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Die Zeiten ändern sich

Hauptdarsteller befürworten Homophobie-Warnung vor "Bill & Ted"-Filmen

Die Hoschis gaben sich vor 30 Jahren noch homophob – das bedauern die beiden Hauptdarsteller Alex Winter und Keanu Reeves.


Bill (Alex Winter) und Ted (Keanu Reeves) sind in drei Filmen durch die Zeit gereist – und nutzten dabei nicht nur Sinnlosworte wie "Volle Kanne, Hoschis", sondern auch homophobe Sprache (Bild: MGM)

Die zwei Hauptdarsteller der "Bill & Ted"-Trilogie haben kein Problem damit, dass in der neu veröffentlichten UHD-Fassung der ersten beiden Filme eine Warntafel vor dem Start eingeblendet wird, die auf homophobe Äußerungen in den Filmen hinweist. Das erklärten der 56-jährige Keanu Reeves und der 55-jährige Alex Winter in der BBC-Radiosendung "Kermode and Mayo's Film Review".

Wörtlich heißt es auf der englischsprachigen Warntafel zu den Science-Fiction-Komödien "Bill & Teds verrückte Reise durch die Zeit" (1989) und "Bill & Ted's verrückte Reise in die Zukunft" (1992): "Dieser Film reflektiert historische Einstellungen, die das Publikum als veraltet oder beleidigend empfinden könnte." Der kürzlich veröffentlichte dritte Teil "Bill & Ted retten das Universum", der in Deutschland auf einschlägigen Streamingportalen wie Amazon Prime Video oder iTunes ausgeliehen werden kann, enthält hingegen keinerlei homophobe Äußerungen.

Der Hintergrund: In den ersten beiden Filmen bezeichnen sich die beiden zeitreisenden (heterosexuellen) Hauptfiguren – die engen Freunde Bill (Winter) und Ted (Reeves) – unter anderem mehrfach scherzhaft als "fag" (Schwuchtel). Dieses Wort ist in der angloamerikanischen Presse inzwischen so verpönt, dass viele Zeitungen es höchstens als "f*g" niederschreiben oder es als "F-Wort" bezeichnen, was allerdings manchmal zu Verwechslungen führt. Auch in der deutschen Synchronisation der "Bill & Ted"-Filme, die etwa "Dude" mit "Hoschi" übersetzte, wurden "Schwuchtel" und andere homophobe Begriffe verwendet.


Szene aus "Bill & Teds verrückte Reise durch die Zeit"

Winter erklärte im BBC-Interview, dass es in den ersten beiden Filmen "homophobe Beschimpfungen" gegeben habe. Diese seien in dieser Zeit "extrem verbreitet gewesen". Er betonte, dass sie "abwertend" und "nicht angemessen" seien. "Alle Filmen sollten die Welt um uns herum reflektieren und die Figuren waren beheimatet in dieser Welt", so Winter. Auch Reeves befürwortete die Warntafel: "Ich denke, diese reflektiert den Inhalt und informiert das Publikum, so dass es nicht überrascht wird."

Die beiden Hauptdarsteller hatten bereits mehrfach die Homophobie in den beiden Filmen bedauert. Vor zwei Jahren erklärte Winter etwa, als er darauf angesprochen wurde: "Das zeigt die Gefühllosigkeit dieser Zeit. Niemand von uns ist stolz darauf. Und ich habe nicht vor, das zu wiederholen." (dk)

Direktlink | Der Trailer für den homophobiefreien dritten Teil

Twitter / Winter



#1 einfachAnonym
  • 29.09.2020, 19:25h
  • Man kann die Vergangenheit nicht ändern, aber in der Populär Kultur muss man sich halt anbiedern.
    Es war damals schon eine schmerzliche Beleidigung, die für Quote genutzt und junge Schauspieler haben ihr persönliches Vorankommen auf Kosten von Randgruppen bewusst priorisiert.
    Das war ihnen damals bewusst, aber sie haben sich eben so entschieden.
    Bitte keine Scheinheiligkeit.
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#2 KenshiroProfil
  • 29.09.2020, 21:42hBerlin
  • Antwort auf #1 von einfach
  • Gerade Keanu würde ich keine Scheinheiligkeit vorwerfen. Das war damals gängige unsensible Sprache, die beiden reflektieren, das muss auch anerkennen. Wie alt waren sie da? Ich denke das war auch ein Lernprozess, wie verletzend diese Sprache sein kann.
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#3 Alexander_FAnonym
  • 30.09.2020, 00:53h
  • Es freut mich sehr, zu hören, dass ich mit meinem Eindruck, die 90er seien alles andere als die "gute alte Zeit" gewesen, nicht allein bin. Sollte man mal dran denken, wenn man meint, 2020 seit so schlimm.
    Way to go, dudes!
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#4 Prima4Anonym
  • 30.09.2020, 07:56h
  • Ein halbes Leben auf diese verdammte Fortsetzung gewartet und dann kommt die nur für 1 verf###ten Tag in die Kinos... einen einzigen verschissenen Tag....

    Hab mich so auf n triple feature gefreut, schön die ganze Bande mir je nem sixer 2 Reihen belegen (corona uns so) und endlich mal wieder vernünftig mit den Jungs chillen... ätzend ey :(
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#5 zundermxeAnonym
  • 01.10.2020, 08:32h
  • Nun kenne ich längst nicht alle Äußerungen der beiden zum Thema.
    Natürlich finde ich es auch gut, dass sie sich von ihrem früheren Selbst ein Stück weit distanzieren.

    Doch finde ich die hier zu lesende Begründung einfach platt und schlicht auch dümmlich.
    Die Zeit sei so gewesen und es wäre ganz normal gewesen.
    Nein. Wer wollte, konnte auch damals schon ganz locker auf bestimmte Begriffe verzichten. Zu behaupten, wer habe das nicht bewusst so oder so gehandhabt, ist heute eine Notlüge und eine Verklärung.
    Insbesondere in Schauspielkreisen und inmitten der HIV-Zeit.
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#6 Prima4Anonym
  • 01.10.2020, 11:50h
  • Antwort auf #5 von zundermxe
  • Nur weil du betroffen bist bedeutet das nicht dass die Zeit damals eben nicht so war, war sie 20 Jahre später immer noch....

    Meinst du breakfast for tiffany war damals nicht rassistisch? Doch,war es schon damals, aber so waren eben die Zeiten... kann man kritisieren, kann man verurteilen,zu behaupten es wäre damals aber schon überholt/nicht zeitgemäß ist schlicht falsch! Sonst wären sie weder damals erfolgreich und/oder heute kult....

    Mal abgesehen davon wäre ja wohl eher der Drehbuchautor und das Studio die richtigen Ansprechpartner für Kritik und nicht zwei alte endfünfziger die vor 40 Jahren am Anfang Ihrer Karriere ihren Job gemacht haben....
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#7 differenzierungenAnonym