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Falsche Gesprächspartner

Die Linke.queer fordert Rücktritt von Oskar Lafontaine

Der Fraktionschef der Linken im Saarland diskutierte am Montagabend mit Thilo Sarrazin und Peter Gauweiler in München über Migration. Für die LGBTI-Organisation der Sozialist*innen hat er damit eine Grenze überschritten.


Oskar Lafontaine, Jahrgang 1943, prägt die deutsche Politik seit Jahrzehnten. Der Ex-Ministerpräsident, Ex-SPD-Vorsitzende, Ex-Kanzlerkandidat, Ex-Bundesfinanzminister und Ex-Partei- und Fraktionschef der Linken im Bund führt seit 2009 die Linksfraktion im Saarländischen Landtag (Bild: DIE LINKE Nordrhein-Westfalen / flickr)

Zoff in der Linkspartei: In einer Pressemitteilung forderte die Bundesarbeitsgemeinschaft Die Linke.queer am Dienstagabend den ehemaligen Partei- und Fraktionschef Oskar Lafontaine dazu auf, sein Abgeordnetenmandat im saarländischen Landtag niederzulegen. "Damit verbunden wäre selbstverständlich ein Ende seines dortigen Fraktionsvorsitzes", so die Bundessprecher Daniel Bache und Frank Laubenburg.

Die Rücktrittsforderung folgt einer Veranstaltung am Montagabend in München, bei der Lafontaine zusammen mit dem aus der SPD ausgeschlossenen rechten Buchautor Thilo Sarrazin und dem CSU-Politiker Peter Gauweiler über Migration diskutierte. Beide Männer dürften "kein Gesprächspartner für Linke" sein, kritisierten die queeren Sozialist*innen.

"Schlag ins Gesicht insbesondere schwuler Männer"

"Peter Gauweiler ist bundesweit bekannt geworden, weil er in den 1980er Jahren mit Maßnahmen, die auch in der Nachbetrachtung und bei aller Zurückhaltung nur faschistoid genannt werden können, gegen die Hauptbetroffenengruppen von HIV und AIDS vorgehen wollte", erklärte Die Linke.queer. "Es ist ein Schlag ins Gesicht insbesondere schwuler Männer, wie Lafontaine, aber auch andere Linke, Gauweiler immer wieder durch gemeinsame Diskussionsveranstaltungen aufwerten."

Thilo Sarrazin könne "angesichts seines rassistischen Weltbilds" kein Gesprächspartner für Linke sein, so die Bundesarbeitsgemeinschaft weiter. "Aufgabe von Linken ist es nicht, in Nobelhotels mit Sarrazin zu plaudern, sondern der Bevölkerung deutlich zu machen, mit welchen Lügen, Fälschungen und rassistischen Denkmustern Sarrazin agitiert."

Die Linke.queer: Lafontaine spielt Menschen gegeneinander aus

Laut Medienberichten kritisierte Oskar Lafontaine auf der Veranstaltung, dass die Kosten für die Betreuung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge zu hoch seien, man könne das "einer Sozialrentnerin" nicht erklären. "Diese Behauptung ist falsch", konterte Die Linke.queer. "Gerne vermitteln wir Oskar Lafontaine einen Gesprächstermin mit Sozialrentner*innen, die der Partei Die Linke und unserer Bundesarbeitsgemeinschaft queer angehören. Sie könnten Lafontaine einiges erklären. Allerdings können wir nicht mit dem Ambiente eines Nobelhotels dienen."

Auch weitere Äußerungen Lafontaines auf der Veranstaltung seien "dazu geeignet, Menschen, deren Interessen Die Linke vertritt, gegeneinander auszuspielen", kritisierten die queeren Sozialist*innen. "Sie entsprechen einem Menschen- und Weltbild, das nicht dem unserer Partei entspricht." Lafontaine müsse "endlich die Konsequenzen daraus ziehen, dass er in zahlreichen Fragen die Positionen unserer Partei nicht teilt". (cw)



#1 GuntherAnonym
  • 30.09.2020, 08:43h
  • Hat Lafontaine in diesem umstrittenen Punkten mit Sarrazin und Gauweiler übereingestimmt? Lediglich an der gleichen Gesprächsrunde teilzunehmen finde ich nicht verwerflich.
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#2 KumpelAnonym
  • 30.09.2020, 08:59h
  • Ach Lafontaine schon wieder? Sahra sollte ihn sich mal so richtig zur Brust nehmen.
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#3 KaiJAnonym
#4 Ralph
  • 30.09.2020, 09:20h
  • Man kann nicht einerseits den Versuch grüner Bundestagsmitglieder, in Polen mit Rechtsextremisten ins Gespräch zu kommen, verwerfen, andererseits Lafontaine verurteilen, wenn er in Deutschland das gleiche macht. Für mich sind Rechtsextremisten weder in Polen noch in Deutschland Gesprächspartner für demokratische Politiker. Fragt sich allerdings, ob Lafontaine Demokrat ist. Da sind bei einem Mann, der den Populismus als Mittel der Politik eingeführt und der in seinem Bundesland ein Pressegesetz gemacht hat, um Kritik an seiner Person zu erschweren, Zweifel angebracht. Für mich liegt der Mann eher auf einer Linie mit Orban. Insoweit wären Sarrazin und Gauweiler genau die richtigen Gesprächspartner für ihn. Nur dürfte das eine recht langweilige Veranstaltung werden, denn worüber sollen die drei sich streiten?
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#5 Carsten ACAnonym
  • 30.09.2020, 10:13h
  • Die Linke.queer macht sich lächerlich.

    Man kann andere Menschen nicht entlarven, wenn man sie einfach nur vom stillen Kämmerlein beobachtet und sich nur mit seinesgleichen über sie aufregt.

    Man kann die nur entlarven, indem man in den Dialog zu ihnen tritt und ihre Argumente entkräftet.

    An Diskurs ist nichts negatives, aber manche halten wohl mehr von Niederbrüllen als von Argumentieren. Und genau damit machen sie dann solche Leute und solches Gedankengut noch stärker.
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#6 KaiJAnonym
  • 30.09.2020, 11:00h
  • Gut, dass die Linke.queer auch selbst offenbart, dass die Linke zu einem Grossteil aus Peronen besteht, die sich und ihre Denke in die Reihe von Personen rechtsextremer Denke stellen.
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#7 KenshiroProfil
#8 KenshiroProfil
#9 snowAnonym
#10 goddamn liberalAnonym
  • 30.09.2020, 12:19h
  • Antwort auf #2 von Kumpel
  • "Sahra sollte ihn sich mal so richtig zur Brust nehmen."

    Hm, wie kann Frau Wagenknecht, gleichsam die Pressesprecherin des mörderischen Reaktionärs Putin, erzieherisch auf Lafontaine einwirken?

    Das übersteigt meine Fantasie.
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