
    Und es ist sogar "behandlungspflichtig", und damit unabdingbar das zu behandeln, weil man sonst noch weiter verblödet..
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#9 MateoAnonym
  • 29.09.2020, 20:08h
  • Kirche und Glauben an der Basis geben immer noch vielen Menschen halt. Es sind doch die kleinen Schritte, die in der Vergangenheit zu Großem geführt haben. Und dass sich ein Bischof öffentlich gegenüber seinem een Ansichten seines Arbeitgebers ausspricht, ist ein weiterer wenn auch kleiner Schritt.

    Mein Respekt gilt denen, die sich innerhalb der Kirche für Sichtbarkeit engagieren und eben zu so solchem Umdenken bei den Geistlichen führen.
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#10 KlarerBlickAnonym
  • 30.09.2020, 09:10h
  • Antwort auf #9 von Mateo
  • "Mein Respekt gilt denen, die sich innerhalb der Kirche für Sichtbarkeit engagieren und eben zu so solchem Umdenken bei den Geistlichen führen."

    Die in der katholischen Kirche bleiben, führen nicht zum Umdenken. Das besorgen die Tausende, die aufgewacht sind und aus der Kirche austreten. Das starke Sinken der Mitgliederzahlen und der Verlust der entsprechenden Kirchensteuern führen zum Umdenken.
    Die, die in der Kirche bleiben, verlängern nur das Leid, das die Kirche weltweit über LGBTI bringt, weil sie mit ihren Steuern und ihrer Mitgliedschaft diesen Männerverein unterstützen.
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