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Kommentare zu:
Wie queere Geflüchtete instrumentalisiert werden


#1 goddamn liberalAnonym
  • 04.10.2020, 19:05h
  • Ach, als alter Kemalist möchte ich nur darauf hinweisen, dass es in der sogenannten islamischen Welt spätestens seit dem 19. Jahrhundert dieselben säkularen, meist gar nicht mal atheistischen Traditionen gibt wie in Westeuropa.

    Die blutigen Erfahrungen mit reaktionärer Politik seit dem Schwellenjahr 1979 und das Scheitern frömmelnder Erziehungsprogramme a la Erdogan haben gerade bei vielen jungen Leuten in den moderneren Staaten des Kulturislams säkulare Tendenzen noch befördert.

    Ob das einem dunkeldeutschen orientromantischen Queerfeminismus, der weder queer noch feministisch ist, nun gefällt oder nicht.

    Es ist so.

    Und es ist gut so.

    Nebenbei: Danke für den Buchtipp. Mit Vojin Saa Vukadinovi weht immer der frische Wind des Fortschritts durch den deutschen Märchenwald!
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#2 KaiJAnonym
  • 04.10.2020, 19:10h
  • Ein Queerfeminismus, der sich an Kultur oder Religion etc. hängt, ist im Grunde keiner.
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#3 MinuschAnonym
  • 05.10.2020, 12:09h
  • Forweg: Ich habe das Buch bzw. die anderen Bände in der Reihe bisher noch nicht gelesen. (Mein Eindruck ist bisher der, dass darin oftmals eher reaktionäre Positionen vertreten werden. Vielleicht irre ich mich damit aber.)

    Was mir nach diesem Review immer noch nicht klar ist: Wird hier der Queerfeminismus an sich kritisiert oder das, was einige darunter verstehen?

    Um es anders auszudrücken: Die J.K. Rowling wird ja oftmals auch gerne als Verfechterin des Feminismus dargestellt. Ihre transfeindliche (und anderweitig feindliche) Position zeigt aber klar, dass sie nicht für einen zeitgemäßen, intersektionalen Feminismus steht. Natürlich gibt es auch Feminist:innen, die ihre Ansichten vertreten.
    Daraus aber den Feminismus an sich zu verdammen, der nunmal wie alles aus verschiedenen Richtugnen besteht, wäre aber ziehmlich unkonstruktiv.

    Wird hier ähnlich mit dem Queerfeminismus umgegangen? Also von einigen (Extrem-/Rand-) Positionen auf den ganzen Queerfeminismus geschlossen und dieser auf dieser Grundalge kritisiert? Und was wäre die Alternative zum Queerfeminismus?
    Die Antworten darauf vermisse ich bisher.
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#4 ursus
  • 05.10.2020, 12:44h
  • Antwort auf #3 von Minusch
  • "Wird hier der Queerfeminismus an sich kritisiert oder das, was einige darunter verstehen?"

    Ich kann den hier besprochenen Band nicht beurteilen, aber bei "Beißreflexe" (falls du diesen Band in deine Frage einbeziehen wolltest) haben die einzelnen Autor_innen sich mehr oder weniger klar von einer pauschalen Kritik "des" Queer-Feminismus distanziert und beteuert, nur einzelne "Auswüchse" zu kritisieren. Da auch hier ein Sammelband vorliegt, nehme ich an, dass sich auch hier keine vollkommen einheitliche Linie festmachen lassen wird.

    Vukadinovi selbst allerdings hat in einer durchweg polemischen anti-queer-feministischen Schwerpunktausgabe der "Emma" Gender Studies pauschal als "Sargnagel des Feminismus" bezeichnet und dort einen sehr unsachlichen Rundumschlag gegen das, was er unter Queer-Feminismus versteht, gelandet (weshalb ich sicher nicht gedenke, dieses Buch hier zu kaufen).
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#5 MinuschAnonym
  • 05.10.2020, 13:50h
  • Antwort auf #4 von ursus
  • Danke für die Antwort! Das ist gut zu wissen.

    Ja, bei einem Sammelband sind natürlich nicht immer alle Ausrichtungen auf einer einheitlichen Linie, aber immerhin wurde in den "Beißreflexen" überhaupt etwas dazu gesagt.

    Eine Mitarbeit bei der "Emma" werte ich für mich grundsätzlich erstmal als dicken Minuspunkt. Dafür ist mir deren Ausrichtung zu offenkundig transfeindlich und islamophob. Wer sich darauf einlässt, ohne diese Positionen eindeutig abzulehnen (und dürfte man dann noch dort publizieren...?), dessen Worten möchte ich auch keine Zeit und Aufmerksamkeit schenken.
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#6 ursus
#7 MinuschAnonym
#8 goddamn liberalAnonym
  • 05.10.2020, 16:33h
  • Antwort auf #7 von Minusch
  • Alice Schwarzer hat sich für mich durch einen dubiosen Artikel zu Leni Riefenstahl endgültig blamiert.

    Das ist der Reaktionär-Feminismus einer sehr'dezenten' Lesbe.

    Die es auch mit reaktionären Kirchenfürsten wie Kardinal Meisner hatte.

    Ich bin gegen Meisners Opus Dei genauso wie ich gegen Pius- und Muslimbrüder bin.

    Weil ich für Zivilisation und Fortschritt bin.

    Diese Mächte beschützen mich und andere Menschen seit der Französischen und der kemalistischen Revolution.

    Der Begriff 'Islamophobie' wird dagegen von Reaktionären wie Farid Hafez benutzt, um für reaktionäre politische Forderungen zu kämpfen, die für freie Menschen tödlich sind.

    Wer ihn als Kampfbegriff benutzt, kämpft letztlich nicht für die Religionsfreiheit, sondern gegen sein eigenes Lebensrecht.

    Ich lebe gern.
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#9 TheDadProfil
  • 05.10.2020, 19:16hHannover
  • Antwort auf #8 von goddamn liberal
  • Ich möchte dazu mal folgendes anmerken, und nehme vor allem Bezug auf :

    ""Die sich scheinbar unversöhnlich gegenüberstehenden Positionen rund um Queerfeminismus und Identitätspolitik verhärten sich weiter, aber was zwischen ihnen liegt, geht dadurch fast unter: Atheistisch-ex-muslimische und muslimische Geflüchtete treffen sich etwa beim regelmäßigen Kölner Freizeitangebot für Geflüchtete und Unterstützer*innen SOFRA Cologne und lernen einen Umgang miteinander zu finden.""..

    Darunter kann man wohl im weitestem Sinne eine Art "interreligiösen Dialog" verstehen..

    Wenn die unterschiedlichen Gruppen aber nicht verinnerlichen das Niemand Niemandem Vorschriften über die "Lebensweise" zu machen hat, und das gilt hier sowohl für die Muslime gegenüber den Ex-Muslimen, als auch anders herum, erst dann ist der Dialog überhaupt sinnvoll, und kann auch geführt werden..

    Was dann den Queer-Feminismus betrifft, so muß auch der sich der Ägide "Niemand Niemandem" unterwerfen, soweit es um die Bedürfnisse der Individuen geht, denn ein Feminismus gleich welcher Art der die Bedürfnisse nicht respektiert ist dann auch keiner, denn er befreit auch bei Licht besehen keine Menschen, die das gar nicht wollen..

    "Religionsfreiheit" wäre so leicht zu erreichen wenn Hardcore-Religiöse endlich begriffen das "von religion frei sein" ebenso wertvoll ist wie die Tatsache "frei in der wahl seiner religion" zu sein..
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#10 goddamn liberalAnonym
  • 06.10.2020, 06:37h
  • Antwort auf #9 von TheDad
  • "Religionsfreiheit" wäre so leicht zu erreichen wenn Hardcore-Religiöse endlich begriffen das "von religion frei sein" ebenso wertvoll ist wie die Tatsache "frei in der wahl seiner religion" zu sein..

    So ist es.

    Was viele religiös unmusikalische Queerfeminist*innen aus einem grünlichen Mittelschichtmilieu nicht verstehen, ist, dass abrahamische Relgionen wie Christentum und Islam einen universalen Anspruch haben und sich nicht ohne Weiteres in eine intersektionale Schublade pressen lassen.

    Was ich an dem zugebenermaßen manchmal ziemlich grobschnittigen
    Vojin Saa Vukadinovi mag ist:

    Der Typ heißt und sieht nicht nur aus wie ein mutiger Partisan, der ist einer!

    Er hat kapiert, dass das Leben für Freiheitskämpfer nicht einfach ist - von Teheran bis Berlin.

    Und er setzt durch seinen Mut seine akademische Karriere aufs Spiel, in dem er den Finger auf die Schwachstellen eines lebensgefährlichen Nihilismus legt.

    Nebenbei: Witzigerweise finden sich in seinen Aufsatzsammlungen viel mehr migrantische Namen als in denen seiner Gegner*innen, wo sich die alte urdeutsche protestantisch durchsäuerte Herrenschicht dieses Landes tummelt.

    Prototypin:

    de.wikipedia.org/wiki/Christina_von_Braun
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#11 Refugees WelcomeAnonym

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