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Brandenburg
Ravensbrück: Neue gemeinsame Forderung nach Gedenkkugel für verfolgte Lesben
In einem gemeinsamen Antrag setzen sich die Initiatorinnen und wichtigsten queeren Verbände für ein offizielles Mahnmal in der Mahn- und Gedenkstätte ein.

Die Kugel in einer früheren Fassung bei einem Gedenken 2018 (Bild: Gedenkkugel für die ermordeten lesbischen Frauen im Frauen-KZ Ravensbrück / Facebook)
- 1. Oktober 2020, 09:18h 2 Min.
Mehrere queere Verbände haben am Donnerstag einen gemeinsamen Antrag bei der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten eingereicht, in dem sie die Verankerung einer offiziellen Gedenkkugel auf dem Gelände der Gedenkstätte Ravensbrück fordern. Mit ihr solle ein würdiges Zeichen der Erinnerung an die dort inhaftierten lesbischen Frauen errichtet werden.
Zuvor hatten sich die beteiligten Verbände – die Initiative "Autonome feministische Frauen und Lesben aus Deutschland und Österreich", das "Bündnis der Initiativen zur Unterstützung der Gedenkkugel für die verfolgten und ermordeten lesbischen Frauen und Mädchen im ehemaligen Frauenkonzentrationslager Ravensbrück und Uckermark", der LesbenRing e.V., RuT Rad und Tat – Offene Initiative Lesbischer Frauen, der Lesben- und Schwulenverband (LSVD), die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld und der Fachverband Homosexualität und Geschichte (FHG) – auf einen Widmungstext geeinigt.
Die Inschrift solle demnach heißen: "In Gedenken aller lesbischen Frauen und Mädchen im Frauen-KZ Ravensbrück und Uckermark. Sie wurden verfolgt, inhaftiert, auch ermordet. Ihr seid nicht vergessen." Zahlreiche Mitstifter*innen, Personen und Organisationen aus dem In- und Ausland unterstützten das Vorhaben, so der LSVD in einer Pressemitteilung. Die Gedenktafel solle nach der Idee der Initiative weiter als 40-cm-Kugel umgesetzt werden.
Hoffen auf Entscheidung im Herbst
Um das geplante Mahnmal hatte es seit Jahren Debatten und Streit gegeben. Vor zwei Jahren hatte die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten die Errichtung abgelehnt, nachdem sich die beiden Beratungsgremien der Stiftung, eine Fachkomission und ein internationaler Beirat, auf unterschiedliche Inschriften einigten (queer.de berichtete). Verbänden hatten dazu unterschiedliche Formulierungen eingereicht.
Die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld und der LSVD-Bundesverband hatten danach die beteiligten Verbände zu Gesprächen geladen, unter Beteiligung der Gedenkstätten-Stiftung. "Wir als zivilgesellschaftliche Initiativen und Organisationen haben erfolgreich einen guten Konsens gefunden", so der LSVD. "Jetzt ist die Stiftung am Zug. Wir appellieren an die Gremien der Stiftung, nun im Herbst 2020 eine Entscheidung zu treffen, die die Realisierung dieses gemeinsamen Vorschlages ermöglicht."
Ursprünglich hatte die Initiative "Autonome feministische Frauen Lesben aus Deutschland und Österreich" die Gedenkkugel angefertigt. Die Inschrift lautete: "In Gedenken aller lesbischen Frauen und Mädchen im Frauen-KZ Ravensbrück und Uckermark. Lesbische Frauen galten als 'entartet' und wurden als 'asozial', als widerständig und verrückt und aus anderen Gründen verfolgt und ermordet. Ihr seid nicht vergessen!" (cw/pm)













