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ILGA: Fortschritte und Rückschläge für trans Menschen weltweit
Weltweit gibt es bei Trans-Rechten widersprüchliche Entwicklungen. Mindestens 13 Länder verbieten Transsexualität, so eine Studie des LGBTI-Dachverbandes ILGA World.
- 30. September 2020, 09:58h - 2 Min.
Für trans Menschen ist es seit 2018 in neun weiteren Ländern oder Regionen möglich geworden, ihre Namen oder ihre Geschlechtsanträge in Dokumenten ohne diskriminierende Auflagen zu ändern. Das berichtete der LGBTI-Dachverband ILGA World am Mittwoch in Genf. Der Verband legte eine Studie über die Gesetze in 143 Ländern auf dem Globus vor (PDF).
Zu den Ländern, die die Diskriminierung im staatlichen Trans-Recht zum großen Teil abgeschafft haben, gehört unter anderem Belgien. Insgesamt würden nun 25 UN-Mitgliedsstaaten das Geschlecht ohne größere Vorgaben anerkennen und in mindestens 96 wäre die Anerkennung möglich. Dazu gesellte sich in den letzten Jahren etwa Pakistan.
Der Dachverband moniert, dass viele Länder vor einer Änderung der Dokumente weiter etwa chirurgische Eingriffe oder Hormonbehandlungen fordern. Andere erlaubten bei Minderjährigen keine Änderung oder verlangten fragwürdige psychologische Tests.
Gleichzeitig habe es auch beträchtliche Rückschläge gegeben. So seien gut finanzierte konservative Bewegungen entstanden, die Stimmung gegen LGBTI machten. Anderswo stellten rechte Politikerinnen und Politiker sexuelle und geschlechtliche Minderheiten als unvereinbar mit der nationalen Identität dar. "In jeder Weltregion gab es Rückschlage", erklärte Studienautor Zhan Chiam. Oft würden diese Rückschläge als Kampf gegen "Gender-Ideologie" verschleiert. Ein negatives Beispiel ist Ungarn, das in diesem Jahr die rechtliche Anerkennung von trans Personen praktisch abschaffte.
/ ILGAWORLDToday, amidst backlash and attacks on trans communities worldwide, we're proud to release our latest #TransLegalMappingReport, detailing the impact of laws and policies on trans persons in 143 UN member States across the globehttps://t.co/eQTGfN7lQ4 pic.twitter.com/kmZ57F9881
ILGA World (@ILGAWORLD) September 30, 2020
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Es gebe mindestens 13 Länder, die trans Menschen ausdrücklich kriminalisierten, etwa mit Gesetzen, die es aus ihrer Sicht Männern verbieten, Frauenkleider zu tragen, heißt es in dem Bericht. Dabei handelt es sich um Brunei, Gambia, Indonesien, Jordanien, Kuwait, den Libanon, Malawi, Malaysia, Nigeria, Oman, Südsudan, Tonga und die Vereinigten Arabischen Emirate. Allerdings wendeten viele weitere Länder andere Gesetze zur Diskriminierung von trans Menschen an. Dazu gehörten etwa solche gegen Sexarbeiter und -arbeiterinnen oder gegen die Erregung öffentlichen Ärgernisses.
ILGA World wurde 1978 gegründet und hat 1.600 Mitglieder in 160 Ländern. Aus Deutschland kommen allein rund 50 Mitgliedsorganisationen, darunter der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD), die Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) und der Bundesarbeitskreis Regenbogen der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di. (dpa/dk)
















