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Image als Paradiesvogel

"Was die Medien toll finden, findet die Gay-Szene auf einmal blöd"

Jorge González, das queere Jurymitglied der Tanzsendung "Let's Dance", beklagt im Interview mit dem Klatschmagazin "Gala" mangelnde Akzeptanz innerhalb der LGBTI-Community.


Jorge González ist seit sieben Jahren Jurymitglied der Tanzsendung "Let's Dance" (Bild: TVNOW / Stefan Gregorowius)

Seit zehn Jahren ist er eine feste Größe im deutschen Fernsehen. Anlässlich seines runden TV-Jubiläums sprach der schwule Choreograf Jorge González in der am Donnerstag erschienenden neuen Ausgabe der "Gala" über sein Image als Paradiesvogel.

"Frauen mögen mich, ihre Ehemänner akzeptieren mich. Ich polarisiere. Besonders bei den Homosexuellen. Was die Medien toll finden, findet die Gay-Szene auf einmal blöd", beklagte sich González gegenüber dem Klatschmagazin. "Ich wünsche mir, dass es wieder bunter zugeht und Akzeptanz für alle da ist", so der 53-Jährige laut "Gala".

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Durchbruch als "Laufsteg-Trainer" bei "Germany's Next Topmodel"

Jorge González hatte bis zu seinem 17. Lebensjahr auf Kuba gelebt. Wegen der Homofeindlichkeit in der kommunistischen Diktatur floh er schließlich nach Europa, um Radioökologie an einer slowakischen Universität zu studieren. Er arbeitete nebenbei als Model – und machte dies schließlich zu seinem Hauptberuf. 2011 nahm er auch die deutsche Staatsangehörigkeit an.

2009 wurde er zum TV-Gesicht, als er die Nachfolge von Bruce Darnell als Choreograf und Trainer der Model-Casting-Show "Germany's Next Topmodel" unter der Leitung von Heidi Klum annahm. Sein extravagantes Auftreten und seine ausgefallene Kleidung verschafften ihm innerhalb kurzer Zeit hohe mediale Aufmerksamkeit. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung etwa nannte González den "heimlichen Star" der Sendung und beschrieb ihn als "fleischgewordenen Stöckelschuh".

Seit 2013 ist González Jurymitglied der Tanzsendung "Let's Dance" und moderiert die Sendung "E! Factor by Jorge González" im Spartensender E! Entertainment Television. (cw/ots)



#1 Ralph
  • 01.10.2020, 14:26h
  • Ich glaube nicht, dass die Szene "auf einmal" blöd findet, dass ein Schwuler sich für das heterosexuelle Publikum zum Kasper macht, indem er möglichst stark möglichst viel vom Tuntenklischee erfüllt. Ich glaube vielmehr, das stört viele schon lange. Das läuft auf der selben Ebene wie früher viele US-Spielfilme, in denen dunkelhäutige Schauspieler die Deppenrollen bekamen, in denen sie großäugig und mit Baumwollpflückerwortschatz durch die Handlung stolpern mussten.
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#2 Peck_SEhemaliges Profil
  • 01.10.2020, 14:46h
  • "Was die Medien toll finden..."

    Oh Boy. Die Medien finden gar nichts toll, weil bedrucktes Papier, Flatscreens und Radiowellen keine Gefühle haben.
    Das ist der offensichtlich misslungene Versuch, "Medien" als übergeordnete Instanz zur eigenen Meinungslegitimation umzudeuten und darüber hinwegzutäuschen, dass es eben auch hier genau die Menschen sind, die auf der Couch der Flimmerkiste gegenübersitzen und ihr Urteil fällen, was weg kann, was gut ist und was der gesellschaftlichen Entwicklung hinterher läuft.
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#3 Homonklin_NZAnonym
  • 01.10.2020, 15:48h
  • Da müsste man jetzt differenzieren, in welchen Teilen der "Community" er die Art Erfahrung macht, und in welchen Medien sein Style oder sein Ausdruck tpll ankäme, bzw. ja bei den Lesern oder Konsumenten jener Medien.
    Merkwürdig ist aber schon, dass sich gewisse Szene, wenn es die so denn gibt, ziemlich bunt und Toleranz fordernd gibt, dann aber gegenüber "zu" Buntem, wo immer da die Grenze beginnt, ziemlich ausschließend auftritt. Das ist nicht nur mit "Tuntenfeindlichkeit" so, man wird auch als Gearfetischist oder Romantiker oft schräg angeschaut oder weg gedrängt.

    Das Bessere ist es da wohl, Kopf hoch und World kiss my ass-mäßig sein Ding durchzuziehen, denn so eine Gesellschaft kann man in der Pfeife rauchen.

    Er sollte sich nicht davon abhängig machen, was man wo wie befindet. Er braucht sich doch nicht am Gefallen oder Nichtgefallen der Leute orientieren.
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#4 Prima4Anonym
  • 01.10.2020, 16:33h
  • Kommentar 1 - 3: jupp, jupp und jupp, triffts alles aufn Punkt....

    Und allgemein: zwischen "akzeptiert werden" und "gemocht werden" gibt's n Unterschied...

    Aber richtig durch: der Kerl ist doch auch einer dieser Bohlen/Klum Anhängsel, ne? Also, der Typ der sein Geld damit verdient die Körper junger Frauen zu bewerten und irgendwelche talentfreien Menschen vorführt beschwert sich das er als öffentliche Person sowie aufgrund dessen was er macht von anderen bewertet wird???

    Kannste dir nicht ausdenken....
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#5 userer
  • 01.10.2020, 16:59h
  • Antwort auf #1 von Ralph
  • Ralph: "[sich] zum Kasper macht, indem er möglichst stark möglichst viel vom Tuntenklischee erfüllt."

    Tunten sind keine Kasper!

    Vielleicht meinst du das anders? Wenn ja, würde mich interessieren, was.

    Immerhin schreibst du, dass jemand, der das "Tuntenklischee" nicht einmal vollständig erfüllt, dennoch bereits ein Kasper wäre. Ich finde deine Aussage ausgrenzend.

    Aber vielleicht liegt ja gerade da der Hund begraben bei dir und in "der Community".
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#6 Girlygirl
  • 01.10.2020, 17:15h
  • Antwort auf #1 von Ralph
  • Ich bin lesbisch und finde so Leute wie Jorge Gonzales ganz niedlich, aber auch ich ertappte mich dabei, wie ich sehr burschikosen lesbischen Promis eher negativ eingestellt war. Ich wußte, dass das falsch ist und ich schäme mich auch dafür. Der Grund weswegen ich solche Ansichten hatte, ist weil meine Eltern bis zum heutigen Tag glauben, dass fast alle Lesben sehr maskulin und "grob" seien und Schwule "tuntig". Sie kennen halt nur diese Klischees aus dem Fernsehen und reproduzieren diese. Und selbst heute noch erwische ich mich dabei, wie ich mich über das Coming out einer femininen Frau mehr freue, als das einer maskulinen. Diese Ablehnung gegenüber Gender Non Conformen Schwulen/Lesben stammt ursprünglich von Heteros, aber auch wir gender conformen Homos tragen mit zur Ausgrenzung bei, um von den Heteros gemocht zu werden. Es stimmt schon, dass solche prominenten auch ein Stückweit die Community repräsentieren und die Heten von denen dann auf alle schließen. Wir erwarten von LGBT Promis mehr, weil wir eine Minderheit sind und wann immer eine berühmte LGBT Person irgendwas macht, steht sie sozusagen repräsentativ für alle Schwule/Lesben. Die Heteros müssen lernen, dass die Glamour Welt kein Querschnitt der queeren Bevölkerung ist und wir Homosexuellen sollten uns nicht allzu sehr mit LGBT Promis identifizieren oder von ihnen erwarten die Community positiv darzustellen. Dass Gonzales von manchen aus der LGBT Community nicht gemocht wird, finde ich schade, denn eigentlich kommt er sehr lieb rüber. Mir würden noch ein paar andere schwule Promis einfallen, die wirklich blöd sind.
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#7 Ralph
  • 01.10.2020, 17:15h
  • Antwort auf #3 von Homonklin_NZ
  • Ich meine, das ist nicht der Punkt. Wenn wir und mal überlegen, wer denn alles an Schwulen öffentlich gern gesehen ist, dann werden da von Heten immer gern Namen wie Hape Kerkeling, Dirk Bach (+), Ralph Morgenstern, Thomas Hermanns u.ä. genannt. Das sind doch alles Spaßmacher und z.T. ganz bewusst skurrile Figuren. warum mögen die Heten die so gern? Weil sie den weit verbreiteten Wunsch erfüllen, Schwule eben nicht als Naturwissenschaftler, politischen Journalisten, Sportler, Polizeipräsidenten, Wirtschaftskapitän usw. wahrzunehmen, sondern als Clown. (Deswegen fallen uns ja auch kaum schwule Naturwissenschaftler, politische Journalisten, Sportler, Polizeipräsidenten oder Konzernbosse namentlich ein bzw. deswegen outen die sich ja auch gar nicht oder extrem selten.) Da zeigt sich ein gesellschaftliches Toleranzproblem. Gegen schwule Komiker gibt es keine Vorbehalte - gegen schwule Vorstände von DAX-Konzernen oder gegen schwule Polizeichefs oder schwule Generäle schon. Und offenkundig haben ja auch immer noch viele Probleme mit schwulen Ministern.
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#8 MesonightAnonym
  • 01.10.2020, 17:16h
  • Jorge ist im Mainstream doch nur so beliebt, weil er die Rolle des tuntigen paradiesvogels spielt, hätte er sich bei gleicher Qualifikation zurückhaltender verhalten, würde er nicht besetzt werden, sorry, aber solche Inszenierungen verfälschen das Bild eines homosexuellen Mannes.
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#9 WanndererAnonym
  • 01.10.2020, 18:18h
  • Ich glaube es sind zwei Probleme. Das eine ist, dass "die" Medien bewusst LGBTQI+ Menschen als Paradiesvögel oder anders klischeebehaftet zu besetzen, weil viele Zuschauende das immer noch so sehen wollen. Oft verstehen dann so "gebrauchte" LGBTQs auch oft nicht, wo jetzt das Problem sein soll, da sie ja ihren Job machen und auch etwas für die Repräsentation tun. Dass diese Repräsentation eine zweischneidige ist, ist ihnen dann nicht bewusst.

    Gleichzeitig muss man auch sagen, dass die Community und da müssen wir alle an uns arbeiten, extrem oberflächlich ist und oft noch viel mehr gesellschaftliche Erwartungen reproduziert, als sie es tun sollte. Schönheitswahn, Ageism, Abwertung von konformen/ nichtkonformen Lebensstilen, etc.
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#10 OlliAnonym
  • 01.10.2020, 20:41h
  • Vielleicht sollte man auch einfach akzeptieren, dass nicht jeder einen so toll findet.
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